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Jägerverein Neustadt: "Räudige" Füchse in den Revieren

Ansteckungsgefahr für freilaufende Haustiere und über diese für Menschen - 28.04.2015 10:21 Uhr

700 Böcke aus 171 Revieren wurden bei der Gehörnschau ausgestellt und von den vielen Jägern “begutachtet”. Sie bedauern, dass zu viele junge Böcke erlegt werden müssen, um die Abschusspläne zu erfüllen. © Harald Munzinger


Mit ihr können sich freilaufende Haustiere anstecken und die parasitäre Hauterkrankung mit extremem Juckreiz auch auf Menschen übertragen. Beträfe die durch einen Milbenbiss ausgelöste Erkrankung - die ohne Behandlung zum Tod führt - Nutztierbestände, würden diese gekeult, so Täuber.

Beim Fuchs - mit reichlich Nahrung und ohne Feinde der Profiteur in den Revieren - allerdings, sei eine weitere Ausbreitung nur durch eine konsequente Bejagung zu verhindern. Der Fuchs solle deshalb bei Drückjagden freigegeben werden. Da die die Jäger die (Tierkörper-) Entsorgung bezahlen müssten, schlug Täuber eine Entlastung durch die Gemeinden beziehungsweise das Landratsamt vor.

“Durch die Blume” stattete Jägervereinsvorsitzender Walter Billmann Nicole Stubenhofer den Dank für ihren engagierten Vortrag zur Wildlebensraumberatung aus. © Harald Munzinger


Während Thomas Kursawe von der Unteren Jagdbehörde "gute Böcke" ausgestellt sah, beklagte Täuber, dass die "Halbstarken" dominierten, der Altersdurchschnitt der erlegten Böcke immer weiter sinke, es so eigentlich nicht weitergehen könne. Nur zu gerne nur gerne würden sie einen jungen Bock laufen lassen, um mal wieder stärkere Tiere in den Revieren zu haben, war man sich unter den Jägern einig, sei aber durch den Abschussplan gezwungen, ihn zu erlegen. In manchen Revieren erledigt dies allerdings der Straßenverkehr.

Die Jägerschaft tue ihr Möglichstes für einen gesunden, waidgerechten Wildbestand, führte Friedrich Täuber im Bericht über die Streckenlisten unter anderem mit dem Hinweis auf die “Raubwildwoche” aus.

Keine Jagd mehr auf die Jagden

Die Jagd nach den Jagden, die einst Pachtpreise explodieren ließ,  scheint abgeblasen zu sein. Die Tendenz bei den Verpachtungen sei rückläufig, berichtete Thomas Kursawe von der Unteren Jagdbehörde mit dem Hinweis auf noch 31 offene Reviere und sinkende Pachtpreise.

Im dritten Jahr sollte die Vorgabe des Abschussplanes zu erreichen sein, sah er die Rehwildbejagung auf einem guten Weg. 5841 von 6384 Tieren seien bisher erlegt worden. Nicht erfüllte Anschusspläne sollten auch weiterhin nicht sanktioniert werden, "damit ehrliche Strecken reinkommen" erklärte der Sprecher des Sachgebietes der Kreisverwaltung, in dem jetzt Jagd und Naturschutz zusammengeführt sind und derzeit für das Geo-Informationssystem die Digitalisierung der Jagdgebiete erfolgt. Diese soll, so Kursawe, in einem komplett sein.

Mit 875 Wildschweinen in diesem Jahr seien die Jäger gut dabei, den Bestand einzuschränken. 729 waren im Vorjahr, 2013 sogar 970 erlegt worden. Von 427 Graureihern waren 368 im Aischgrund geschossen worden. Bei deren Erfassung hätten 12 der 38 Gemeinden im Landkreis Wildschäden angemeldet, in den anderen seien diese gütlich abgehandelt worden. Kursawe sprach auch eine Reihe gesetzlicher Vorgaben an und betonte das gute Verhältnis von Jägerschaft und Unterer Jagdbehörde.

Wildlebensraumberatung angeboten

Nicole Stubenhofer stellte sich und die von ihr durchgeführte Wildlebensraumberatung vor, die der Unterstützung der Artenvielfalt dient. Im Uffenheimer Amt für Landwirtschaft und Ernährung zu erreichen, bietet sie Landwirten, Jagdgenossen und Jägern die Beratung zu förderfähigen  Maßnahmen des Kulturlandschaftsprogrammes sowie freiwilligen nicht förderfähigen Maßnahmen an, die der Verbesserung der Wildlebensräume in der Agrarwirtschaft dienen. Dies kann in Gruppen-  aber auch individuellen Einzelberatungen erfolgen.

Dass auf einem gemeinsamen Weg Landwirte wie Jäger profitieren können, zeigte sie an einigen Beispielen auf. So diene die Winterbegrünung mit Wildsaaten dem Bodenschutz und biete unter anderem Feldhasen oder Rebhuhn wertvolle Nahrung und Deckung in der Winterzeit.

Blühflächen am Waldrand ermöglichten eine bessere Bejagung des Schwarzwildes und Hecken sowie Feldgehölze beugten Wasser- und Winderosionen vor, böten gleichzeitig wichtige Rückzugs-, Brut- und Nahrungsräume für Wildtiere. Stubenhofer bot sich als Mittler von Landwirtschaft und Jagd an. 

Harald J. Munzinger

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