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Franken Brunnen kritisiert Fracking-Pläne scharf

Massiver Gegenwind an fragwürdigem Beschluss - Wasser soll geschützt werden - 26.11.2014 13:10 Uhr

Die schützende Hand um den Wassertropfen auf dem Verkehrskreisel vor dem "Franken Brunnen"-Stammsitz ist zum Symbol für den Kampf gegen die Erdgasförderung mit dem umstrittenen Fracking geworden. Diesen Schutz sieht ein breites Bündnis mit Ausnahmegenehmigungen in Gefahr und übt massive Kritik an der Bundesregierung. © Harald Munzinger


Bereits 2013 hatte sich ein breites "Bündnis zum Schutz von Wasser" gegründet, das mittlerweile die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr, die Gelsenwasser AG, den Deutschen Brauer-Bund, den Verband Deutscher Mineralbrunnen, die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke, den Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie, den Verband des Deutschen Getränkefachgroßhandels und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) umfasst.

Damit repräsentiert das Bündnis mittlerweile deutschlandweit über 1000 Unternehmen und über 200.000 Mitglieder der Gewerkschaft NGG. Die "Franken Brunnen GmbH & Co. KG", Mitglied im Verband Deutscher Mineralbrunnen mit Sitz in Neustadt/Aisch, beklagt, dass "die derzeitigen Überlegungen der Bundesregierung erheblich zu kurz greifen. Wir bedauern außerordentlich, dass man sich in Berlin nicht dazu durchringen kann, Grundwasservorkommen generell wirksam vor den Auswirkungen der umstrittenen Fracking-Methode und dem Verpressen von problematischem Rücklaufwasser (Flowback) zu schützen", erklärte Josef Eigner, Leiter Umwelt im Unternehmen, gegenüber "nn-online".

Auch Einzugsgebiete schützen

Nicht nur in Schutzgebieten, sondern in den vollständigen Einzugsgebieten von Trinkwasserversorgungsanlagen und Heilquellen, von Mineralquellen und Brunnen für das Brauen von Bier sowie die Herstellung von alkoholfreien Getränken und weiteren Lebensmittel dürften Fracking und Verpressung von Flüssigkeiten keinen Platz haben, wird die massive Kritik des Bündnisses am unzureichenden Schutz der Lebensmittel des täglichen Bedarfs geteilt.

Die Bundesregierung müsse in der Lage sein, wenigstens die auf Wasser basierenden Lebensmittel des täglichen Bedarfs vor den negativen Auswirkungen von Risikotechnologien zu schützen. "Ein Gesetzentwurf, der das nicht leistet, verfehlt sein Ziel", so Eigner.

Das "Bündnis zum Schutz von Wasser" wehrt sich gegen die Pläne der Bundesregierung, "die Erdgasförderung mittels Fracking unter bestimmten Umständen doch zu ermöglichen", und will "weiterhin auf einen effektiven Schutz dieser Wasservorkommen drängen". Mit Sorge wird "seit geraumer Zeit beobachtet, dass unter dem Druck der Fracking-Befürworter der in Deutschland traditionell strenge Gewässerschutz immer mehr ins Wanken gerät".

Man dürfe, so stimmt Franken Brunnen mit den Bündnispartnern überein, "nicht zulassen, dass Wasservorkommen für Lebensmittel, die teilweise seit Jahrzehnten von ortsansässigen Betrieben in der Ernährungswirtschaft genutzt werden, Fracking-Risiken ausgesetzt werden".

Gremium eine Farce

Mehr als enttäuschend wird die Tatsache kommentiert, dass im jetzigen Entwurf der Schutz von Trinkwasser und staatlich anerkannten Heilquellen nur halbherzig angegangen werde. Und als Farce wird das im Gesetzentwurf vorgesehene Gremium bezeichnet, das künftig über die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit der Erdgasgewinnung durch Fracking entscheiden soll, wenn sich sechs der vorgesehenen Organisationen stets für das Fracking ausgesprochen hätten.

Das Bündnis will sich weiter dafür stark machen, dass nicht nur Flächen in Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebieten von Fracking fern gehalten werden, sondern auch deren Einzugsgebiete. Das gelte auch für jene natürlichen Mineralquellen und Brunnen, die zur Trinkwasserversorgung für Bier, alkoholfreie Getränke und die Herstellung weiterer Lebensmittel dienen. 

on/hjm

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