Donnerstag, 15.11.2018

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Fernseh-Fasching vom Feinsten: "Franken Helau"

Erste TV-Show aus dem Landkreis als närrische Koproduktion - 13.01.2018 12:43 Uhr

Die Gemeinschaftsgarde der drei Gesellschaften wusste sich ausgezeichnet in Szene zu setzen. © Harald Munzinger


Wenn am 20. Januar auf den Bildschirmen "Mittelfranken im Dreieck springt", ist dieses Motto der TV-Schau "Franken Helau" wörtlich zu nehmen. Denn gestaltet wird die "kleine Schwester" der "Fastnacht in Franken" vom närrischen Dreieck Emskirchen, Ipsheim und Markt Bibart. Zur besten Sendezeit werden Garden über die Bühne wirbeln, wird gesungen, musiziert und über Ehrenamtsopfer, Joker, die "Dramaqueen" oder Winnetous "wahre Geschichte" in der Bütt "vom närrischen Leder" gezogen. Dabei legen sich rund 80 Aktive der Fastnachtsgesellschaften "Prunklosia Schwarz Weiß" Emskirchen, "AlZiBib" Markt Bibart und des TSV Emskirchen mit viel Charme und Esprit, Akrobatik, originellen Choreografien und jede Menge Humor ins Zeug.

Schließlich kann nach den Erfahrungen des letzten Jahres in Marktredwitz in Bayern mit über 800.000, bundesweit mit 1,7 Millionen Zuschauern gerechnet werden, ein Potenzial von 200 Jahren ausverkauften Prunksitzungen. Mit entsprechender Anspannung und Aufregung ging es an die ersten Proben in der Markt Bibarter Mehrzweckhalle. Dass diese nicht wieder zu erkennen sei, machte der Bayerische Rundfunk mit einer farbenprächtigen Dekoration sein Versprechen in den Vorgesprächen mit den drei Gesellschaften wahr, die zur ersten TV-Sendung "Franken Helau" aus dem Landkreis unter den mittelfränkischen Bewerbern ausgewählt worden waren. "Unsere Redaktion hat beim Casting und in Gesprächen mit den drei Vereinen das große Potential der Fastnachter hier erkannt" erklärte dazu Dr. Kathrin Degmair, Leiterin des BR-Studios Franken, erfreut in Westmittelfranken zu sein und überzeugt, dass "wir gemeinsam eine tolle Sendung gestalten werden".

Die Präsidenten Stephan Kreuzer, Sabine Wittmann und Bernd Rauscher (v. l.) werden auf ihre Auftritte vorbereitet. © Harald Munzinger


Mit "Franken Helau" verfolge der Bayerische Rundfunk in Zusammenarbeit mit dem Fastnacht-Verband Franken e.V. das Ziel, "Fastnacht, Fasching und Karneval in seiner ursprünglichen Form zu bewahren und einem großen Publikum zu präsentieren". Dies geschehe abwechselnd aus den drei fränkischen Regierungsbezirken. Die Auswahl treffe der Fastnacht-Verband Franken in Abstimmung mit dem BR. Dies gilt auch für die Zusammenstellung des Programmes, was Anfang Dezember bei einem Casting von früh bis in den späten Abend in der Emskirchner Bürgerhalle erfolgt war.

Die Rolle der "bösen Buben"

"Wir nehmen damit den Gesellschaften die Entscheidung ab und die Schuld auf uns", erklärten sich der Präsident des Fastnachtsverbandes Franken, Bernhard Schlereth, und der "operativ verantwortliche" BR-Redakteur Rüdiger Baumann als "die bösen Buben". Da nicht alle Darbietungen ins straffe Programm genommen werden könnten, würde die Auswahl in den Gesellschaften nur für böses Blut sorgen, da ja alle Aktive gerne die einmalige Chance nutzen würden, sich im Fernsehen zu präsentieren. Ehe dies nun bei "heißen Proben" und der Generalprobe vor der Aufzeichnung erfolgte, rollte der Bayerische Rundfunk mit gewaltigem Equipment an, baute um die Markt Bibarter Mehrzweckhalle eine Wagenburg auf, verlegte etliche Kilometer Kabel, installierte die aufwendige Licht- und Tontechnik, verwandelte die Halle in eine "Narrhalla" und richtete im Obergeschoss die Regiezentrale ein.

Nina Chocholaty aus Markt Bibart hat als Sitzungspräsidentin der Narren-Nachwuchs-Sendung "Wehe wenn wir losgelassen" schon TV-Erfahrung. © Harald Munzinger


Gut 50 Personen stark sei nach Auskunft von Rüdiger Baumann das Team für eine solche Produktion, bei der Rundfunk und Fastnachtsverband die Fäden ziehen, an denen das Licht punktgenau ausgerichtet, jede Bewegung und alle Übergang im exakten Zeitplan gesteuert werden. Da hieß es bei den ausgedehnten Proben immer wieder einmal von Regisseur Frank Jessenberger in Abstimmung mit den fünf Kamerateams "alles auf Anfang". Etwa wenn Ausmarsch oder Auszug der 24 Tänzerinnen der Gemeinschaftsgarde besser zu gestalten waren. Oder die Markt Bibarter Sitzungspräsidentin Sabine Wittmann etwas langsamer über die Bühne gehen und ihr Emskirchner Kollege Bernd Rauscher in der Rolle des schlagfertigen Kellners vielleicht doch lieber von der anderen Seite kommen sollte. Auch für den Präsidenten der TV-Sitzung Stefan Kreuzer (Ipsheim) mit seinem gemischten Elferrat gab es das Coaching für das telegene Erscheinungsbild.

Ein spannendes Geduldsspiel

Ein anstrengendes und doch zugleich spannendes Geduldsspiel für alle Beteiligten auch auf der Bühne, die Nina Chocholaty, Sitzungspräsidentin der Narren-Nachwuchs-Sendung "Wehe wenn wir losgelassen", musikalisch freigab und auf der sich Garden und Büttenreden in flotter Folge abwechselten, um daraus "ein sendbares Format zusammenstellen". Hinter der nüchternen Fachsprache stecken viele Emotionen, schließlich stehen Laien vor den Kameras und einem Millionenpublikum, wissen es die Experten von Rundfunk und Fastnachtsverband mit der Erfahrung aus 20 Sendungen "Franken Helau". So führen sie denn auch die Akteure stets hilfsbereit zur idealen Darbietung und wissen, dass alle Anstrengungen "ein wahnsinnig tolles Ereignis" lohnt, auf das "alle zu Recht stolz sein dürfen". Und auch für ihre eigenen Sitzungen viele Anregungen mitnehmen, wie Präsident Schlereth, Redakteur Baum und ihr Team immer wieder viel Dank erfahren, wenn sich alle Aufregung auch beim Auftritt vor prominenten Gästen im Publikum gelegt hat.

Unter denen mochte sich Bundesagrar- und -verkehrsminister Christian Schmidt nach dem Berliner Sondierungsmarathon entspannen, auch Landespolitiker bei dem närrischen Treiben auf der Bühne die Alltagsthemen ausschalten, da es Politik in der Bütt‘ bestenfalls in homöopathischer Dosierung geben sollte. Zu den Aktiven aus Markt Bibart, Ipsheim und Emskirchen hat der Bayerische Rundfunk Klaus Karl Kraus und Christoph Maul aus Schillingsfürst eingeladen. Wenn an Samstag, 20. Januar, ab 20.15 Uhr "Franken Helau" ausgestrahlt wird - Wiederholung am Rosenmontag ab 10.05 Uhr Fastnachtsdienstag und jederzeit in der Mediathek zu sehen – und die Zuschauer an den Bildschirmen den Eindruck einer Livesendung haben, wissen nur die mittelbar Beteiligten, dass hinter 90 Minuten Frohsinn eine gute Woche intensiver Arbeit steckt. Die Aktiven der drei Gesellschaften stehen dann schon wieder im "lokalen Rampenlicht". 

Harald J. Munzinger

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