Montag, 10.12.2018

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Feuerwehrhaus: Raumkonzept überdenken

Grüne Stadtratsfraktion weist auf Kostenentwicklung hin - 05.12.2018 14:42 Uhr

Zu groß dimensioniert ist nach Einschätzung der Grünen Stadtratsfraktion das neue Feuerwehrhaus. Sie will das Raumkonzept noch einmal erörtert wissen. © Harald Munzinger


Bereits zweimal hätten sie in Erfahrung bringen wollen, warum das neue Feuerwehrhaus in Neustadt wesentlich größer sein müsse, als Anlagen vergleichbarer Städte in der Region, hätten aber "noch immer wir keine Antwort erhalten" beklagt es die Fraktion der Grünen. In vergleichbaren Städten hat sie die Anzahl der Tore zu den Stellplätzen als Marker für die Dimension des Feuerwehrhauses ermittelt, das in Neustadt mit 20 Toren geplant ist. Lediglich Bad Windsheim machte sie mit 17 plus 1 ähnlich groß aus, während etwa Treuchtlingen, Langenzenn bei ebenfalls rund 13.000 Einwohnern mit 8 plus 1, Höchstadt mit 8 plus 2, selbst Neumarkt oder Kitzingen mit 40.000 beziehungsweise 21.000 Einwohnern mit 12 und 13 auskämen, Neustadt/Saale bei 16.000 Einwohnern mit 8.

Die Häuser in Langenzenn - mit im Jahr 2015 etwa gleich vielen Einsätzen wie in Neustadt - und Treuchtlingen seien fertig geplant und würden demnächst gebaut. Beide Städte hätten ebenfalls Stützpunktfeuerwehren. Im Internet könne man gut verfolgen, "wie der Stadtrat von Treuchtlingen versucht hat, ihr neues Feuerwehrhaus kleiner beziehungsweise  billiger zu bekommen" führen die Grünen in ihrem Schreiben zu dem etwa sechs Millionen Euro teuren aus, in dem beispielsweise ein Stellplatz, der Waschraum und der Rüstraum zusammengefasst würden. Zudem sei mehrmals der ausersehene Standort geändert worden.

Anderer demokratischer Prozess

Monika Gaubitz, Günther Leidenberger, David Muck und Reinhold Schultheiß kommen in ihrem Schreiben an Bürgermeister und Ratskollegium zu dem Schluss. "Offensichtlich war in dieser Stadt dieser demokratische Prozess möglich, ohne dass man als Stadtrat, der sich entsprechend eingesetzt hat, gleich als Gegner der Feuerwehr oder als Person, dem die Natur wichtiger als das Menschenleben ist, hingestellt wurde".

Mit dem neu einzuführenden Container-Rollsystem lässt sich nach Auffassung der Grünen-Fraktion die geplante Gebäudegröße allein nicht erklären. Sie zitiert aus einem Bericht des Kreisfeuerwehrverbands Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, wonach "der Einzug in das "Wechsellader-konzept" mittelfristig die Ersatzbeschaffung von Einzelfahrzeugen ersetzt und damit auch ein Einsparungspotential eröffnet, ohne dabei die Einsatzbereitschaft und Verfügbarkeit der einzelnen Komponenten zu verringern." Dass man die übrigen Container Zug um Zug anschaffen könne, wenn sowieso Fahrzeuge ausgetauscht würden, wird zudem auf einen Bericht aus einer Kreisausschusssitzung im Juni 2016 Bezug genommen.

Weitere Kostensteigerung möglich

Mit der zunehmenden Größe des Feuerwehrgebäudes stiegen auch die Baukosten, weisen die Grünen auf die jüngste Kostenschätzung von 9,1 Millionen Euro hin und erinnern daran, dass Bürgermeister Klaus Meier vor Jahresfrist sieben Millionen Euro als "Schmerzgrenze" genannt habe. In der neuen Berechnung fehlten zudem "noch die Rodungsarbeiten, die Neuschaffung der für die Abholzung notwendigen Ausgleichsflächen, die Ausgleichsmaßnahmen für die Beseitigung der Hochwasserfläche vor dem Bahndamm und die Umverlegung des Schmutzwasserkanals, der in das spätere Biotop Lachgraben fließt". Bis jetzt könne man "nicht davon ausgehen, dass die Entsorgungskosten des Bahndamms - falls doch weitere Schadstoffe gefunden werden - und die Kosten der Tiefengründung nicht noch erheblich steigen".

Dieses große Gebäude müsse natürlich auch betreut, gepflegt und erhalten werden, was die Feuerwehr in Zukunft zusätzlich belasten werde, führen die Grünen weiter aus: "Damit sind auch Folgekosten verbunden, die bei einem kleineren Haus niedriger sind. Einen weiteren Vorteil hätte die Verkleinerung des Gebäudes, für das leichter eine andere Fläche zu finden wäre". Wenn Bürgermeister Meier immer wieder betone, mit dem Geld der Stadt so umgehen, als wenn es sein eigenes wäre, kann dies Fraktion der Grünen auf den Bau des neuen Feuerhauses bezogen "momentan nicht erkennen". 

hjm

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