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Kindertagesstätten-Neubau in Diespeck wird gefördert

Der Freistaat übernimmt 90 Prozent der entstehenden Kosten - 11.08.2017 19:13 Uhr

Über die Nachricht der 90-Prozent-Förderung der neuen Kindertagesstätte von MdL Hans Herold freuten sich Diespecks Erster Bürgermeister Christian von Dobschütz, Gemeinderätin Brigitte Leistner-Seitz (v. r.) und Dritter Bürgermeister Georg Grimm (l.) bei der Besichtigung mit Architekt Björn Lehnert. © Harald Munzinger


Über die Maximalförderung von 90 Prozent kann man sich in Diespeck für den Neubau einer Kindertagesstätte freuen. Die gute Nachricht überbrachte MdL Hans Herold bei der Besichtigung der auf insgesamt 635.000 Euro veranschlagten Baumaßnahme. In den Genuss von 90 Prozent der förderfähigen Kosten könnten nach Herolds Recherchen auch Neustadt, Burgbernheim, Bad Windsheim, Emskirchen, Markt Erlbach, Scheinfeld, Uffenheim und Wilhermsdorf "bei heutiger Antragstellung" kommen.

Niemand hätte damit gerechnet, dass man nur sechs Jahre nach der Einweihung des Kindergartens an der Eymoutierstraße erneut eine Kindertagesstätte bauen müsse, meinte Bürgermeister Christian von Dobschütz. Die positive Geburtenentwicklung sowie die verstärkte Nachfrage nach der Kinderbetreuung von Familien mit beiden berufstätigen Eltern zwangen schon 2016, sich mit der Erweiterung zu befassen, für die ein nicht förderschädlicher Baubeginn erwirkt werden konnte, und man nun natürlich mit der Zusage der Maximalförderung aufatmet. Die brauche man auch, stimmten der Erste Bürgermeister von Dobschütz und Dritter Bürgermeister Georg Grimm sowie Gemeinderätin Brigitte Leistner-Seitz überein. Schließlich stehen weitere Maßnahmen in der Wachstumsgemeinde an.

Diespeck werbe nicht nur als familienfreundliche Kommune, sondern weise als diese auch eine vorbildliche Entwicklung auf, würdigte diese MdL Herold als "Überbringer der guten Nachricht" vom aktuell aufgelegten vierten und "wuchtigen" Sonderinvestitionsprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 bis 2020". Mit diesem wolle Bayern "alle Kommunen beim Ausbau der Kinderbetreuung unterstützen". Dazu würden ihnen die 178 Millionen Euro, die das Land vom Bund erhielt, in voller Höhe und zusätzlich die regulären FAG-Mittel zur Verfügung gestellt. Damit summiere sich die Förderung für Gemeinden mit durchschnittlicher Finanzkraft auf 85 Prozent, maximal bis 90 Prozent, die nun Diespeck zugesagt und weiteren Kommunen im Landkreis in Aussicht gestellt sind. Voraussetzung ist der von der Gemeinde zu leistende Finanzierungsanteil.

Kommunen mit großer Last

In Bayern gebe es gegenwärtig 9300 Einrichtungen, die 520.000 Kinder betreuten und dafür 46.000 Fachkräfte beschäftigten, ließ der Abgeordnete Hans Herold wissen und machte damit deutlich, was insbesondere die Kommunen zu schultern hätten. In Diespeck unterhält mit 160 Kindern in Kindergärten und -krippen sowie Horten an vier Standorten die größte Einrichtung im Landkreis, erklärte der Bürgermeister. Der von Björn Lehnert geplante Neubau mit einem großen Gruppenraum und diversen Nebenräumen ist mit einem separaten Eingang auch für multifunktionale externe Nutzungen konzipiert, bietet jedoch zugleich die direkte Verbindung zum bestehenden Gebäude mit der für den Architekten besonders wichtigen "durchsichtigen Längsachse". "Das Geld des Freistaates ist hier gut angelegt", ließ sich der Unionspolitiker Herold vor Ort überzeugen.

Dass der Bund das vierte Sonderinvestitionsprogramm ermögliche, führt der SPD-Landtagsabgeordnete Harry Scheuenstuhl "auf die hervorragende Arbeit des SPD geführten Bundesbauministeriums zurück". Der Bund ermögliche den bayerischen Kommunen, "weiter in die Betreuung unserer Kinder zu investieren". Eine zusätzliche Belastung des Bayerischen Staatshaushaltes trete dadurch nicht ein, da der Freistaat keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung stelle, so Scheuenstuhl, der darauf verweist, "dass Kommunen auf die Förderung von Kinderbetreuungsplätzen nach FAG Anspruch haben und diese keine besondere Leistung des Freistaates darstellt".

Nicht nur Neubauten förderfähig

Beide Politiker verweisen darauf, dass mit dem Investitionsprogramm neue Betreuungsstellen für Kinder ab der Geburt bis zum Schuleintritt geschaffen und damit erstmals auch Plätze für Kinder über drei Jahren gefördert werden. Neben Neubauten sind auch Erhaltungsmaßnahmen wie General- beziehungsweise Teilsanierungen sowie Ersatzbauten, sofern andernfalls bestehende Plätze in absehbarer Zeit wegfallen würden, förderfähig (Inneneinrichtung und Außengestaltung inklusive).

Die Fördermöglichkeiten treten rückwirkend ab dem 1. Januar 2017 in Kraft. Förderanträge können bis spätestens 31. August 2019 bei den zuständigen Regierungen gestellt werden. Die Investitionen müssen bis spätestens 30. Juni 2022 abgeschlossen und die Fördermittel bis 31. Oktober 2022 abgerufen werden.

MdL Hans Herold weist darauf hin, dass nach Mitteilung von der Ministerin des "Zukunftsministeriums", Emilia Müller, "alle bisher von den Gemeinden angekündigten Vorhaben zur Schaffung neuer Plätze mit einem Fördervolumen von mindestens 100.000 Euro von der Sonderförderung profitieren". 

hjm

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