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"Fäkalienregen" in Uehlfeld: Polizei löst Fall im Internet

Vorfälle aus den Jahren 2011 und 2012 brachten die Beamten auf die richtige Spur - 21.08.2017 14:36 Uhr

Ein Mückenschwarm soll an den Häusern in Uehlfeld zerschellt sein. © Uehlfeld


Mitte Juli und August stellten Bewohner in Schornweisach mit Schrecken fest, dass ihre Grundstücke aus unerklärlicher Ursache mit Exkrementen verunreinigt wurden. Die Neustädter Polizei ging zunächst davon aus, dass die Fäkalien aus großer Höhe "niedergingen". Sprich: Aus einem Flugzeug.

Intensive Befragungen im Ort und Rücksprachen mit den Luftfahrtämtern führten nun zu der Erkenntnis, dass es keine Hinweise auf ein sträfliches Verhalten von Personen gibt. Die Polizei schloss sowohl die Entleerung einer Flugzeugtoilette als auch Güllespritzer als Ursache aus. Stattdessen brachten Internetrecherchen die Beamten auf die richtige Spur, denn 2012 kam es in Thüringen zu einem ganz ähnlichen Vorfall.

Zum Beweis schicken die Beamten in der Pressemitteilung gleich folgenden Link mit: "http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/blaulicht/detail/- /specific/Faekalienspritzer-verunreinigen-Muehlhaeuser-Wohnhaus-414603988", so die Polizei.

Damals untersuchte das Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz die Fäkalienspritzer und kam zu dem Ergebnis, dass menschlicher oder tierischer Kot höchstwahrscheinlich ausgeschlossen werden können. Sie konnten stattdessen in der Untersuchungsprobe Insekten nachweisen, jedoch nicht die genaue Insektenart.

In weiteren Nachforschungen stieß die Polizei auf einen ebenfalls ähnlichen Vorfall auf der Insel Usedom im Jahr 2011. Dort schaffte es das Landeskriminalamt das Phänomen aufzuklären: Ein Insekt, die sogenannte Zuckmücke, die in großen, tanzenden Schwärmen auftritt, sorgte für die Verunreinigung an den Häusern.

Auch wenn in Schornweisach niemand jemals solche Insekten beobachtet hat, geht die Polizei mittlerweile dennoch von solch einer natürlichen Ursache für die Verschmutzungen aus.


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