19°

Montag, 21.05.2018

|

Drei Personen lebend gefunden: Hundestaffel erfolgreich

BRK-Rettungshundestaffel blickt auf ereignisreiches Jahr 2017 zurück - 29.01.2018 20:36 Uhr

BRK-Kreisvorsitzender Harry Scheuenstuhl (2. v. r.) und Geschäftsführer Ralph Engelbrecht (im Hintergrund) zeigten sich mit einigen Teams stolz auf die Rettungshundestaffel. © privat / BRK


Die Rettungshundestaffel hat derzeit 27 Mitglieder aus verschiedenen Bereitschaften des BRK Kreisverbandes Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, wurde bei deren Vorstellung mitgeteilt. Trainiert, aus- und weitergebildet werden momentan 25 Hunde. Auf 5085 ehrenamtlich geleistete Stunden summierten sich 2017 die Ausbildung von Hunden, Hundeführern und Einsatzhelfern, auf 660 Stunden die Einsätze.

Diese fanden im Landkreis sowie überregional unter anderem in den Landkreisen Ansbach, Hof, Nürnberger Land, Fürth und Erlangen-Höchstadt sowie im Raum Nürnberg, Würzburg und Bamberg statt. Zur Verstärkung der DRK-Staffel Bad Mergentheim war der auf die Personensuche spezialisierte "Mantrailer" angefordert worden. Dass "durch unsere Rettungshundestaffel drei Personen lebend gefunden werden konnten", macht die BRK-Führung stolz und dankbar zugleich, dass sich Einsatzkräfte mit ihren Hunden den damit verbundenen hohen Anforderungen stellen.

Die Aufgabe einer Rettungshundestaffel sei die Suche nach Personen, die aus den verschiedensten Gründen als vermisst gemeldet würden. Die Anforderung beziehungsweise Alarmierung erfolge durch die dafür zuständigen Behörden und Einrichtungen, wurde bei der Vorstellung der Staffel erklärt. Das "Standardeinsatzmittel" sei dabei der "Flächensuchhund". Dieser werde bei der Suche in Waldgebieten und unwegsamem Gelände eingesetzt. 

Vermehrt von Behörden eingesetzt

Deshalb besteht nach Auskunft der Staffel deren Hauptaufgabe darin, "Flächensuchhunde und ihre Hundeführer für diesen Einsatzzweck auszubilden". Diese arbeiteten selbständig und freilaufend, machten jegliche menschliche Witterung in dem ihnen zugewiesenen Suchgebiet aus. Dementsprechend schwierig bis unmöglich sei der Einsatz dieser Hunde in der Stadt.

"Unsere Einsätze finden bei jedem Wetter statt. Kann der Suchhubschrauber beispielweise wegen ungünstiger Wetterlage nicht fliegen, stehen wir mit unseren Hunden auch zum Absuchen von Freiflächen zur Verfügung", schildert die Staffel einen Teil ihres Aufgabenbereiches. Zur Unterstützung der Flächensuchhunde werden seit einiger Zeit auch vermehrt "Mantrailer" von den Behörden angefordert und dementsprechend eingesetzt. "Um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, bildet unsere Staffel ebenfalls ‚Mantrailer‘ aus, die die Spur einer bestimmten Person anhand ihres Individualgeruchs verfolgen können".

Neues Ausbildungsfeld Trümmersuche

Der Geruch eines Menschen sei genauso einzigartig wie seine DNA oder sein Fingerabdruck. Der "Mantrailer" sei in der Lage, so eine bestimmte Richtung, in die ein Mensch verschwunden ist, herauszufinden und zu verfolgen. Die "Flächenhunde" könnten dann gezielt in dieser Richtung eingesetzt werden, um die Umgebung großflächig abzusuchen.

Helden auf vier Pfoten: Die Rettungshundestaffel des Neustädter BRK war an der Rettung von drei Menschenleben beteiligt. Das Archivbild zeigt zwei ehemalige Rettungshunde des Neustädter BRK. © oh


Als weitere Ausbildungssparte wurde die "Trümmersuche" vorgestellt. In der Trümmersuche ausgebildete Hunde suchten in eingestürzten Häusern oder in anderen Verschüttungen unter den oft meterhohen Trümmerfeldern nach lebenden Menschen. Wichtig sei hierbei, dass die Hunde lernten, nur Lebendfunde anzuzeigen, um Bergekräfte und Rettungsmittel effizient und zielgenau einsetzen zu können. Die Trümmersuchhunde der BRK-Staffel aus dem Kreisverband waren beispielweise beim Sprechstoffanschlag in Ansbach zur Absicherung angefordert. Im Falle einer weiteren Sprengung hätte man sofort nach eventuellen Verschütteten in den Trümmern suchen können.

Leerstehendes Ladengebäude gesucht

Die Staffel verfügt nach BRK-Auskunft derzeit über acht Teams für die Flächensuche sowie zwei Teams für die Trümmersuche und einen Personenspürhund, den "Mantrailer". In der Ausbildung befinden sich acht Teams (Fläche), zwei Teams (Trümmer) sowie fünf für die Personensuche. Für die Einsatzfähigkeit seien auch ausgebildete Einsatzhelfer "notwendig und entscheidend". So dürfe ein Rettungshundeführer aus Sicherheitsgründen immer nur mit einem ebenso ausgebildeten Einsatzhelfer in den Wald gehen: "Deshalb    engagieren sich bei uns auch Personen, die keinen Hund haben."

Nötig seien auch entsprechende Trainingsgebiete, womit sich die BRK-Staffel mit der Bitte um größere Kooperationsbereitschaft an Jäger und Waldbesitzer wenden. Auch Kommunen beziehungsweise Grundstückseigentümer könnten die Ausbildung mit der Bereitstellung leerstehender Gebäude, Abrisshäuser oder Bauschuttdeponien und damit besonderen Trainingsmöglichkeiten unterstützen. Schließlich ist das Rote Kreuz auf der Suche nach einem leerstehenden Ladengebäude, Stall oder einer Halle für wetterunabhängige Trainingsmöglichkeiten und die längerfristige Unterbringung und Nutzung der Trainingsgeräte. Der BRK-Kreisverband vermittelt gerne den Kontakt zur Rettungshundestaffel.  

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Neustadt, Bad Windsheim