Sonntag, 16.12.2018

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Konzepte zur Nahversorgung in Langenfeld und Uffenheim

SPD-Abgeordneten Scheuenstuhl und Adelt beraten über neue Möglichkeiten - 06.09.2016 13:57 Uhr

Der Geschäftsführer des Dorfladens, Klaus Stellwag, Doprfladen-Beirätin Silke Schiefer, Klaus Adelt, Bürgermeister Reinhard Streng, Bezirksrat Ronald Reichenberg und MdL Harry Scheuenstuhl (v. l.) erörterten das Konzept für die Nahversorgung in Langenfeld. © oh


Eine Anfrage von SPD-MdL Adelt bei der Staatsregierung hatte ergeben, dass jede vierte Gemeinde in Bayern keinen Lebensmittelmarkt mehr habe. Diese Tatsache nahmen beide Landtagsabgeordnete zum Anlass, sich ein Bild von der Situation im Landkreis Neustadt/Aisch–Bad Windsheim zu machen.

Hierzu besuchten sie die Gemeinde Langenfeld, neben Gerhardshofen, Gollhofen, Gutenstetten, Hagenbüchach, Hemmersheim, Illesheim, Ippesheim, Markt Nordheim, Münchsteinach, Oberscheinfeld, Simmershofen, Weigenheim und Wilhelmsdorf, eine von 15 Gemeinden im Landkreis von insgesamt 38 Kommunen, die keinen eigenen Lebensmitteleinzelhandelsladen mehr haben.

In Langenfeld soll sich künftig die Situation wieder bessern. Zu diesem Zweck wurde nach ausgiebigen Beratungen die "Dorfladen UG“ gegründet, die nach Fertigstellung der Gebäulichkeiten wieder einen Lebensmittelladen in Langenfeld betreiben möchte. Mittlerweile habe man einen Lieferanten gefunden und ein Konzept entwickelt.

Dieses sieht vor, einen Lebensmittelmarkt auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern zu betreiben. Darin werden neben Produkten des Zulieferers mit Hauptsitz in Fulda, auch regionale Produkte und Produkte einer Eigenmarke angeboten werden. Daneben solle auch ein örtlicher Bäcker seine Produkte anbieten können.

"Man verstehe sich nicht als Tante Emma-Laden", führte der Geschäftsführer Klaus Stellwag aus, "sondern durchaus als echten Lebensmittelmarkt, der zumindest kleine Gewinne erwirtschaften könne." Zudem solle der Markt auch ein Integrationsbetrieb mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung werden. Als besonderer Service werde ein Hol- und Bringservice eingerichtet, der insbesondere ältere Menschen zum Einkauf von zuhause abholt und wieder heimbringt.

Lebensmittel sollen per Mausklick zugesendet werden

Zusätzlich sollen Produkte auch über das Internet bestellbar werden, die dann im Laden abgeholt oder auch geliefert werden können. "Dies alles kann nur mit Hilfe der ehrenamtlichen Helfer funktionieren“, betonte Langenfelds Bürgermeister Reinhard Streng, "auch wenn Mitarbeiter im Laden fest angestellt werden“.

Scheuenstuhl und Adelt nahmen die Ausführungen zu diesem Konzept sehr positiv auf und zeigten sich überzeugt, dass ein solches Konzept von Erfolg gekrönt sein kann. Unter anderem auch deshalb, weil der Markt an der Staatsstraße nach Sugenheim errichtet und in dem Gebäude auch eine Arztpraxis und eine Praxis für Physiotherapie integriert wird.

Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass ein Erfolg überwiegend auch durch die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer getragen werde und die Zukunft zeigen müsse, ob dieses ehrenamtliche Engagement so erfolgreich fortgesetzt werden könne. MdL Harry Scheuenstuhl wies ebenfalls darauf hin, dass örtliche Bäcker und Metzger bei der Vergabe Berücksichtigung finden sollten, um bestehende Strukturen nicht zu gefährden.

Uffenheim hat keine Lebensmittelmärkte in der Innenstadt

In Uffenheim, der weiteren Station der Abgeordneten Adelt und Scheuenstuhl, stellte sich die Grundsituation anders dar. Hier sind am Ortsrand ein Vollsortimenter und mehrere Discounter ansässig, in der Innenstadt ist jedoch kein Lebensmittelmarkt mehr gewesen, erläuterte einführend Uffenheims Bürgermeister Wolfgang Lampe (SPD).

Aus diesem Grunde habe sich eine Genossenschaft geründet, die nun im Zentrum einen Lebensmittelladen betreibe. Hier würden Regionalprodukte sowie FairTrade-Produkte angeboten. Zudem seien Produkte von Metzgereien und Bäckern aus der nahen Umgebung erhältlich. Das Angebot von weit über 5000 Artikeln umfasse insbesondere auch Bioprodukte.

MdL Harry Scheuenstuhl,,die beiden ehrenamtlichen Geschäftsführerinnen Stefanie Geuder-Horn und Erika Herbst, Erster Bürgermeister Wolfgang Lampe und MdL Klaus Adelt (v. l.) im Uffenheimer Lebensmittelmarkt, der von einer Genossenschaft betrieben wird. © oh


Um die Attraktivität zu steigern, sind eine Reinigungsannahme, eine Buchtauschecke und eine Strickecke integriert worden. Man verstehe sich daher "nicht ausschließlich als Lebensmittelladen, sondern auch als Begegnungsstätte für die Innstadtbevölkerung." Wie beide ehrenamtliche Geschäftsführerinnen Geuder-Horn und Herbst erläuterten, arbeite der Laden, der im Juli 2013 eröffnet wurde, nicht mit Verlusten. Dies sei allerdings nur möglich, weil sich viele ehrenamtliche Helfer einbringen.

Trotz großer Akzeptanz in der Bevölkerung, wünschen sich beide noch mehr Kunden, zumal die Preise der Produkte durchaus konkurrenzfähig zu den Märkten am Ortsrand seien. Auch werde der Laden noch überwiegend für kleinere Einkäufe aufgesucht. Ein Problem stelle wohl auch die mangelnden Werbemöglichkeiten dar, da hierzu das Geld fehle. Dennoch sehe man die Zukunft des Marktes durchaus positiv.

In Kürze wird nach Auskunft von Bürgermeister Lampe eine E-Bike-Tankstelle in unmittelbarer Nähe zum Laden eröffnet und eine Stromstation für Elektroautos sei auch noch angedacht. "So werde der ‚Altstadtmarkt‘ noch besser in der Innenstadt integriert." Adelt und Scheuenstuhl zeigten sich von der Produktvielfalt beeindruckt.

Sie betrachteten dies aber als unbedingte Voraussetzung für einen erfolgreichen Betrieb eines Dorfladens. Die beiden Parlamentarier dankten allen ehrenamtlich Engagierten, die auch zum Erfolg des "Altstadtmarktes“ beitragen. MdL Harry Scheuenstuhl sieht "dieses Modell auch als ein Vorbild für andere Kommunen“. 

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