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Donnerstag, 20.09.2018

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Baumaktion will Streuobst mehr ins Bewusstsein rücken

315 Obstbäume werden in Kommunalen Allianz "Aurach-Zenn" gepflanzt - 10.11.2017 16:51 Uhr

Bürgermeister Friedrich Pickel und Dr. Michael Sauer (3. u. 6. v. r.) gaben Ratschläge zum Schnitt in Krone und Wurzel bei der Pflanzung der jungen Bäume. © Harald Munzinger


Dieses Ziel nannte die Allianzvorsitzende und Markt Erlbacher Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß im Kollegenkreis bei der Übergabe der ersten Bäume an Bürger aus den beteiligten Gemeinden in der Schlossscheune von Neuhof/Zenn. In der sorgte der gastgebende Bürgermeister Bruno Thürauf am nasskalten Novembertag mit Punsch-und Glühwein für "einen leicht adventlichen Touch" und eine trotz Schmuddelwetter schöne Atmosphäre zum Start der großen Pflanzaktion zum 500. Jubiläum der Reformation.

Nach Luthers "Bekenntnis zum Aufbruch und zum Glauben an die Zukunft" im Zitat "wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen", setzt man in der Aurach-Zenn-Allianz sowie in der Kommunalen Allianz "Franken-West" auch ohne Weltuntergangsahnung mit jungen Apfel-, Kirsch-, Zwetschgen-, Birnen- und Nussbäumen auf die Zukunft. Und das mit ganz beträchtlichen Auswirkungen von 1000 Bäumen in beiden Allianzen auf das fränkische Landschaftsbild.

Maßnahme gegen dramatischen Rückgang

Das sollen wieder mehr Streuobstbestände prägen, bei denen ein dramatischer Rückgang festgestellt worden sei, so Bürgermeisterin Dr. Kreß. So war es denn für sie wie auch ihre Kollegen Markus Heindel (Obernzenn), Friedrich Pickel (Trautskirchen), Harald Kempe (Emskirchen) und David Schneider (Hagenbüchach), keine Frage, das Projekt im Rahmen des Landespflegeprogrammes zu unterstützen. Der Samen der Werbung dafür sollte auf fruchtbaren Boden fallen, machte Dr. Michael Sauer vom Landschaftspflegeverband mit der erfreulichen Resonanz von Bürgern deutlich, die sich zur Pflanzung von Obstbäumen meldeten. 

Sie erhalten das Pflanzgut vom Landschaftspflegeverband, der auf Kreisebene zehn Prozent der Kosten trägt, 20 Prozent übernehmen die Kommunen und mit 70 Prozent fördert nach Auskunft von Dr. Sauer das bayerische Umweltministerium das im "Gesamtpaket" auf 35.000 Euro bezifferte Projekt. Mit Kreisfachberater Richard Krämer waren passende Obstsorten ausgewählt und alle 36 Standorte darauf überprüft worden, ob sie sich für die Anpflanzungen eignen, für die auch die fachliche Beratung erfolgt.

Ökosystem wird verbessert

Die Bäume schließen teilweise Lücken in Streuobstbeständen oder bilden ganz neue und verbessern das Ökosystem in Ortsrandlagen. Nicht berücksichtigt sind über ein anderes Programm geförderte Anpflanzungen auf ökologischen Ausgleichsflächen, wie sie nach Auskunft von Bürgermeister Kempe gerade erst in der Emskirchner Flur erfolgten. 

Ehe nun in der "Aurach-Zenn"-Allianz die Pflanzaktion erfolgt, habe diese schon im neuen Streuobstzentrum Burgbernheim stattgefunden, ließ Dr. Wolfgang Reister wissen, der in der Initiative auch eine schöne Werbung für die Kommunen sieht: "Wann kann man schon mal etwas an die Bürgerinnen und Bürger verschenken!"

Die verpflichten sich im Gegenzug zur Pflege der Bäume und Sorge um deren Entwicklung. Insgesamt wird für eine neue Baumgeneration gesorgt, das Landschaftsbild verbessert sowie wieder mehr Beachtung für das Streuobst geschaffen. Luther, so war man bei der Verteilung der in einer Baumschule gezogenen Bäume sicher, hätte an der Aktion seine Freude gehabt.  

Harald J. Munzinger E-Mail

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