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Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Neustadt

Johann Schmidt erhält hohe Auszeichnung – Neue Vereinsführung - 18.03.2017 14:18 Uhr

Stefan Hügelschäfer übernahm den Vorsitz im Feuerwehrverein Neustadt, in dem zweite Vorsitzende Andrea Tilz und Schriftführerin Elke Löblein als Schriftführerin bestätigt wurden, Günther Wehr (v. r.) neu die Kasse übernimmt. © Harald Munzinger


Die Jahreshauptversammlung stand im Zeichen der Neuwahl des Vorstandes, mit der sich neben Vorsitzendem Schmidt auch der Abschied von Stefan Gau verband, der nach 18 Jahren nicht mehr für das Amt des Kassiers kandidierte. In dieses wurde Günther Wehr gewählt. Andrea Tilz (Frauenbeauftragte der Wehren im Landkreis) wurde als stellvertretende Vorsitzende bestätigt und Elke Löblein wird weiterhin die Schriftführung versehen.

Erster Bürgermeister Klaus Meier freute sich, dass sich junge Kräfte bereitgefunden hatten, Verantwortung zu übernehmen, was sich bei der Nachfolge für Johann Schmidt nicht leicht gestalten sollte, mit Stefan Hügelschäfer aber eine gute Wahl getroffen wurde, was langhaltender Applaus der Versammlung bestätigte. Ihn hatte kurz zuvor der Bürgermeister mit dem Silberbarren der Stadt für sein bisheriges Wirken als stellvertretender Kommandant geehrt. Dieses Amt hat Christian Klama übernommen. Die Auszeichnung von Schmidt mit dem Verdienstteller für sein (Feuerwehr-)Lebenswerk kündigte Meier bei der Festveranstaltung der Feuerwehrehrungen an. Schmidt teilt sie mit allen Aktiven, da "der Häuptling nur so gut sein kann, wie seine Indianer".

Großer Respekt

Was diese im letzten Jahr geleistet haben, quittierten stellvertretender Landrat Bernd Schnizlein und Bürgermeister Meier ebenso mit "größtem Respekt", wie Kreisbrandrat Alfred Tilz. Kommandant Michael Schöner zeigte sich "stolz auf eine einmalige und hervorragende Truppe", "eine Top Mannschaft und Top Leistung!" Diese rückte mit 82 Aktiven zu 197 Einsätze aus, 34 mehr als im Jahr zuvor, womit eine neue Höchstmarke erreicht worden war. "Alle 44 Stunden ging ein Hilferuf an die Frauen und Männer der Feuerwehr Neustadt", von denen jeder/jede Ehrenamtliche 187 Stunden im Dienst für die Sicherheit der Mitbürger war; in der Summe 14.396 Stunden, was gegenüber 2015 eine Steigerung um über 1500 Stunden bedeutete. Eine großartige Einsatzbereitschaft, der Bürgermeister Klaus Meier "höchsten Respekt und vollste Anerkennung" zollte.

Kommandant Schöner machte mit einem Ausschnitt aus dem Einsatzjahr deutlich, dass die freiwilligen Kräfte zu jeder Tages- und Nachtzeit ausrückten. Sei es am Neujahrsmorgen gewesen oder am ersten Weihnachtsfeiertag sowie in der Kirchweihwoche. Während Tausende unbeschwert feierten, wurde die Feuerwehr bei zwei Unfällen zur Bergung der Opfer sowie bei einem Unwetter an 25 verschiedene Einsatzstellen gerufen. Und dies alles ehrenamtlich und unentgeltlich, was nach den Aussagen von Kreisbrandrat Alfred Tilz "immer wieder betont werden muss".

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Dienstjubiläen: Neustädter Feuerwehr feiert jahrelangen Einsatz

Teilweise über 30 oder 40 Jahre dienten die Feuerwehrhelfer der Neustädter Wehr. Für diese langjährige Treue verteilten der Feuerwehrvorsitzende Johann Schmidt und der Neustädter Bürgermeister Klaus Meier am Wochenende zahlreiche Ehrungen. Zwei Lotsen gingen aber auch von Bord.


Täglich fünf Einsätze im Landkreis

Hier würden Aufgaben für die Stadt übernommen, die diese niemals finanziell stellen könnte, richtete Tilz eine deutliche Botschaft an Kritiker, die er gerne in der Versammlung gehabt hätte. In der hätten sie erfahren, dass die Feuerwehren im Landkreis täglich fünf Einsätze leisteten und damit "an die Grenzen des Machbaren" kämen. "Wir schaffen das", resultierte aus dem Gemeinschaftsgeist für den der Kreisbrandrat die Unterstützung der Politik einforderte und zugleich mahnte, "das Ehrenamt nicht zu überfordern, die Freiwilligkeit zu nutzen, aber nicht auszunutzen". So könne man durchaus auch mal nach einem Sturm "selbst ein Ästchen von der Fahrbahn heben" oder die drei Zentimeter Wasser im Keller aufwischen.

In den Grußworten wurde das allgemeine Problem der Einsatzbereitschaft während der Arbeitszeiten angesprochen und animiert, weiter intensiv um Nachwuchs zu werben. Jugendwart Johannes Krug betreut 15 Feuerwehranwärter und erfuhr von Vorsitzendem Schmidt "höchste Anerkennung, was da geleistet wird". Sowohl Bürgermeister Klaus Meier, als auch stellvertretender Landrat Bernd Schnizlein würdigten die "aktive und innovative Feuerwehr". Gerade dieses Ehrenamt drücke die Solidarität für die Gesellschaft aus, so Schnizlein und Meier rief auch für die vielen Stadtratsmitglieder in die Scheune des Brauereigasthofes "Kohlenmühle": "Wir sind stolz auch Euch".

Hufnagel erster "Partner der Feuerwehr"

Hausherr Lothar Hufnagel löste sein Versprechen ein, für den geplanten Neubau des Feuerwehrhauses "Spenden zu sammeln". Mit einem Euro je verkauftem Bierkasten aus dem "Kohlenmühle-Sortiment" wurden im "ersten Anlauf" 2000 Euro erlöst, die er an Vorsitzenden Johann Schmidt und Kommandant Michael Schöner übergab. Diesem Tropfen sollen weitere auf den heißen Stein folgen, kündigte Hufnagel an, der für seine "vorbildliche Förderung" den ersten Ehrenbrief als "Partner der Feuerwehr" erhielt; eine plakative Auszeichnung auch für die Hauswand. Dank wurde damit auch für die Gelegenheit zur Großübung "in der Krone" vor deren Generalsanierung gesagt.

Ein Helm mit den Unterschriften aller Aktiven übergab Andrea Tilz zum Abschied Vorsitzendem Johann Schmidt als Ausdruck des Dankes für sein außergewöhnliches Engagement. © Harald Munzinger


Mit der Ehrung war das "heiße Eisen" Feuerwehrgerätehaus angesprochen, wozu Kommandant Schöner die "Vergabe der Planung an ein externes Büro!" besonders an die Adresse derer betonte, "die hier derzeit eine andere Information haben". An jene also, die "womöglich mit der Angst leben, die Feuerwehr baut sich ein Luftschloss und verdummt vielleicht Steuergelder". Seitens der Feuerwehr würden nur Vorschläge aus fachlicher Sicht eingebracht, beschränkten sich also auf Erfahrungen und Fachwissen der städtischen Abteilung Feuerwehr.

"Kein optionales Grundstück"

Bürgermeister Klaus Meier machte deutlich, dass der vorgesehene Standort an der Bahnhofstraße optimal sei und es kein optionales Grundstück gebe, wie in jüngster Zeit das nicht nur Verfügung stehende "Ziegler-Areal" ins Gespräch gebracht wurde. Wie beim Feuerwehrhaus sicherte er die stete Bereitschaft der Stadt zu, für die Einsätze auch die bestmögliche Ausstattung zu gewährleisten. Für die nächste Anschaffung, ein Löschgruppenfahrzeug (HLF) seien seit drei Jahren Mittel angespart worden, die als bürokratische Hürde beklagte europaweite Ausschreibung erfolgt. Das gute, konstruktive Zusammenwirken mit der Stadt würdigten Kommandant Schöner und der scheidende Vorsitzende Johann Schmidt.

Der konnte in seinem letzten Rechenschafsbericht auf einen erfreulichen Zuwachs von 216 auf 225 Mitglieder im Alter von einem bis zu 92 Jahre und einen Altersdurchschnitt von 38 Jahren verweisen, der deutlich unter den bundesweit 46 Jahren liegt. Dazu trage die erste Kindergruppe im Landkreis bei. 2019 wird man das 50-jährige Bestehen der ersten Jugendgruppe im Kreis und einer der ersten in Mittelfranken feiern können, die der damalige Kommandant Gerhard Dollinger gegründet hatte, der als Ehrenkommandant und Ehrenkreisbrandrat ein mit viel Beifall begrüßter Gast der Versammlung war.

"Gutes Finanzpolster übergeben"

Beim Rückblick auf 2016 aus Vereinssicht vom Neujahrsempfang bis zum Weihnachtsmarkt zählte für Schmidt die Teilnahme an der 140-Jahr-Feier der Feuerwehr in der tschechischen Partnerstadt Hluboka zu den Höhepunkten. Auch wenn der Verein etliche "sinnvolle und der Sicherheit dienende Investitionen" vorgenommen und damit den Stadtsäckel entlastet habe, konnte Schmidt Kassier Stefan Grau "ein gutes Finanzpolster übergeben".

Als letzte Amtshandlung nahm er noch die Ehrung langjähriger Mitglieder vor: für zehn Jahre Stefan Flock und Max Machetanz, für 20 Jahre Jutta und Jürgen Bauereiß, für 30 Jahre und 18 Jahre Kassier Stefan Grau sowie für 40 Jahre Rüdiger Neumeister. Hans-Jürgen Hornfischer wurde zu dem im Herbst verliehenen Feuerwehr- Ehrenzeichen (40 Jahre) gratuliert.

Kommandant Michael Schöner nahm die Auszeichnung von Dietmar Windsheimer für 30 Jahre aktiven Feuerwehrdienst vor. 

Harald J. Munzinger

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