Dienstag, 19.03.2019

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Freiwilligenzentrum : "Mach mit"-Appell auch 2018

Das Zentrum setzt Bewährtes fort und ist für Neues offen - 05.01.2018 19:52 Uhr

Das FWZ-Logo macht die ganze Brandbreite der Ehrenamts-Initiativen deutlich. © FWZ


Auch für 2018 sind wieder viele Pläne geschmiedet, denn die Leiterin des Freiwilligenzentrums Dorothea Hübner ist mit ihrem Team stets auf der Suche nach neuen Ideen, aus denen neue Projekte von Bürgern für Bürger entstehen. "Sicher stecken noch schöne Projekte in den Schubladen oder in den Köpfen“, ist sie überzeugt. Die Erfolgsgeschichte des Freiwilligenzentrums hat sich aus Ideen und Impulsen entwickelt, wie etwa für das "Reparaturcafé", das am 30. Dezember den Schlusspunkt unter das Jubiläumsjahr gesetzt hatte. Oder der interkulturelle „NeuStadtGarten“, oder das schon mehrfach ausgezeichnete Freiwillige Soziale Schuljahr, für das zum Jahresende der Kooperationsvertrag mit der Sparkasse verlängert wurde.

Dorothea Hübner regt an, weitere Ideen für die "Projekte von Bürgern für Bürger einzubringen" und ist auf der Suche nach Partnern in der heimischen Wirtschaft. © Harald Munzinger


Vom "Asylcafè" bis zu den "Wunschsternen", von der "BücherTauschBörse" über die "KleiderTauschParty" bis zum "Seniorenkino", von der Ausbildung von Mentoren über die "engagierte Stadt" bis zur Nachbarschaftshilfe "über Zaun und Grenze" haben sich Initiativen zu einem sozialen Mosaik zusammengefügt, in dem sich viele Ehrenamtliche einbringen. 90 freiwillige Helfer hätten sich im letzten Jahr im Freiwilligenzentrum beraten und vermitteln lassen, wozu noch gut 300 Jugendliche im Freiwilligen Sozialen Schuljahr kämen, lässt Dorothea Hübner im Jahresbericht 2017 wissen.

"Ohne Ehrenamt keine Caritas"

Mit ihm waren vor 15 Jahre weitere Zentren entstanden, von den es viele nicht mehr gebe, so Hübner, da es bis heute dafür keine Basisfinanzierung gebe. Das FWZ im Landkreis verdankt sein Bestehen der klaren Position des Deutschen Caritasverbandes: "Caritas ohne Ehrenamt ist keine Caritas", beziehungsweise "ohne Ehrenamt keine Caritas". Dass dieses durch Spenden und Preisgelder gestützt und gefördert wird, sowie etwa 11.000 Euro aus dem Flüchtlingsfonds des Erzbistums, sichert Bestand und Weiterentwicklung mit wertvollen und nachhaltigen Netzwerken.

Dorothea Hübner bezeichnet "die Engagementförderung im kommunalen Raum" als "Kerngeschäft des Freiwilligenzentrums". Dazu zähle einerseits "die Unterstützung im professionellen Ehrenamtsmanagement", womit ein Forum für Austausch und Diskussion über gesellschaftliche Entwicklungen geschaffen und etwa mit dem Aufbau von Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfen auf strukturelle Veränderung reagiert würden. Auf der anderen Seite spiele die Beratung und Vermittlung für motivierte Bürger, die sich einbringen wollten, eine wichtige Rolle. 

"Keine Eigenart von Spinnern..."

"Ja, es gibt sie noch, die bereitwillig Engagierten! Bürgerschaftliches Engagement ist keine Eigenart von Spinnern oder Gut-Menschen, die sich ausbeuten lassen. Im Freiwilligenzentrum begegnen sich Menschen, die etwas bewegen wollen und die sich solidarisch zeigen. Hier bringen Menschen ihr Wissen, ihre Talente und ihre Zeit für andere ein und geben der Welt ein gutes Gesicht", so Dorothea Hübner.

Durch die Offenheit für neue Ideen in der Gesellschaft werde das Freiwilligenzentrum zu einem idealen Ausgangspunkt und Begleiter für engagierte Bürger. In den vergangenen Jahren sei so eine immense Vielfalt in den Bereichen Bildung, Soziales und Ökologie – lauter Projektideen von Bürgern für Bürger- entstanden. "Somit ist das Freiwilligenzentrum eine Keimzelle der Demokratie, ein Ort des kritischen Dialogs und der politischen Diskussion".

Ziel der nächsten Jahre werde der weitere Ausbau von Netzwerken sein – auch beeinflusst durch die Unterstützung und Impulsgeber der "engagierten Stadt". Der Focus werde hier - in Kooperation mit dem Regionalmanagement des Landkreises - auf Initiieren, Anstoßen und Aufbauen von Nachbarschaftshilfen im Landkreis liegen. Hier gebe es noch viel Entwicklungs-potential.

Die "KleiderTauschPartys" sind einer der erfolgreichen Initiativen des Freiwilligenzentrums "mach mit". © Harald Munzinger


An die Verantwortlichen und Entscheidungsträger in den Kommunen, aber auch an jeden einzelnen Bürger im Landkreis ist der Appell gerichtet: "Nehmen Sie das Thema ernst und packen Sie es an. Kommen Sie auf uns zu, denn wir unterstützen Sie gerne!" Sich engagieren könne wirklich erfüllend sein. Für diese vielfältigen Aufgaben werden gezielt Kooperationen und Mitgestalter gesucht. 

Im umfangreichen Aktionskatalog für 2018 will der Helferkreis Trautskirchen sein von der "Lagfa Bayern" gefördertes Naturprojekt "gemeinsam leben und lernen" weiterführen, im Naturerlebnis Sprache und Integration fördern. Beim zweiten (bundesweiten) "Tag der offenen Gesellschaft" am 16. Juni will das FWZ wieder dabei sein und sucht noch „spritzige Ideen“ und Leute, die Lust haben, mitzuplanen. Gesucht sind ferner Kooperationspartner in der Wirtschaft, die sich mit einbringen, gesellschaftliche Themen gemeinsam anzupacken und zu lösen, den demografischen Wandel mitzugestalten. 

Initiativen werden fortgeführt 

Fortgeführt werden gut eingeführte Initiativen wie das "Reparaturcafé" am 27. Januar in der Bad Windsheimer "Schneiderscheune" und am 24. Februar im Neustädter Jugendtreff "Lazarett"- 2017 führten 24 Helfer in 550 Stunden 259 Reparaturen mit einer Erfolgsquote von 70 Prozent durch – die "KleiderTauschPartys" (Frühjahrsmode am 14. Mai) oder das Seniorenkino. Jeden dritten Mittwoch im Monat ist das "Asylcafé" von 14 bis 17 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Neustadt geöffnet, die „BücherTauschbörse“ im Caritashaus Dienstag von 14 bis 16 Freitag von 9 bis 11 Uhr. Am 15. Januar lädt die Nachbarschaftshilfe Westheim um 18.30 Uhr zu einem Impulsvortrag in die Gemeindehalle ein, am 4. März die Nachbarschaftshilfe Burghaslach zu einem Comedy-Abend.

Alle Termine finden sich auf der Homepage des Freiwilligenzentrums "mach mit". Das wirbt um freiwillige Helfer für die Kleiderkammer ebenso wie für die "Aischgründer Tafel" und sucht stets dringend Ehrenamtliche, die sich als Leihoma oder Leihopa, für das Mentorenprojekt "Bärenstark", als Schülercoach und als Ausbildungsmentoren in schöne und wichtigen Aufgaben einbringen wollen. 

"benefind.de(n) statt googeln" lautet das Motto einer Aktion, mit der das Friwilligenzentrum unterstützt werden kann, ohne einen Cent auszugeben. Es handelt sich dabei um eine Suchmaschine, die für jede zweite Suchanfrage einen Cent an das FWZ spendet. Dazu müsse man einfach auf "benefind.de" gehen und das Freiwilligenzentrum "mach mit" anwählen, so dessen Leiterin Hübner. Sie macht zudem neugierig auf das im letzten Jahr gestartete Projekt "Mein Lebenskoffer", das 2018 weiterführt werden wird. Man werde bald mehr darüber erfahren und dürfe gespannt sein, kündigte sie es im FWZ.-Newsletter an.  

Harald J. Munzinger

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