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Helfende Hände für Schwangere

Beratungsstelle am Gesundheitsamt Neustadt mit einem umfassenden Leistungskatalog - 05.02.2013 20:32 Uhr

NEUSTADT  - 252 Ratsuchende haben sich im letzten Jahr an die staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt des Landkreises Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim gewandt.

Die Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt.
Die Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt.
Foto: Harald Munzinger
Die Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt.
Die Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt.
Foto: Harald Munzinger

Wie deren jetzt veröffentlichten Jahresbericht zu entnehmen ist, erfuhren sie psychosoziale Beratung und Hilfe in der Schwangerschaft und im Schwangerschaftskonflikt. Ferner wurden sie über Unterstützungsmöglichkeiten informiert, wurden sowohl finanzielle wie soziale Hilfen – etwa über die Landesstiftung „Hilfe für Mutter und Kind“ vermittelt. Auch bei Fragen zu Ehe, Familie, Partnerschaft und Sexualität, zu Verhütung und Familienplanung erfolgten Beratungen, wurde „nachgehende Betreuung offeriert“.

Das Projekt „psychosoziale Beratung und Begleitung/Seelsorge bei Fehl- oder Totgeburt“ wurde bei einem dritten Treffen mit Vertreterinnen von Geburtshilfe, Seelsorge und Schwangerschaftsberatungsstelle weiter geführt. Ziel bleibt nach Mitteilung der Beratungsstelle „die Vernetzung der verschiedenen Professionen, die Information der Öffentlichkeit über entsprechende Nachsorgeangebote sowie ein methodisches Umgehenskonzept für die Betroffenen“.

Eine zweite ökumenische Trauerandacht wurde aus dem Gremium heraus programmatisch vorbereitet und durchgeführt.Diese Trauerandacht soll in Zukunft jährlich am zweiten Donnerstag im November stattfinden, um noch mehr betroffene Eltern und Menschen, die sich dem Thema nahe fühlen, zu erreichen. In Pressemitteilungen wurde die Bevölkerung über die Trauer von Eltern bei der „stillen Geburt“ informiert.

Das fünfte Hebammentreffen zum Thema „Burnout-Prophylaxe“ wurde von der Beratungsstelle als Fortbildungsveranstaltung organisiert und bestens angenommen. Das seit Jahren bestehende, zweimal im Jahr stattfindende Angebot „Von Anfang an gesund – Tipps zur gelingenden Entwicklung und Ernährung im ersten Lebensjahr“ wurde wie in den Vorjahren gut besucht.

Auch eine Onlineberatung ist möglich

Seit letztem Jahr werden die bewährten Seminare in Kooperation mit dem Pilotprojekt „Netzwerk junge Eltern/Familie, Ernährung und Bewegung“ unter Federführung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Uffenheim, angeboten. Hier tritt die Beratungsstelle unterstützend, vernetzend und beratend auf.

Interessierte können vielfältiges Informationsmaterial beziehen.
Interessierte können vielfältiges Informationsmaterial beziehen.
Foto: Harald Munzinger
Interessierte können vielfältiges Informationsmaterial beziehen.
Interessierte können vielfältiges Informationsmaterial beziehen.
Foto: Harald Munzinger

Gemeinsam mit der Koordinierenden Kinderschutzstelle (KoKi) am KreisJugendAmt des Landratsamtes Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wurde das Projekt „Begrüßungsmappe Willkommen“ für frisch gebackene Eltern weitergeführt.

Über die Aufgaben der Beratungsstelle konnte bei einem gynäkologischen Bereitschaftsdienstplantreffen informiert werden. Zudem wird mehrmals im Jahr ein Newsletter mit verschiedenen Schwerpunktthemen an kooperierende ärztliche Praxen übersandt. Unter www.schwanger-in-nea.de steht eine Internetpräsenz zur Verfügung. Die Beratungsstelle des Gesundheitsamtes zeichnet für das Internetangebot www.schwanger-in-bayern.de und für die dort angebotene Onlineberatung mitverantwortlich.

Professionelle Nachsorge


„Ein wichtiger Fokus lag auf Sexualpädagogik, die wir als 'sexuelle Bildung' in einem lebenslangen Lernprozess verstehen“, heißt es in dem Jahresbericht weiter. In 27 Projekten habe man im letzten Jahr 521 SchülerInnen und MultiplikatorInnen von Grund- und Hauptschulen, Förderschulen, Kindergärten, Hochschulen sowie die Allgemeinbevölkerung (Welt-Aids-Tag 2012) erreicht .

Das Angebot zur Sexualerziehung im Kindergarten nach einem Konzept der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird durch Kindertageseinrichtungen weiter nachgefragt.

Eine gute Nachfrage habe auch das Angebot eintägiger, sexualpädagogischer Fortbildungen für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen („Grundseminar“) sowie ein vertiefendes halbtägiges Aufbauseminar erfahren. Das Projekt werde mit verschiedenen Modulen jährlich angeboten und passiere in enger Kooperation mit der staatlichen Kindergartenaufsicht am Landratsamt.

Der Leitende Sozialpädagoge Wolfgang Schmidt gegenüber „nn-online“: „Unser Leitbild ist geprägt von Empathie, Zielgerichtetheit und Fachlichkeit sowie einer positiven, kommunikationsorientierten Teamkultur, hohem Vertraulichkeitsschutz und dem Angebot professioneller Nachsorge („Wegbegleitung“) für die sich uns anvertrauenden Menschen.

Jeder Frau und jedem Mann sowie deren sozialem Umfeld bieten wir, unabhängig von Alter, Lebenssituation, Nationalität, Religion und sexueller Orientierung, professionelle Unterstützung in den Bereichen Schwangerschaft, Beziehung, Sexualität, Familienplanung, Verhütung und Vermittlung von Hilfen. Wir sichern das hohe Maß an Qualität durch beständige individuelle Reflexion, durch Intervision im Team und durch verbalisierte Anfangs- und Schlussauswertungen mit der Klientel“.

„Insel der emotionalen Besinnung“

Eine beständige Weiterentwicklung durch Selbststudium, Fortbildungen, Supervision und kontinuierliche Aktualisierung der rechtlichen Beratungsgrundlagen zeichne das berufliches Handeln aus. Bei diesem werde versucht, Menschen in belasteten Lebenslagen eine „Insel der emotionalen Besinnung“ zu bieten, um in diesem geschützten Kontext mehr Sicherheit zu generieren, um neue Wahrnehmungsaspekte und Lösungsansätze für die jeweilige individuelle Lebenssituation zu entwickeln.

Für psychosoziale Beratungstermine (vor allem bei Schwangerschaftskonfliktberatung) werden auch kurzfristige Gespräche nach vorheriger telefonischer Anmeldung geboten. Sowohl anonyme als auch längerfristige Beratungen (psychosoziale Einzel-, Paar- oder Familienberatung und Sexualberatung) sind möglich.

An der Beratungsstelle sind zwei Diplom-Sozialpädagoginnen, ein Diplom-Sozialpädagoge und eine Ärztin sowie ein Arzt tätig. Das langjährig erfahrene MitarbeiterInnenteam ist zusätzlich pädagogisch und therapeutisch qualifiziert. Terminvereinbarungen sind Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr sowie Freitag von 9 bis12 Uhr unter der Rufnummer 09161/92-535 möglich. Konsultationen in englischer Sprache können nach vorheriger Vereinbarung geboten werden.

Außensprechstunden finden nach vorheriger Absprache in Bad Windsheim und Uffenheim statt. 

nn/hjm


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