Sonntag, 17.12. - 05:17 Uhr

|

Karpfenschmeckerwochen gehen in die 39. Saison

Landrat Helmut Weiß und Karpfenkönigin Nina Hock gaben sich die Ehre - 29.08.2017 21:04 Uhr

Mit Karpfenkönigin Nina Hock eröffnete Landrat Helmut Weiß die 39. "Aischgründer Karpfenschmeckerwochen". © Harald Munzinger


Lust darauf machten Landrat Helmut Weiß und Karpfenkönigin Nina Hock, der Ehrenpräsident des Mittelfränkischen Fischereiverbandes, Fritz Loscher-Frühwald sowie der Geschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Dr. Gerhard Engelmann im großen Gästekreis mit raffinierten Kostproben aus der "Karpfenküche" des Neuhöfer Landgasthofes "Riesengebirge". Unter den Ehrengästen galt der besondere Gruß Altlandrat Robert Pfeifer, der die kulinarische Gemeinschaft von Teich- und Gastwirten 1978 ins Leben gerufen und mit den "Karpfenschmeckerwochen" die Region bereichert hatte. Die schafften es nun einmal mehr mit Pfeifer, Adolf Schilling, Walter Schneider und Helmut Weiß "alle vier Landräte" zusammenzubringen.

Die drei Landtagsabgeordneten Hans Herold, Harry Scheuenstuhl und Gabi Schmidt sowie die Bezirksräte Marco Kistner und Ronald Reichenberg waren willkommene Adressaten für Wünsche aus der Teichwirtschaft – Stichwort Fressfeinde des Karpfens – und der Gastronomie, für die Dr. Engelmann als starke Wirtschaftsmacht und "der" Jobmotor in Deutschland eine ähnliche Anerkennung wie die Autoindustrie oder Banken forderte und damit verbunden mehr Arbeitszeit-Flexibilität, gleiche Steuern und eine Reduzierung der Regulierungs- und Dokumentationsflut. Er betonte die im Landkreis gut aufgestellte Gastronomie, deren Leistungsfähigkeit die "Karpfenschmeckerwochen" nachhaltig belegen sollten und deren würdevollen Auftakt.

Mit Karpfen auf der sicheren Seite

Dass man bei allen Lebensmittelskandalen beim Aischgründer Karpfen auf der sicheren Seite sei, unterstrich dessen Königin Nina Hock den hohen Stellenwert des äußerst gesunden regionalen Nahrungsproduktes mit wenig Fett und wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Aus den 7185 Teichen sei der Genuss garantiert, stimmte sie mit Fischereiexperten wie Dr. Dieter Piwernetz und Dr. Marin Oberle oder Fischerei-Ehrenpräsident Fritz Loscher-Frühwald überein.

Bilderstrecke zum Thema

10 Dinge, die Sie noch nicht über Karpfen wussten

Jeder kennt sie, viele essen sie: Karpfen. Doch wussten Sie auch, dass die Tiere zu einer Gefahr für Angler werden können und einen internationalen Skandal ausgelöst haben? Wir haben zehn unbekannte Fakten über den beliebten Speisefisch zusammengetragen.


Während dieser die schwere Arbeit der Teichwirte und den durch sie gewährleistete Erhalt der Kulturlandschaft würdigte, ihnen wie auch den Gastwirten einen besseren Preis wünschte und die Anerkennung genoss, dem Karpfen mit der Anerkennung als geografisch geschützte Marke genoss, "zauberten" Hans Schneider und seine Küchenmannschaft die kulinarischen Genüsse. Sie begannen mit Vorspeisevariationen mit Mousse, Praline und Terrine vom Aischgründer Karpfen und boten auf dem Schlemmerteller Karpfenfilets gebacken, "krustiert" und vom Grill. Neuhofs Bürgermeister Bruno Thürauf stellte seine innovative Gemeinde vor.

Gebackener behauptet seine Position

Zwar behauptet nach Auskunft von Gast- und Teichwirten noch immer der gebackene Karpfen die Spitzenposition beim Aischgründer Fischschmaus und ist auch der "Blaue" aus würzigem Sud nach wie vor beliebt, doch holen die grätenfreien Karpfenfilets kräftig auf. Zumal diese in raffinierten Zubereitungsvariationen angeboten werden; etwa im Müslimantel oder in der Vollkornkruste, im Bierteig oder mit der Apfel-Meerrettichkruste, in der Kräuter-Senf- oder der Steinpilzsoße. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Karpfenchips, -knusper oder -kringel. Auch Karpfenschinken oder -matjes finden sich auf den verführerischen Karten der 20 ideenreichen Fischküchen im Verbund der "Aischgründer KarpfenSchmeckerWochen".

Küchenmeister Hans Schneider (r.) zauberte mit seinem Team Karpfenvariationen als Genuss für Augen und Gaumen gleichermaßen. © Harald Munzinger


Dass die Gastwirte garantiert nur den im Aischgrund artgerecht herangewachsenen Karpfen servierten, versicherte Landrat Helmut Weiß mit den Vorzügen des gesunden Produktes, dessen hoher Qualität und kurzen Transportwege. 800 Tonnen seien in den letzten Jahren durchschnittlich geerntet und in der Region vermarktet worden, womit keine Importe aus Billigländern wie der Tschechei nötig gewesen seien. Weiß zeigte sich stolz, "dass diese Idee von Regionalität mit den 'Aischgründer Karfenschmeckerwochen' bei uns bereist seit 39 Jahren gelebt wird". Die Neuauflage eröffnete er mit dem Versprechen "höchster Gaumenfreude".

Federführende touristische Vermarktung

Sein Dank galt den Teichwirten, "die durch ihre Arbeit dieser Landschaft ihr so einmaliges Gesicht verleihen" und dafür sorgen, dass die "Aischgründer" weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt seien. Den Gastwirten bestätigte er mit einem Blick in die vielfältigen Speisekarten, "das Herz eines jedes Feinschmeckers höher schlagen zu lassen". Auch für den, dem an Karpfenbuffets die Entscheidung für einzelne Varianten abgenommen ist. Allen Küchenmeistern sprach Weiß sein "besonderes Lob für ihre Kreativität und ihren Einfallsreichtum" aus, womit sie jedes Jahr die Gäste mit neuen und interessanten Kreationen verwöhnten. Auch dem Team der Touristinformation stattete der Landrat Anerkennung für die federführende touristische Vermarktung ab, die unter www.karpfenschmeckerwochen.de den Überblick über die gesamte Palette vom Gewinnspiel bis zu den ersten "Karpfenschmeckertagen" bietet.

Die Trockenheit im Frühjahr hat nach Informationen aus der Teichgenossenschaft dazu geführt, dass im Aischgrund viele der rund 7000 Weiher zu wenig Wasser hatten, um sie mit Jungfischen besetzen zu können. So geht man hier von Verlusten von zehn bis 15 Prozent und insgesamt von einer eher "mittelmäßigen Ernte" aus. Der Wassermangel verzögerte nach Feststellung von Teichwirten zudem das Wachstum, so dass der "Aischgründer" noch etwas zulegen muss, um das Idealgewicht des Dreipfünders zu erreichen.

In den fränkischen Karpfenregionen sowie in der Oberpfalz eint die Teichwirte neben den Sorgen um die Auswirkungen des Klimawandels der Ärger über die "Fressfeinde". Zum Kormoran und Grau- sowie Silberreiher hat sich inzwischen der Biber gesellt, so dass regional 30 bis 80 Prozent Ausfälle beklagt werden. So stehen Forderungen für den ganzjährigen Abschuss der Kormorane – ab Herbst ebenso möglich, wie für den Graureiher, nicht aber für den ganzjährig geschützten Silberreiher - und nach der Bejagung des Bibers im Raum, der Weiherdämme zerstört und damit erheblichen Schaden anrichtet. An einem runden Tisch wolle man nach Lösungen suchen, kündigte es die Teichgenossenschaft an. 

Harald J. Munzinger

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Neuhof, Bad Windsheim