Dienstag, 13.11.2018

|

Bad Windsheim feiert 50 Jahre "Kurquellen GmbH"

Quell' der Gesundheit - Geschichte reicht weit über 100 Jahre zurück - 07.11.2018 18:46 Uhr

Im großen Gästekreis wurde das 50-jährige Bestehen der "Kurquellen GmbH Bad Windsheim" gefeiert und darauf nicht nur mit Heilwasser angestoßen. © Harald Munzinger


Die Geschichte des Heilwassers reiche weit über 100 Jahre zurück, berichtete Bad Windsheims Erster Bürgermeister Bernhard Kisch im großen Gästekreis über die Entdeckung der Kiliani-Quelle im südlichen Teil des Kurparkes im Juli 1897, was Johann Georg Schwarz 1904 zum Bau des ersten Kurhauses veranlasste. Als man 1908 in 115 Meter Tiefe auf eine der stärksten Solequellen Europas gestoßen sei, sei dies in die Anfangszeit des Kurtourismus in Europa gefallen und bereits 1909 zu über 5000 in Windsheim genossenen Bäder geführt.

Ob es schon zur Barockzeit Gesundbrunnen im Areal des 1730 angelegten Kurparkes gab, ist bisher ohne Nachweise, wohl aber die "belebende Wirkung" der St. Anna- und Kiliani-Quellen für die Entwicklung Windsheims zur Gesundheitsstadt der Region, die 1961 das Bad Prädikat erhielt und 1966 auf die damals modernste Klinik Bayerns stolz sein konnte, wie Bürgermeister Kisch markante Daten der jüngeren Stadtgeschichte nannte. Dazu gehörte 1995 die Generalsanierung der Klinik für 60 Millionen Euro ebenso, wie der Einfluss des "regional verwurzelten und höchst kompetenten Partners Franken Brunnen" auf die überregionale Ausstrahlung Bad Windsheims.

Unterzeichnung am 12. November 1968

Josef Aigner, Geologe des Unternehmens und mit Bürgermeister Bernhard Kisch Geschäftsführer der Kurquellen GmbH, deren Gesellschaftervertrag am 12. November 1968 unterzeichnet worden war, ging auf die Eckdaten der "Bad Windsheimer Gesellschaft zur Nutzung der Kiliani-Quelle mit beschränkter Haftung" ein. Sie trat die Nachfolge der schon 1955 gegründeten "Gesellschaft für Heilquellenerschließung in Bad Windsheim" an. Mit der Aufnahme zusätzlicher Gesellschafter wie den Zweckverband Kurzentrum Bad Windsheim oder der späteren Franken Brunnen GmbH wurde 1979 der Name in "Bad Windsheimer Heilquellen-Gesellschaft mit beschränkter Haftung" und 1981 schließlich zur "Kurquellen GmbH Bad Windsheim" geändert.

Für die St.Anna-Quelle wurde offiziell der Straßenverkauf bei der Therme gestartet. © Harald Munzinger


Josef Aigner bezeichnete die GmbH als "kleine Heilquellengesellschaft" die im rechtlichen Sinn als "pharmazeutisches Unternehmen" fungiere. Ihre Aufgabe sei es, "die erforderlichen Abläufe zur Sicherstellung und Wirksamkeit der Heilwässer zu organisieren und zu beauftragen". Eine Aufgabe mit großer Verantwortung, gelten Heilwässer doch als Naturheilmittel und nach deutschen Recht als Arzeimittel.

Als "exemplarische Schwerpunkte der letzten Jahrzehnte" nannte Aigner1987 die Erschließung der heutigen St. Anna Quelle in Kooperation mit der "Bad Windsheimer Heil- und Mineralbrunnen GmbH. Für deren staatliche Anerkennung war am 26.Januar 1993 der Antrag gestellt worden und diese schließlich am 10. Oktober 2006 (!) erfolgt. Zum nachhaltigen Schutz der beiden Quellen und der Heilwasservorkommen in Bad Windsheim war im August 2008 das Schutzgebiet ausgewiesen worden.

Bei Erkundungsarbeiten für etwaige Heil- und Mineralwasservorkommen im Süden und Norden Bad Windsheims in den 1990-er Jahren war man zu Schluss gekommen, dass das Beste bereits gefunden war: Die Kiliani-Quelle im südlichen Teil des größten denkmalgeschützten Kurparkes Bayerns, aus der die Dr. Becker Kiliani-Klinik ihren Trinkbrunnen speist, sowie die "St. Anna-Quelle" im nördlichen Bereich, deren Wasser der "Frankenland-Klinik" sowie der "Franken-Therme" zugeleitet wird.

Straßenverkauf gestartet

Zudem wird ein Teil des St. Anna Heilwassers von Kurquellen GmbH-Mitgesellschafter "Franken Brunnen" weit über Bad Windsheims Grenzen hinaus vermarktet. Gesellschafter Stefan Beyer bezifferte den Heilwasseranteil am Gesamtausstoß des Marktführers auf zwei Prozent. Der könnte sich jetzt mit dem offiziellen Start des Straßenverkaufs an der Therme steigern, mit dem damit Gästen das mühsame Abfüllen am Brunnen im Foyer erspart bleibt.

Förderbescheid für Therme-Projekt

Landrat Helmut Weiß, wie die Vorgänger Walter Schneider und Adolf Schilling als Förderer der Kurbandentwicklung gewürdigt, sah mit dem kostenbaren Gut Heilwasser Bad Windsheim und den Landkreis überregional repräsentiert. Es habe einen wesentlichen Anteil "an der Entwicklung Bad Windsheims zur Kur- und Gesundheitsstadt und großen Besuchermagnet". Mit der Erweiterung und Modernisierung der "Franken-Therme", ein "großer Touristenmagnet in Westbayern", für die Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer den Förderbescheid an den Zweckverbandsvorsitzenden, Ersten Bürgermeister der Stadt Bad Windsheim, Bernhard Kisch, am 8. November, übergibt, ist dafür ein weiterer Impuls verbunden. Angestrebt wird noch "ein Haus der Gesundheit, um den Gesundheitsstandort weiter auszubauen", so Landrat Weiß.

Bürgermeister Kisch sah mit den anerkannt heilenden Elementen der beiden Quellen, dem "Calcium-König" sowie der "Calcium-Queen" die besten Voraussetzungen gegeben, die Gäste der 50-Jahr-Feier der "Kurquellen GmbH" auch gleich zur 100-Jahr-Feier in der "schönsten Stadt des Landkreises" einzuladen. 

Harald J. Munzinger

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim