Sonntag, 18.11.2018

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Bestes Urteil für das Amtsgericht Neustadt

OLG-Präsident würdigt "hervorragende Arbeit" der Justiz - 04.09.2018 17:40 Uhr

Amtsgerichtsdirektor Wilfried Westhauser und Geschäftsleiterin Gerda Templer-Baumann freuten sich über die hohe Anerkennung für die Justiz in Neustadt durch den neuen Präsidenten des Oberlandesgerichtes Nürnberg. Dr. Thomas Dickert (v. r.). © Harald J. Munzinger


Über das "höchstrichterliche Urteil" freuten sich Amtsgerichtsdirektor Wilfried Westhauer sowie Geschäftsleiterin Gerda Templer-Baumann, die den Präsidenten des Oberlandesgerichtes zunächst im Kreis des gesamten Personals willkommen hießen. Er habe, so Dr. Dickert im Anschluss an das offene Gespräch, bei allen Herausforderungen eine "sehr große Zufriedenheit" in dem relativ kleinen Gericht mit 49 Beschäftigten, darunter sieben Richterinnen und Richter, festgestellt. Mit diesen kam der Präsident anschließend im kleinen Kreis zusammen, der sich nach seinem Amtsantritt am 1. April vor Ort ein Bild von den drei Land- und 13 Amtsgerichten in seinem Wirkungsbereich macht. Dabei geht es ihm um das gegenseitige Kennenlernen, sowie den aktuellen Sachstand in baulicher wie personeller Hinsicht. 

Der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ist dem 59-jährigen Juristen bestens vertraut. Durch seine Frau aus Ipsheim weiß er den Weinbau in Mittelfranken zu schätzen, schwärmt gar von "einem der besten Weine, den Franken zu bieten hat". Das Amtsgericht in Neustadt im Stil der florentinischen Renaissance, das ab 1842 im Wesentlichen als Gefängnis diente, sollte das älteste und imposanteste Gerichtsgebäude in der Region sein, dessen Umbau und Erweiterung für rund 12 Millionen Mark von 1987 bis 1990 Dr. Dickert als sehr ansprechend empfand. Barrierefrei in Bayern sei hier ebenso verwirklicht, wie der Sicherheitsfaktor durch die Trennung von öffentlichem Bereich und Büros. 

Vom Ministerium nach Nürnberg

Ein Thema mit dem Dr. Thomas Dickert intensiv befasst war, nachdem er als Präsident des Landgerichtes Ingolstadt 2008 in das Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz wechselte, in dem er ab Oktober 2011 die Abteilung für Haushalt und Bau, Organisation, IT, Gebäudesicherheit, Kosten- und Kassenwesen sowie Geschäftsstatistik leitete. Alles Bereiche, mit denen er nun auch als Präsident des Oberlandesgerichtes Nürnberg befasst ist. Dass in den letzten zehn Jahren eine Million Euro in das Amtsgericht Neustadt investiert worden sei, und das sehr gut, stellte Dr. Dickert nicht zuletzt im neuen Multifunktionsraum fest, in dem gearbeitet, geschult und gefeiert, sowie etwas für die Gesundheit getan werden kann.

Es gebe sicher auch weiterhin immer etwas zu tun sein – aktuell steht die neue Bürobeleuchtung an – und die elektronische Kommunikation ein wichtiges Thema, bis 2026 die "elektronische Akte" Standard sein, doch sah der Präsident seinen Gerichtsbezirk "ganz gut aufgestellt". Dass die Justiz in Neustadt nicht nur repräsentativ untergebracht ist, sondern auch sehr effizient arbeitet, zeigte Dr. Thomas Dickert an imponierenden Zahlen der Verfahrensdauer im zivilen Bereich mit durchschnittlich 3,88 Monaten auf, was schneller als im Landesdurchschnitt sei. Auch die 3,5 Monate bei den Strafsachen zeigten, "dass hier nicht liegen bleibt".

Weit über 1600 Verfahren im letzten Jahr

2017 weist die Statistik für das Amtsgericht Neustadt 710 neu eingegangene Zivilverfahren, 638 Neueingänge bei Familiengericht sowie 316 neue Strafverfahren aus. Dazu kamen 391 Strafbefehle und 228 Ordnungswidrigkeitsverfahren, listete es Justizsprecher Friedrich Weitner auch mit 407 neuen Betreuungsfällen auf. Im letzten Jahr seien 1.665 Betreuungs- und 1055 Nachlassverfahren anhängig, im Grundbuchamt 2629 Eigentumswechsel, 93 Wohnungseigentumsbegründungen sowie 4863 Belastungen eingetragen gewesen, zu denen Grundschulden oder Hypotheken zählen.  

Harald J. Munzinger

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