Samstag, 17.11.2018

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Ehemaliges Zisterzienserinnen-Kloster in Birkenfeld geöffnet

Reges Interesse an den Klosterführungen - 03.09.2018 19:21 Uhr

Erich Herndl führte die zahlreichen Besucher auch durch die „Unterkirche“. © Privat


Der größte Teil dieser imposanten Anlage ist in Privatbesitz und nicht zugänglich. Am Kirchweihsonntag hatte die Bevölkerung einmal Gelegenheit, sich in der Klosteranlage umzusehen, was reichlich genutzt wurde. Um 14 und 16 Uhr führte Erich Herndl die Besucher durch die Anlage. Zweimal war die Kirche mit 150 Sitzplätzen gut gefüllt.

Die Besucher erfuhren etwas über Entstehungsgeschichte und Nutzung des Areals. Von der Bauplatzauswahl an der Hutsbergpforte über die Initiatoren Burggraf Friedrich III und seine Gemahlin Helene von Sachsen bis hin zu den verschiedenen Nutzungen im Lauf der Zeit, berichtete Herndl mit profundem Wissen. So berichtete er unter anderem, dass die Unterkirche als Stall, die Gebäude und Keller als Brauerei, Sauerkrautfabrikation, Haarzurichterei und Pinselfabrik genutzt worden waren.

Heute wird die Anlage überwiegen zu Wohnzwecken genutzt, auch eine Ferienwohnung ist darunter. Ferner wird sie künstlerisch/handwerklich Nutzung. Auch versteckte Details wurden gezeigt wie das Äffchen oder die Ausgussvorrichtung für Weihwasser, die Piscina. Auch die Zisterzienser kamen nicht zu kurz und deren besondere Bewirtschaftungsform mittels Laienbrüdern beziehungsweise –nonnen, den Konversen. "Erstaunlich was alles in dieser Anlage steckt und was man alles darüber erzählen kann", stellten Teilnehmer der knapp anderthalbstündigen Führungen, denen sich im Festzelt noch "eifrige Gespräche" anschlossen.

Vorträge, Führungen und Ausstellung

Kooperationsprojekt "Vielfalt in der Einheit – Zisterziensische Klosterlandschaften in Mitteleuropa" im Kulturerbejahr soll das Bewusstsein für die gemeinsame, von Klöstern geprägte Kultur in Mitteleuropa gestärkt und der Blick auf die Klosterlandschaften geschärft werden. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim geschieht dies am Beispiel des einstigen Zisterzienserinnen-Klosters Birkenfeld. Dort fanden bereits ein Klosterspaziergang und eine Radtour sowie ein Vortrag des Historikers Dr. Wolfgang Mück über "Kloster Birkenfeld – Ein vergessenes Kleinod in Fränkischer Landschaft!“ statt."

Nun setzte Erich Herndl die Veranstaltungsserie fort. Am 16. September können sich Interessenten Wanderführer Robert Schütz bei einer etwa zehn Kilometer langen "Wanderung rund um das Kloster Birkenfeld" anschließen. Treffpunkt ist: 9.45 Uhr am Bahnhof Neustadt/Aisch, die Rückkehr 16.30 Uhr. Gewandert wird bei jedem Wetter; für Kinderwagen ist die Strecke nicht geeignet, teilt das Landratsamt mit.

Das kündigt für den 25. Oktober den Vortrag von Kreisheimatpfleger Dieter Mäckl "Der Grüne Mann – Ornamentik in Zisterzienserklöstern" an. Er findet ab 19 Uhr in der Klosterkirche Birkenfeld statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Schließlich vermittelt noch eine Wanderausstellung Eindrücke von den "Zisterziensischen Klosterlandschaften in Mitteleuropa". Sie wird bei freiem Eintritt ab 5. November in der Rathaus-Ehrenhalle zu besichtigen sein. 

nb/hjm

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