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"Dämmerschoppen": CSU-Ortsverband feiert Jubiläum

Namhafte Gratulanten beglückwünschten zum 60-jährigen Bestehen - 25.08.2017 21:24 Uhr

CSU-Ortsvorsitzender Bernd Rauscher und Zweite Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht hießen MdL Hans Herold, Bundesagrarminister Christian Schmidt, Innenminister Joachim Herrmann und Bezirksrat Marco Kistner (v. l.) zum politischen Dämmerschoppen willkommen. © Harald Munzinger


Beide betonten die erfolgreiche Unionspolitik mit der Prämisse auf allen Ebenen, Probleme nicht zu bejammern, sondern zu lösen. Dafür sollte auch die CSU-Arbeit in Emskirchen als Beispiel gelten, wo Minister Schmidt "immer eine besonders gute Luft" ausmachte, "mit politischen Augenmaß und Vernunft" gehandelt sah. Dass er sich dies auch global wünschen würde, machte er mit seiner Sorge deutlich, dass in der Welt "Figuren mit Verantwortung, die keine Verantwortung haben" und "Besserwisser" unterwegs seien; auch im eigenen Kabinett, wie es die Plakatattacke der Umweltministerin gegen die Landwirtschaft gezeigt habe. Schmidt sprach mit Bezug auf den grauenvollen Anschlag in Barcelona die Notwendigkeit an, für höchstmögliche Sicherheit zu sorgen, die - wie es Attentate in Ansbach und Würzburg gezeigt hätten - auch in der Region nicht selbstverständlich sei.

Der stellvertretende Landesvorsitzende der CSU blickte auf "60 gute Jahre" und wünschte mit dem Blick auf die Bundestagswahl in genau vier Wochen, dass es "ohne Experimente" weiter so bleiben möge. Er rief ebenso wie Staatsminister Herrmann und der Landtagsabgeordnete Hans Herold zu Stimmabgabe auf und mahnte vor dem von guten Prognosen genährten Irrglaube, dass "alles schon gelaufen" sei. "Das ist es erst, wenn die Stimmzettel in der Urne und sie ausgezählt sind", so Schmidt, dessen Bekenntnis "Ehe bleibt Ehe und Familie bleibt Familie" das Publikum ebenso mit starkem Beifall quittierte, wie jenes zur Leitkultur am Beispiel des "friedlichen fränkischen Völkchens".

Herrmann: Soli endlich abschaffen

Viel spontanen Beifall gab es auch immer wieder bei der Rede des bayerischen Innenministers und CSU-Spitzenkandidaten der Bundestagswahl Joachim Herrmann mit der in den Zuhörerreihen "bewunderten geschliffenen Rhetorik" und "vielfach vermissten klaren Ansagen". Etwa zur "endlichen" Abschaffung des Solidaritätsbeitrages, zur Stärkung der Familien und Renten durch mehr Kindergeld und Anerkennung der Erziehungsleistung oder zur "Inneren Sicherheit, das für viele Menschen wichtigste Thema". Hier habe die CSU nach den Worten Herrmanns "mehr Kompetenz, als andere Parteien", was er "ohne selbst gefälschte Statistik" damit ausmachte, dass man "in Bayern mit der niedersten Kriminalität am sichersten lebt". Gleichwohl wollte er "Verbrecher noch schneller dingfest und der Strafe zugeführt" wissen.

Der Minister stellte sich ausdrücklich hinter alle Rettungskräfte sowie die Polizei. Insbesondere nach den Erfahrungen der Angriffe "linksextremistischer Chaoten" in Hamburg müsse diese personell wie fachlich optimal ausgestattet und notfalls von der Bundeswehr unterstützt werden. "Wir brauchen für die Sicherheit der Menschen einen starken Staat". Herrmann forderte auch "von anderen Bundesländern, mehr für die Sicherheit zu tun". Kein Verständnis hatte er für die Toleranz bei Hausbesetzungen wie in Hamburg oder Berlin. In Bayern sei kein Haus länger als 24 Stunden besetzt; derzeit keines!

Appell für wehrhafte Demokratie

"Jede Toleranz braucht Grenzen gegen fanatische Intoleranz", sei es von "Neo-Nazis" oder dem radikalen Islamismus, mit dem man sich auch geistig auseinandersetzen müsse, so der Minister mit dem Appell für eine "wehrhafte Demokratie" und die "Verteidigung der Grundwerte unserer Gesellschaft". Herrmann sprach sich nach dem Motto "leben und leben lassen in unseren Grenzen" für die "Integration mit verbindlichen Spielregeln" aus, wozu sich großartige Chancen böten. Wer sich nicht integrieren lassen wolle, könne nicht dauerhaft im Land bleiben.

"Bayern ist etwas Einmaliges und Franken allemal", war sich der Innenminister mit dem Publikum einig, das dies denn auch stimmkräftig beim "Lied der Franken" mit dem Musikzug des Heimatvereins bekannte. Argumente dafür hatte Joachim Herrmann unter anderem mit der wirtschaftlich guten Entwicklung und im Ländervergleich niedersten Arbeitslosigkeit (seit Rot-Grün in Deutschland halbiert) von drei Prozent - getoppt von Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim mit zwei Prozent - sowie mit den aus kräftig sprudelnden Steuerquellen geförderten Kommunen, denen es "in Bayern am besten geht".

"Wunderbares Gesundheitszentrum"

Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land durch Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und den Breitbandausbau waren weitere Strichworte des Ministers, die MdL Hans Herold bestärkte. In den letzten Jahren seien 55 Kilometer Staatsstraßen erneuert worden, die Förderung des Breitbandausbaues sei in Deutschland einmalig und auch die Verkehrsanbindung mit der Bahn ausgezeichnet. Mit Behördenverlagerungen in den Landkreis werde der ländliche Raum nachhaltig gestärkt, würdigte dies Herold mit dem Dank an die Staatsregierung und stellte mit der mündlichen Zusage des Ministerpräsidenten "ein wunderbares, digitales Gesundheitszentrum im Landkreis" in Aussicht.

"Emskerng - do is a Gaudi" lautet das Motto beim traditionellen Kirchweihfrühschoppen, zu dem der CSU-Ortsverband am Samstag, 26. August, um 10 Uhr in das Gasthaus "Cuore Rosso" mit Livemusik (ohne Strom) von "Andy O." einlädt. 

Harald J. Munzinger

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