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Einweihung des Bürgerhauses in Markt Erlbach

Positive Resonanz für ein gelungenes Projekt - 28.10.2012 19:59 Uhr

Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß freut sich an der Bildtafel des Millionenprojektes über den neuen Impuls im Gemeindeleben. © Munzinger


Fünf Jahre liegen zwischen dem ersten Gespräch über die Rettung eines bedeutsamen Gebäudes im Ortsbild mit neuer Nutzung des Traditionsgasthauses und der Einweihung des „Bürgerhauses“, zeigte Stifterin Marianne Teichmann einen langen und mitunter auch steinigen Weg auf. Mit ihrem verstorbenen Mann Leonhard (Markt Erlbacher Ehrenbürger) hatte sie das Projekt angestoßen, dafür die Kommunalstiftung zur „Förderung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens sowie der Aktivitäten ortsansässiger Vereine und Gruppierungen“ gegründet. Von mancherlei Widerständen hatten sich weder das Paar Teichmann noch Bürgermeister Peter Rudolf entmutigen lassen, wofür Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß ihnen als den maßgeblichen Persönlichkeiten dankte, „die daran beteiligt waren, dass aus unserem Gasthof 'Zum Löwen' ein Bürgerhaus wurde“.

Zu ihnen zählte sie auch die ehemalige Wirtin Anni Popp mit dem legendären „Europawirt Heiner“. Das erfolgreich abgeschlossene Projekt – ein Baudenkmal „mit exponierter Stellung im Straßenraum“ und der Geschichte einer Traditionswirtschaft zu erhalten und zugleich den Vereinen wieder ein Domizil zu geben – sollte viele Väter haben, wie es die Bürgermeisterin bei der Einweihung des „Bürgerhauses“ deutlich machte. Das war der Gemeinderat, der sich in vielen Sitzungen mit der Millioneninvestition befasste. Es war ferner Eberhard Pickel (Bezirksregierung), der über die Städtebauförderung die „Schlüsselrolle“ für die finanzielle Bewältigung hatte. Und es war Oberkonservator Thomas Wenderoth mit der denkmalpflegerischen Begleitung und schließlich der Planer Karl-Heinz Liebberger. Dr. Kreß bezog auch den aktiven „Bürgerbeirat“ in ihre Dankadressen ein: „Es war enorm, was hier geleistet wurde“. Solches bürgerschaftliches Engagement sollte die Bürgermeisterin bestärken, „dass wir mit dem Bürgerhaus den richtigen Weg gehen“. Vielfältige Aktivitäten und der starke Zuspruch, den man auch bei der Einweihungsfeier mit dem „Tag der offenen Tür“ von mehreren Hundert Besuchern erfuhr, machten Dr. Birgit Kreß zuversichtlich: „In Markt Erlbach steppt künftig nicht der Bär, sondern der Löwe“ (mit dem bewahrten Wirtshausnamen).

Hohe Förderung erfahren

In den Komplex mit der erhaltenen sowie reaktivierten Bausubstanz und einem modernen Anbau für den behindertengerechten Zugang zu den drei Etagen wurden 1,6 Millionen Euro investiert. Durch die Aufnahme in ein Programm des Europäischen Fonds für Entwicklung konnte eine Förderung in Höhe von 900000 Euro erreicht werden. Weitere 107500 Euro erhielt Markt Erlbach von der Landesstiftung für Denkmalpflege und 3500 Euro steuerte der Landkreis bei. Da er eine Förderung versagte, fehlte der Bezirk auf Gästeliste des Festaktes. Versöhnt wäre man mit ihm, wenn er seine Denkmalprämierung im „Bürgerhaus“ durchführen würde, ließ Dr. Kreß den Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch wissen, empfahl das „Bürgerhaus“ auch schon mal für einen Denkmalpreis.

Das „Bürgerhaus zum Löwen“ bewahrt Bau- und Wirtshauskultur im Zentrum der Marktgemeinde. © Munzinger


Für die Bürgermeisterin und alle, die mit ihr im „Bürgerhaus-Boot“ ruderten, war es wichtig, dass die Vereine – gemäß de Stiftungsauftrag – „ein neues Zuhause und wir Leben im Kernort haben“. Dazu trägt auch die evangelische Bücherei bei – bisher auf 20 Quadratmetern Kellerräumen im Gemeindehaus untergebracht – die sich nun auf 60 Quadratmetern im lichtdurchfluteten Obergeschoss des „Bürgerhauses“ mit ihrem reichhaltigen Angebot präsentieren kann. Dies sollte bei den zahlreichen Besuchern am „Tag der offenen Tür“ ebenso Eindruck machen, wie ein großer Gastraum mit Nebenzimmer und Küche sowie der Saal mit Galerie und ein geräumiges, helles „Stifterzimmer“, was insgesamt vielfältige Nutzungsmöglichkeiten eröffnet.

Beirat sorgt für die Impulse

Definiert ist die kommunale Stiftung „Bürgerhaus“ als „ein Begegnungszentrum mitten im Ortskern für alle Altersgruppen unserer Markt Erlbacher Bürgerinnen und Bürger, der Vereine, der Unternehmen und anderer Gruppierungen“. Schon jetzt „gebuchte“ Aktivitäten sind wöchentliche Proben des Rangau Musikzuges und der Blaskapelle, die zum Einweihungsfest mit Weißwurstfrühstück und prächtigem Kuchenbuffet zünftig aufspielten, sowie des Gesangvereins, monatliche Zusammenkünfte des Seniorenbeirates, Lesungen der Bücherei sowie Veranstaltungen des Kulturbeirates. Auch diverse Vereinsveranstaltungen und Seminare sind angemeldet, so dass am Mittelpunkt Europas, denn der „Popp'n Heiner“ auf den Wirtshausboden gemalt hatte, in der Tat „der Löwe steppt“. Ein Bürgerhausbeirat soll „dem Leben im Haus Impulse geben“, wünscht sich Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß.

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Bürgerhaus in Markt Erlbach eingeweiht

In Markt Erlbach wird ein ehemaliges Traditionsgasthaus zum neuen Treffpunkt.


Regierungsvizepräsident Dr. Eugen Ehmann hat die Markt Erlbacher aufgerufen, das „Bürgerhaus“ für einen „regen und intensiven Meinungs- und Informationsaustausch zu nutzen, damit hier ein Ort der Begegnung und des guten Miteinanders entsteht“. Mit dieser Zweckbestimmung hatte das Stifterehepaar Teichmann – dem eine Tafel gewidmet ist - das Gasthaus einst erworben und der Gemeinde übertragen. Gesegnet wurde das „Bürgerhaus“ vom Evangelischen Ortsgeistlichen Daniel Eichinger und dem Katholischen Dekan André Hermany. Marktvogt Petrus Huber sorgte für einen respektvollen Empfang der mit Fanfarenklängen begrüßten Gäste. 

Harald J. Munzinger

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