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Erster "EigenArt-Preis" in Dachsbach verliehen

Lettischer Künstler Aris Seglins überzeugte mit Objekten im Wasserschloss - 08.05.2017 16:27 Uhr

Der lettische Künstler Aris Seglins aus Roth (2. v. r.) ist der erste "EigenArt"-Preisträger, dessen Porzellan- und Steinzeugarbeiten Objekte die Jurymitglieder Thomas Rudloff und Heidi Kippenberg (v. l.) sowie Alexandra Graf überzeugt Hatten. © oh


Die Aufgabe sei jedoch reizvoll und spannend gewesen, die Rudloff "ehemaliger Kunsterzieher und Künstler auf Lebenszeit" mit der Keramikerin Heidi Kippenberg und der Mediendesignerin Alexandra Graf übernommen hatte. Rudloff ging auf den eigenen Charakter der Ausstellungen im ehemaligen Dachsbacher Wasserschloss ein, der schon dadurch sichtbar werde, dass die Grundschule immer mit Schülerarbeiten vertreten sei. Schon das sei "bemerkenswert, führt es doch die Schüler an die Kunst und die Öffentlichkeit heran". Die Rauheit des Ortes vermittle "Einfachheit, ja Kargheit, aber auch Offenheit. Offen für vielerlei Persönlichkeiten und Werke, die, wie dieses Bauwerk, gewachsen sind".

Besonders passend zum Ambiente fand die Jury die Flechtarbeiten von Elke Hegmann oder die "rauen Gemälde von Gerti Koch, die hier wie selbstverständlich zu Hause wirken". Beeindruckt hatte auch Simone Lorenz, die mit ihrer Papierkunst den schönsten Stand gehabt habe. Besondere Wirkung entfaltet hätten die oft wie Holz oder Bronze aussehenden Keramiken mit breitem Ausdrucksspektrum von Friedel Neupauer im Gewölbekeller. Rudloff: "Oft ist es aber gerade der Kontrast zum Ausstellungsort, der die Objekte reizvoll und immer wieder überraschend in neues Licht rückt".

 "Perfekte handwerkliche Ausführung"

Ausschlaggebend für den erstmals vergebenen Preis sollten für die Jury die Objekte des aus Lettland stammenden Porzellan/Design-Künstlers Aris Seglins sein, "die durch perfekte, ja herausragende handwerkliche Ausführung und sehr eigenwilligem, auf dem Suprematismus beruhendem Design und kompromisslos zeitloser Grafik bestechen". Überzeugt hatten Kippenberg, Graf und Rudloff , "dass er seine Formen selbst herstellt, dass er seine Porzellane mehrmals brennt, auch reduzierend und ein Produkt gestaltet, das uns fast zu perfekt vorkommt. Einen größeren Kontrast zum Alten Wasserschloss können wir uns fast nicht vorstellen".

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Dass es sich die unabhängige Jury nicht leicht gemacht und auch die anderen Künstler sehr anerkennend einbezogen habe, freute Wolfgang Vogl, der die Anregung des Preises als einen Anreiz für die Künstler eingebracht hatte, auch sehr hochwertige Exponate auszustellen, die bei einer Galerie dieser Art nicht vorrangig auf den Verkaufserfolg abzielten, sondern deren angestrebtem hohen Niveau entsprächen. Dies sei denn auch der Fall gewesen und von den Besuchern gewürdigt worden. Dass es in diesem Jahr insgesamt weniger als gewohnt waren, lag nach Vogls Einschätzung an der unglücklichen Terminüberschneidung mit einem Riesenflohmarkt, der sich auf das "Schränkla-Areal" ausdehnte und deshalb dieser Ausstellungsort ausgeschlossen wurde.

Auch wenn dies von vielen Kunstfreunden aus der Region bedauert wurde, hatten sie zugleich Verständnis für die Entscheidung gegen eine Mischung von "Kunst und Krempel" sowie auch für die Absage aus Sicherheitsgründen. Die "EigenArt" sei dennoch "gut angenommen worden", man also der Resonanz ganz zufrieden, so Wolfgangs Vogls positive Bilanz auch im Hinblick darauf, dass sich durch die etwas geringere Besucherzahl die Gelegenheit zu vielen tollen Gesprächen von Gästen und Ausstellern" ergeben habe. Vogl und das Galerieteam konnten sich zudem über viele anerkennende Kommentare zur Auswahl der 14 Künstlerinnen und Künstler freuen, die zum Teil spannende Einblicke etwa in die Flechtkunst oder die professionelle Porzellanmalerei sowie auch in die Bildhauerei gaben.

So waren denn auch die Vorschusslorbeeren bei der Vernissage von den Abgeordneten Gabi Schmidt und Hans Herold (zugleich Landratsvertreter) sowie Dachsbachs Bürgermeister Hans-Jürgen Regus angebracht, die vom Männergesangverein schon traditionell ausgestaltet wurde. Tradition ist auch bereits die Einführung durch Prof. Dr. Ing. Ingo Klöcker, diesmal mit Betrachtungen über den vielfältigen Werkstoff Papier. Mit der Kunst der Töne begeisterten der Akkordeonsolist Heinz Aumüller sowie der Gitarrenvirtuose Stefan Grasse.  

hjm

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