Sonntag, 18.11.2018

|

Finanzielle Anspannung in Tierheimen

SPD-Politiker vom Tierheim Unternesselbach "sehr beeindruckt" - 04.09.2018 15:15 Uhr

MdL Herbert Woerlein, Ulrike Vogel, MdL Harry Scheuenstuhl, Bezirksrat Ronald Reichenberg und Wolfgang Bläsing (v. l.) bei der Visite der SPD-Politiker im Tierheim Unternesselbach. © privat


Bei einem Rundgang durch die Anlage wurden die einzelnen Stationen gezeigt und erläutert. Besonders stolz sei man, so die Tierheimleiterin Ulrike Vogel, bisher alle Tiere vermittelt zu haben. Lediglich vereinzelt nehme dies längere Zeit in Anspruch. Dennoch gebe es naturgemäß auch Probleme durch die bellende Hunde; aber in Unternesselbach sei man mit der Bevölkerung gut klar gekommen. 

Insgesamt habe das Tierheim nun eine festangestellte Ganztagskraft und vier weitere Teilzeitkräfte und ehrenamtliche Helfer, wie der Vorsitzende des Tierschutzvereins Neustadt/Aisch und Umgebung e.V., Wolfgang Bläsing die Gäste informierte. Daneben freue sich die Tierheimleitung, wenn sich Schülerinnen oder Schüler im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Schuljahres (FSSJ) für eine Tätigkeit im Tierheim entscheiden. 

Auch in diesem Jahr können sich Schülerinnen und Schüler wieder im Rahmen des FSSJ im Tierheim in Unternesselbach melden. Für interessierte Schülerinnen und Schüler bestehe auch die Möglichkeit, am 9. September beim "Tag der offenen Tür" im Tierheim Kontakt zur Tierheimleitung aufzunehmen. Auch am Ferienprogramm der Stadt Neustadt beteilige sich das Tierheim mit sehr großem Erfolg. Auch damit werde, so Bläsing eine große Akzeptanz in der Bevölkerung geschaffen. 

Die immer schärfer werdenden Quarantänevorschriften brächten das Tierheim auch an räumliche Kapazitätsgrenzen, weshalb eine Erweiterung, eventuell auch an einem anderen Standort wünschenswert wäre. Doch hier sei die Finanzierung schwierig. Die laufenden Betriebskosten seien jedoch weitestgehend gesichert. Zum einen über Spenden, auch Futterspenden, aber auch durch die Fundtierverträge mit den Gemeinden und Städten. Hier zahlen die Vertragsgemeinden einen kleinen Beitrag pro Einwohner von 50 Cent jährlich. Damit seien alle Kosten eines Fundtieres abgegolten. Ansonsten müsste das Tierheim bei nicht Vertragsgemeinden die tatsächlichen Kosten in Rechnung stellen, Diese würden schon mal schnell einige hundert Euro betragen, so Bläsing. 

Richter verschärfen Finanzierungsprobleme

Diese Probleme wurden nach Feststellung des tierschutzpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Herbert Woerlein, durch eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes und des Bundesverwaltungsgerichts verschärft, da beide Gerichte einen Kostenerstattungsanspruch von Tierheimen für Fundtiere nur bejahen, wenn diese Fundtiere vorher beim zuständigen Fundbüro der Gemeinde abgegeben wurden. Ein Antrag der SPD Fraktion, die Staatsregierung möge sich auf Bundesebene für eine umgehende Anpassung der Fundrechtsvorschriften einsetzen, wurde durch die CSU-Mehrheit erst vor kurzem abgelehnt.

Weitere Anträge zur Verbesserung des Tierschutzes und der Stellung der gut 80 Tierheime in Bayern, welche die Gemeinden in ihren Pflichtaufgaben durchaus entlasten, seien ebenfalls durch die CSU-Mehrheit im Landtag und en Ausschüssen abgelehnt worden, bedauerte MdL Scheuenstuhl. So etwa der Antrag auf eine Förderung der bayerischen Tierheime durch Investitionskostenzuschüsse als auch die Schaffung eines Aktionsplanes zur Gewährleistung des Tierschutzes in Bayern sowie die Sicherung der Tierheime und Stärkung der Behörden im Bereich des Tierschutzes. 

Aber nur so hätten die Behörden in Zusammenarbeit mit den Tierheimen Möglichkeiten gegen illegale Tiertransporte, insbesondere von Welpen, vorzugehen, wie Scheuenstuhl und Woerlein übereinstimmend erklärten. Beide zeigten sich abschließend von der sehr guten Führung und dem jährlichen Programm des Tierheims, mit dem in der Bevölkerung um Toleranz geworben wird, sehr beeindruckt. Beide wollen sich auch weiterhin im Landtag für den Tierschutz und das Tierwohl stark machen. 

nb

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Unternesselbach