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"Drei-Franken-Treffen" der CSU bekennt sich zum Steigerwald

Innenminister Joachim Herrmann appellierte an Gemeinschaftsgefühl der Franken - 30.05.2014 07:50 Uhr

Minister Joachim Herrmann sowie die Staatssekretäre Thomas Silberhorn und Gerhard Eck (v. r.) beschworen am "Drei-Franken-Stein" die Einheit Frankens. © Harald Munzinger


Dass die CSU von den Bürgern “nicht im Regen stehen gelassen”, sollte eine Besucherkulisse zum Ausdruck bringen, die bei anhaltendem Nieselregen nicht nur Burghaslachs Bürgermeister Armin Luther und das Organisationsteam des CSU-Ortsverbandes sowie Bezirksgeschäftsführer Peter Müller überraschen sollte. Das Treffen war erneut gut vorbereitet und sollte den Gemeinsinn unterstreichen, denn auch die Geistlichen Daniel Lischowsky und Jörg Kornacker betonten, die für den Tag und die Menschen der Region den Segen spendeten.

Unter den Gästen waren viele, die sich für den Naturpark Steigerwald ein- und einem vom ehemaligen Bamberger Landrat Denzler ausgewiesenen “Naturreservat” widersetzen. Ein inzwischen wohl verscheuchtes Schreckgespenst, wie es Innenminister Herrmann im Dank an alle erkennen ließ, die in Bund, Landtag und Kommunen in den letzten Wochen dafür eingesetzt hätten, “dass wir Wort halten”. Jenes Wort, das an gleicher Stelle für den Naturpark Steigerwald gegeben worden sei, “und weiter gilt!”

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Einheit und Protest: Das Drei-Franken-Treffen in Burghaslach

An Christi Himmelfahrt fand das traditionelle Drei-Franken-Treffen der CSU am Grenzpunkt der drei fränkischen Regierungsbezirke – dem Dreifrankenstein bei Burghaslach – statt. Eines der Hauptthemen war der Steigerwald.


“Dafür setzen wir uns ein”, versicherten es der Innenminister und mittelfränkische CSU-Vorsitzende sowie die beiden Staatssekretäre, “wollen den Steigerwald mit seinen Potentialen mit und nicht gegen die Menschen weiterentwickeln“. Mit ihnen gelte es, so Thomas Silberhorn (CSU-Bezirksvorsitzender Unterfranken), Nutzen und Schutz zusammenzuführen. Das unterstrich auch Gerhard Eck (Oberfranken), der es als demokratischen Grundsatz bezeichnete, die große Mehrheit der Menschen zu respektieren, die den Steigerwald in seiner momentanen Struktur erhalten, über seine weitere Entwicklung mitentscheiden wollen und sollen. In der Debatte des Für und Wider einer vollen Schutzzone dürfe es nach seiner Auffassung keine Gewinner und Verlierer geben, gelte es die Positionen sachlich abzuwägen.

Symbolkraft der Gemeinschaft

Innenminister Joachim Herrmann betonte die Symbolkraft des Treffens in herrlicher Landschaft für den Zusammenhalt der Franken, die ihre spezifischen Interessen in Bayern und Deutschland nur gemeinsam erfolgreich vertreten könnten. Zudem stehe das Treffen am ausgezeichnet ausgestalteten “Drei-Franken-Stein” für das Bekenntnis für die gleichwertigen Lebensbedingungen in den Städten wie im ländlichen Raum. Der müsse die gleichen Chancen in Bildung, Arbeit, medizinischer Versorgung und guter Verkehrsanbindung haben, gab Herrmann das Versprechen für eine starke zukunftsorientierte Politik und rief dazu auf, die Zukunft mitzugestalten.

Der Protest gegen ein "Naturreservat" wurde von den Gegner großer Schutzzonen im Steigerwald sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. © Harald Munzinger


Die Betonung der christlichen Grundwerte der Partei bezog Herrmann auch auf die weitere europäische Entwicklung. Bei allen unterschiedlichen nationalen Interessen seien gemeinsame Werte wichtig, zu denen man sich stolz bekennen und sie mit Begeisterung vertreten solle. 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten und 75 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges - unglaubliche Katastrophen für die Menschen mit Nachwirkungen bis in die Gegenwart - führte der Minister mahnend aus: “Wir wollen das in Europa nie wieder erleben”.

Eine Mahnung in der bislang längsten Friedensperiode, die vielen schon selbstverständlich erscheine. Sie sei das Ergebnis der europäischen Einigung, eingeleitet von großen Staatsmänner mit der Erkenntnis, dass es keinen Krieg mehr geben dürfe.

Alleine deshalb sei es “wichtig, mit Begeisterung für die Idee des vereinten Europa mit dem Frieden in Freiheit der Menschen auf dem Kontinent einzutreten”. Eine “Idee, die wir uns von niemand schlecht reden lassen” dürften, bei allen Kontroversen um nationale Interessen.

Starkes und schlankes Europa

Auch der Parlamentarische Staatssekretär Silberhorn befasste sich mit Europa, bedauerte das Abschneiden der CSU mit dem Verlust von zwei fränkischen Mandaten. Er sprach sich für ein starkes Europa dort aus, wo es um die Position in der Welt gehe, und für ein schlankes Europa nach innen, das nicht alles regulieren müssen, den Nationen ihre Handlungsspielräume lassen solle. Der Zusammenhalt habe durch die Zersplitterung in Einzelmandate unbekannter Gruppierungen noch mehr Bedeutung erhalten, führte Thomas Silberhorn aus. Für ihn ist es ein Treppenwitz, dass es dem Bundesverfassungsgericht nicht gelang, die NPD zu verbieten, ihr aber mit dem Wegfall der Mindestklausel (als einzigen großen Land Europas) die Tür ins Europaparlament öffnete.

Mit einem Blick auf die Wahl in der Ukraine, machte der Parlamentarier den Wert von Demokratie und Freiheit deutlich, rief dazu auf, entsprechend pfleglich damit umzugehen. Bei “landwirtschaftsfreundlichem Wetter” konnte sich die Schirmparade nur zwischendurch lichten, genoss das Jugendorchester der Kapelle Drei-Franken-Stein unter der Leitung von Norbert Volk die Unterstellhäuschen als “Konzertmuscheln“. Dass die Frankentransparente nur bei derlei Gelegenheiten in die Kameras gehalten würden, quittierte dies Thomas Silberhorn mit Ironie.

Nach Frankenlied und Nationalhymne sollten die Bürger Gelegenheit zu Gesprächen mit den Politikern haben, Kommunalpolitiker ihre Wünsche anbringen können, wozu Bürgermeister Armin Luther im Schlusswort ermunterte, in dem er ebenfalls den Wert des Miteinander an symbolträchtiger Stelle betonte. Sein vordringlicher Wunsch war der Ausbau der Staatsstraße von Burghaslach nach Neustadt, der er die Verbindung zur Kreisstadt stärken möchte. 

Harald J. Munzinger

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