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Sonntag, 23.09.2018

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Dietersheim: Hausenhof-Sommerfest im Zeichen der Inklusion

Feier mit reichhaltigem Angebot an Hof-Produkten und Kunsthandwerk - 25.06.2018 20:40 Uhr

Ortsbürgermeister Harald Heckmann eröffnete das Fest mit Dietersheims Zweitem Bürgermeister Hartmut Marr und Hausenhof-Leiter Ralf Hatz (im Hintergrund). © Harald Munzinger


Für die Camphill-Dorfgemeinschaft hießen sie Ralf Hatz und "Ortsbürgermeister" Harald Heckmann willkommen und freuten sich über einen erneut überwältigenden Besuch. Dietersheims Zweiter Bürgermeister Hartmut Marr zog den Hut vor der großartigen Entwicklung des Hausenhofes von einer Einöde zu einem stattlichen Ortsteil, der seit 30 Jahren behinderten Menschen einen beschützenden Rahmen für ein sinnerfülltes Leben bietet. Es sei bewundernswert, was in dieser Zeit geschehen sei und sicher auch noch weiter geschehe, gab sich Marr zuversichtlich, nannte es eine "sehr große Ehre" dem Hausenhof für seine großartige Arbeit gratulieren zu dürfen.

1,1 Millionen Euro für Förderstätte

Dass es mit der Entwicklung der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft behinderter in nichtbehinderter Menschen auf der Anhöhe bei Altheim weitergeht, erfuhren die Besucher mit Informationen zum geplanten Neubau einer "Förderstätte", die "Menschen mit hohem Assistenzbedarf den Zugang zum Arbeitsalltag ohne Leistungspflicht" bieten wird. Auf 1,1 Millionen Euro ist das Projekt veranschlagt, das zur Förderung bei Regierung und Bezirk angemeldet ist.

Ralf Hatz rechnet Mitte nächsten Jahres mit der Freigabe der Mittel, sodass zum Jahresende 2019 mit dem Bau begonnen werden könnte. In die Finanzierung sind auch Spenden eingerechnet, für die man beim "Sommerfest" warb. Da könnten schon 120 Euro für einen Stuhl, 220 Euro für einen Tisch hilfreich, mit 2000 Euro ein Fenster oder mit 5000 Euro die Haustüre bezahlt sein und den Hausenhof-Etat entlasten. Weitere Informationen dazu gibt man gerne unter info@Hausenhof.de.

Alle Türen standen offen

Den Besuchern des Sommerfestes waren Einblicke in die Arbeit auf dem Hausenhof gegeben. © Harald Munzinger


Zum 30-Jahres-Jubiläum (2017) war die umgekehrte Inklusion damit besungen worden, dass es nicht nur gelte, raus in die Gesellschaft zu gehen: "Rei mit die Leit, rei mit dä Gsellschaft" sollte es denn auch ein Motto für das Sommerfest sein, bei dem den Besuchern die Werkstatttüren offenstand, sie sich bei Führungen über das Leben und Arbeiten auf dem Hausenhof informieren konnten, Einblicke in die Gruppen- und Therapiearbeit erhielten. Reichhaltig war das Angebot an Hausenhof-Produkten und Kunsthandwerk an der attraktiv gestalteten Gasse der Stände mit allerlei kreativen Artikeln. Dass der "Hausenhof immer musikalischer" werde, wurde Ralf Hatz schon zum Auftakt vom Posaunenchor Neustadt bestätigt, dem über den unterhaltsamen Nachmittag "Manda and friends" Wigbert Winkler mit seiner Quetschn sowie die "Hausenhofer Drommelbatscher" folgen und auch eine Tanzdarbietung begeistern sollten.

Kurzweiliges Kinderprogramm

Während sich die Eltern im weitläufigen Areal von der Weberei bis zur Gärtnerei umsahen oder sich mit "Physik für Jung und Alt" befassten, hatten die Kids Spaß an Riesenseifenblasen und der Edelsteinsuche, beim Basteln oder Reiten sowie beim Lauschen spannender Märchen.

In schöner Atmosphäre bei idealem Ausflugswetter lockten zudem selbstgemachte Leckereien, ob man es lieber vom Kuchenbüfett oder Grill mochte. Zur guten Laune sollte nach den Begrüßungsworten von "Ortsbürgermeister" Harald Heckmann der 2:1 Sieg der Deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM am Vorabend sorgen. "Wir sind die Besten" rief er in die fröhliche Runde der Gäste des 31. Sommerfestes, mit dem sich der Hausenhof erneut im besten (Sonnen-)Licht zeigen konnte. Dafür sollten sich auch weite Anfahrten lohnen, wie es die Autokennzeichen auf dem Parkplatz verrieten, in den die Feuerwehr die Besucher einwies.  

Harald J. Munzinger

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