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Bloggerin in Emskirchen: Müll passt in Einmachglas

Die Teilnehmer des Vortrags bekamen Ratschläge zur Abfall-Vermeidung - 18.07.2017 19:26 Uhr

Anne Tieseler zeigte den Besuchern der Veranstaltung im Emskirchner "Aurach-Treff" das Herstellen einer Zahnpasta. © oh


Die Besucher wurden mit überraschend einfachen und praktischen Alltagstipps angeregt, das eine oder andere selbst auszuprobieren. Die Referentin brachte auch ihren Restmüll eines dreiköpfigen Haushalts seit Jahresbeginn mit. Er füllte nicht mal ein Einmachglas. Sie habe 2012 nach eigener Schilderung ihr Leben verändert: "Ich wollte etwas tun, um besser und umweltverträglicher zu leben – inmitten unserer heutigen Gesellschaft". Fünf Jahre nach dieser Entscheidung führe sie mit ihrer Familie weiterhin ein ganz normales Leben.

Jedoch produziere man (fast) keinen Müll, habe mehr Zeit und Geld, denke ganzheitlich und fühle sich gesünder und zufriedener. "Wir leben einen minimalistischen, bio-veganen, zero waste Lebensstil der zu unseren Bedürfnissen passt. Wir lernen ständig dazu und freuen uns auf weitere Tipps, Fragen und Antworten. Wir wollen gemeinsam etwas bewegen, ohne auf Politik und Wirtschaft zu warten!" Da Tieseler mit ihrem nachhaltigen Lebensstil vielerorts auf neugierige, offene Ohren stieß, fing sie 2014 an über ihren Alltag zu bloggen. Auf ihrem Online Blog "grüner Alltag" gibt sie Denkanstöße und praktische Alltagstipps, die jeder sofort umsetzen kann.

Seit 2017 ist "zero waste Baby" Lars der Star der Familie. Waschbare Stoffwindeln sind natürlich selbstverständlich. Mit Freude und ganz ohne erhobenen Zeigefinger zeigte die Referentin, wie mehr Nachhaltigkeit den Alltag bereichert. Anne Tieseler ist mit so manchen Dingen, die es so zu kaufen gibt, nicht zufrieden. Das betrifft die Inhaltsstoffe, die Wirkung, die Verpackung oder den Preis. Daher stellt sie diese selbst her, mit möglichst wenig Zutaten und Zeitaufwand. "Wer Dinge selbst macht ist unabhängiger und kann sie optimal an seine eigenen Bedürfnisse anpassen was Geruch, Konsistenz und Verträglichkeit angeht." Um das anfängliche Rumprobieren komme man allerdings nicht herum. 

Teilnehmer erinnern an plastiklose Zeiten

Nach dem Vortrag ging es zum praktischen Teil. Beispielsweise wurde gemeinsam ein Deo hergestellt, was "verblüffend einfach" ging. Grund für das Selbermachen: schlechte Wirkung vieler Produkte, teils bedenkliche Inhaltsstoffe und teils hoher Preis von Biodeos. Ähnlich wurde Zahnpasta hergestellt und Waschmittel aus einheimischen Kastanien. Körpercreme, Rasierschaum, Spülmittel, Shampoo können ebenso mehr oder weniger leicht zusammengemixt werden, ließ die Referentin wissen. Auch für Kleider, Möbel, Spielsachen und Ähnlichem prüft Tieseler zunächst, ob sie wirklich gebraucht werden oder sich durch einfache Alternativen ersetzen lassen. Einiges lässt sich selbst herstellen, gebraucht kaufen, schenken, tauschen oder ausleihen.

"Das Schöne dieser Alternativen ist nicht nur, dass sie nachhaltig sind und Geld sparen, sondern uns auch ein Stück unabhängiger machen", meinte sie. Der Zero Waste Gedanken erinnerte einige Teilnehmer an vergangene Zeiten, wo Lebensmittel noch ohne Plastik zu haben waren und die Meere auch noch nicht derart mit Plastik angereichert waren, wie heute. Nachhaltigkeit würde auch oft als Luxus hingestellt für den man kein Geld habe. "Dabei ist sie eine Frage der verlagerten Denkweise und nicht des Geldbeutels." so Tieseler. Es sei längst so weit, "dass wir es uns global gesehen nicht mehr leisten könnten, weiterhin auf Nachhaltigkeit zu verzichten. Sa wir die Welt nicht von heute auf morgen ändern können, müssen wir bei uns selbst anfangen." 

nb

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