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Einmalige Atmosphäre beim "Fränkischen Sommer"

Kulturreferentin: "Erfolgreichste Saison ever" - Sonniges Finale - 14.08.2017 17:38 Uhr

Die Besucher genossen das letzte Konzert aus der Reihe "Fränkischer Sommer 2017". © Harald Munzinger


Grandioses Finale der bisher besten Saison des "Fränkischen Sommers 2017": Das Musikfestival mit erneut renommierten Solisten und Ensembles klang mit einem Wandelkonzert auf Schloss Seehaus aus, das die klangvolle Reise durch viele Epochen bei Konzerten in der gesamten Metropolregion mit Kompositionen von John Dowland bis Jörg Duda komprimierte.

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Ein letztes Mal Musik: Festival "Fränkischer Sommer" begeistert

Mit dem beliebten Wandelkonzert fand die Konzertreihe "Fränkischer Sommer 2017" nun ihren krönenden Abschluss. Auf Schloss Seehaus trafen sich Fans und Musikliebhaber aus der Region, um beim 33. und letzten Konzert der Saison dabeizusein.


Ein Zeitsprung über vier Jahrhunderte, der für ein besonderes Musikererlebnis in einem ganz speziellen Ambiente sorgte, das ebenfalls ein Stück der Philosophie des "Fränkischen Sommers" spiegelte: Musik auf das Land zu bringen und sie an besonderen Orten darzubieten. Dass dies auch in dieser Saison wieder mit tollen internationalen Künstlern in herrlichen Gebäuden erfolgt sei, würdigte Bezirksrätin Ingrid Malecha in Vertretung von Präsident Richard Bartsch das rundum gelungene Festival, das auf Schloss Seehaus "einen wunderbaren Abschluss" finden sollte.

Hier galt ihr Dank stellvertretend für die Gastgeber von 33 Konzerten in nur knapp drei Monaten Schlossherr Jan Kobow in der Doppelfunktion auch als mitwirkender Künstler ebenso wie den Sponsoren, ohne deren großzügige Unterstützung eine so prominent besetzte Musikreihe kaum möglich wäre. Besondere Anerkennung auch der Kulturreferentin des Bezirks, Dr. Andrea Kluxen, und stellvertretendem Landrat Bernd Schnizlein galt Intendant Julian Christoph Tölle, der sie mit einem sehr engagierten Team teilte und dabei Kulturmanagerin Friederike Schmiedl würdigte, die "mit einer Superorganisation einen großartigen Job" gemacht habe.

Den Sommer zurück gezaubert

Aber auch alle Kräfte, die im Hintergrund wirkten, sollten beim Finale Anerkennung genießen, unter denen die Musik als der große Magier ausgemacht wurde, der es schaffte, nach dessen nasser und kalter Pause den Sommer zurück zu zaubern. "Just in time" riss die Wolkendecke auf, die sich im Laufe des ersten Konzertdrittels restlos auflöste, die Frankensonne vom strahlend blauen Himmel auf die heitere Zeremonie auf Schloss Seehaus lachte.

In der "Orangerie" sang Tenor Jan Kobow ausdrucksstark Kompositionen des 17. Jahrhunderts mit dem damaligen Hang zur Melancholie, den der Lautinist und Komponist John Dowland musikalisch prägte. Die vom Protagonisten in einem Lied schwärmerisch besungene "wunderbar erledigte Arbeit" hätte auch Jan Kobow und seinem ebenso gefühlvollen Begleiter Axel Wolf (Laute) gelten können. Die gelegentlich zu vernehmenden Harfenklänge kamen aus dem Festsaal über den ehemaligen Stallungen, in dem die Soloharfinistin der Dresdner Philharmonie, Nora Koch, die Gäste mit ihrem variantenreichen Spiel mit vielen Effekten – die etwa das silberklare Quellwasser über die kleinen Steine springen ließen – so begeisterte, dass sich Bravorufe in den "donnernden Applaus auch der Füße" mischten.

Weltpremiere in Schlosskapelle

Die Musiker genießen den Abschlussapplaus beim Finalkonzert des "Fränkischen Sommers 2017". Der Kammerchor der Universität Erlangen-Nürnberg bot eine hochvirtuose 20-stimmige Komposition von Jörg Duda, einem Studienkollegen des Dirigenten und Intendanten Julian Christoph Tölle dar. © Harald Munzinger


Eine Weltpremiere erlebten die Besucher des ausverkauften Wandelkonzertes in der Schlosskapelle: Der Kammerchor der Universität Erlangen-Nürnberg bot eine hochvirtuose 20-stimmige Komposition von Jörg Duda, einem Studienkollegen des Dirigenten und Intendanten Julian Christoph Tölle dar. Dass sich der Chor dieser besonderen Herausausforderung "ohne Netz und doppeltem Boden" stellte, quittierte Tölle ebenso mit höchster Anerkennung, wie jüngste Konzerte mit Weltstars auf der Bühne – unter anderem die "Schubertiade" – in die er das Publikum mit "richtig tollem Klatschen" in ein laustarkes Kompliment einstimmen ließ. Das sollte auch für die weiteren Darbietungen mit den Klangbildern gregorianischer Gesänge gelten.

Da der Zauber der Musik für das Wunder des Sommers gesorgt hatte, gab es vor begeistertem Publikum im Schlossgarten Zugaben von einem Gesangsquartett, bei dem Julian Tölle einspringen "musste", und in das immer wieder Axel Wolf mit Saxophonimprovisationen einstimmte, einem "großräumig inszenierten" Lied von Jan Kobow sowie dem Schlussakkord des Fränkischen Sommers 2017 des großen Kammerchores.

"Ich bin stolz und dankbar, im Land dieses Festivals zu sein", erklärte Intendant Tölle, der sich mit den vielen positiven Feedbacks bestätigt sehen konnte, dass das Konzept der Konzertreihe "mit dem Schwerpunkt Barock, aber auch Ausflügen in andere Epochen bis ins 20. Jahrhundert" aufgegangen war. Besonders freute er sich, dass das Publikum sehr gut auf moderne Kompositionen reagiert habe, die oft als "schräges Zeug" abgetan würden. Dass sie auch sehr schöne Musik bieten, sollte beim Finale bewiesen werden.

Auch Kulinarik im Fokus

Darüber ließ sich in schöner Atmosphäre plaudern und auch jener Teil des "Fränkischen Sommers" genießen, der in dieser Saison mit regionalen Gaumenfreuen mit im Fokus stehen sollte. "Besonders der Sinn für Kulinarik soll vermehrt Beachtung finden und die Konzertabende bereichern", war es im Frühjahr zu "Kultur, Musik und Kulinarik" angekündigt worden. In Markt Nordheim hat dies mit erlesenen Weinen sowie süßen wie herzhaften Spezialitäten schon Tradition.

Dass Dr. Julian Christoph Tölle für "ein hochkarätiges Programm und außergewöhnliche Erlebnisse" stehe, hatte Bezirkstagspräsident Richard Bartsch zum Start der Konzertreihe nicht zu viel versprochen, sich der Intendant die Vorschusslorbeeren in hohem Maße verdient. Bis auf Zahnfleisch, auf dem man nach 33 Konzerten gehe, wie er die damit verbundenen Anstrengungen bekannte, ausgeglichen jedoch durch die vielen Glücksmomente der Musik. Nun sind zwei Jahre Verschnaufpause, um dann – so Bartsch – "Mittelfranken wieder in eine große musikalische Bühne zu verwandeln".

Darin stimmten die Kulturreferentin des Bezirks Dr. Andrea Kluxen mit Bezirksrätin Ingrid Malecha und den zahlreichen Besuchern aus der gesamten Metropolregion überein, die das Finale bei strahlendem Sonnenschein und einen ebenso strahlenden Intendanten Julian Tölle genossen. Der hatte dazu auch allen Grund: "Mit tollen Künstlern ging die bisher erfolgreichste Saison ever zu Ende", wofür Kluxen Dr. Julian Christoph Tölle dankte.

Das Publikum tat es mit herzlichem Applaus nach drei Konzerten aus drei Epochen und einer improvisierten Zugabe im Schlosspark, dessen einmalige Atmosphäre den abschließenden Höhepunkt des "Fränkischen Sommers 2017" abrundete. 

hjm

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