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Montag, 20.08.2018

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Buntes Programm beim 15. "Honig-Bienen-MarktPlatz"

Appell: Naturräume erhalten und die regionalen Wirtschaftskreisläufe stärken - 16.07.2017 14:26 Uhr

Die Imker luden zu Verkostungen ein, wobei manch ein Besucher auch auf den Geschmack von Honigsenf oder Honigeis gebracht wurde. © Harald Munzinger


Dies betonte Erster Bürgermeister Klaus Meier, der sich mit den Imkervereinen Neustadt, Oberer Ehegrund und Mittlerer Aischgrund sowie dem Bund Naturschutz und dem "interkulturellen NeuStadtGarten" als Partner der Kreisstadt über einen erneut guten Besuch und großes Interesse an Informationen über und Erzeugnissen der Bienen "in ihrer wunderbaren Vielfalt" freute. Sie reichte vom Honig über Wachs, Propolis und Kosmetik bis zum Met oder Honig-Eis.

Junge Talente des Streichorchesters der Musikschule umrahmten die offizielle Eröffnung des "HonigBienenMarktPlatzes", bei der Bürgermeister Meier auf die aktuellen Probleme der Imker und ihrer Bienenvölker einging und den eindringlichen Appell an die Bevölkerung richtete, im Rahmen ihrer Möglichkeit mitzuhelfen, den hochdramatischen Rückgang der Wildinsekten zu stoppen. Dazu könnten Bienen- und Insektenweiden angelegt sowie weniger häufig und vor allem auch später gemäht werden.

Die Stadt trage ihren Teil dazu bei und unterhalte auch in diesem Jahr wieder rund 4400 Quadratmeter Blühflächen, die extra mit Wildpflanzen angelegt worden seien und nur einmal gemäht würden. Dazu kämen rund 23.400 Quadratmeter Obstbaumwiesen, die ebenfalls nur einmal im Jahr gemäht würden, "damit sich auch dort Blühpflanzen gut entwickeln können". Ferner besitze die Stadt im Außenbereich ein paar Hundert Bäume und überlasse, wo dies möglich sei, freie Flächen der Natur zur Entwicklung einer Wildstaudenflora.

Schließlich habe er angesichts des akuten Mangels an blühenden Acker- oder Straßenrandstreifen verfügt, dass Mäharbeiten am "Straßenbegleitgrün" erst Ende August nach der Blüte gemäht würde, verwies der Bürgermeist "auf meinen kleinen und bescheidenen Beitrag zur Verbesserung der aktuell so schwierigen Situiation". Was jeder Einzelne dazu tun kann, informierten der Bund Naturschutz und die Imkervereine mit anschaulichem Material und in aufschlussreichen Gesprächen. Zudem wurden Blühsamen angeboten und der "NeuStadtGarten" hatte kleine "Samenbomben" vorbereitet die in der Natur für eine segensreiche Explosion führen können.

Bilderstrecke zum Thema

Honig, Wachs & Co. beim 15. Neustädter "Honig-Bienen-MarktPlatz"

Informationen und Kostproben, Aktionen und Musik: Der 15. "Honig-Bienen-MarktPlatz" zeigte auf vielfältige Weise die Bedeutung der Bienen für die Natur und ihre Erzeugnisse vom Honig über Wachs und Propolis bis zu Kosmetik, "Bärenfang" oder Met auf.


Viele Kinder staunten beim Blick in den Schaubienenkasten, bohrten Löcher in einen "Insektenmann", erwiesen sich als Künstler etwa beim Bemalen von Blumentöpfen, die mit Stroh gefüllt Ohrwürmern als Unterschlupf dienen. Am Pflanzenquiz hatten nicht nur die kleinen Marktbesucher ihren Spaß. BN-Kreisvorsitzende Karin Eigenthaler ging beim Einsatz der Naturschützer für die "Wildtiere" besonders auf die Schmetterlinge ein, bei denen ebenfalls ein alarmierender Rückgang festzustellen sei. Da die Wiesenbewirtschaftung auf die Falter wie auch andere Insekten massive Auswirkungen, seien BN, Imker und Landwirte nun gemeinsam bemüht, ihnen neue Chancen zu eröffnen.

Dies könne auch jeder Gartenbesitzer tun, so Eigenthaler, damit Kinder und Enkelkinder auch in Zukunft noch die "Raupe Nimmersatt" aus dem Bilderbuch in der Natur beobachten könnten und Freude an der Farbenpracht der Falter hätten. Der Vorsitzende des Imkervereins Neustadt, Dietmar Lisson, informierte über die Einrichtung eines von der LAG Aischgrund geförderten Bienenlehrpfades und lud zum Sommerfest am Samstag, 22. Juli ab 18 Uhr am Lehrbienenstand (Radweg Richtung Diebach) mit einem "Tag der offenen Tür" ein. Am 4. und 18. August freut man sich dort auf den "Besuch bei der (Bienen-)Königin" im Rahmen des Ferienprogrammes. Stolz ist Lisson auf eine erfolgreiche Ausbildung des Imkernachwuchses mit wiederum 14 Teilnehmern im neuen Kurs und eine damit verbundene gute Mitgliederentwicklung. Auch er sprach die Sorge um die Bienen an, für deren Interessen sich die Imker unermüdlich einsetzten. Die hätten sich "neben ihrer eigentlich Arbeit, der Imkerei, den Dienst an der Umwelt fest auf ihre Fahnen geschrieben".

Bürgermeister Klaus Meier führte eine Gruppe der Gäste aus Montespertoli über Bienen- und Wochenmarkt, die zum erneut sehr gut besuchten Deutsch-Italienischen Weinfest "an den Sommerkellern" und Partnerschaftsjubiläum aus der Toskana angereist sind. 

Harald J. Munzinger E-Mail

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