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„Im Moment spielen Kosten noch keine Rolle“, gab Johannes Klüpfel vom Planungsbüro Schirmer den Startschuss für zwei Arbeitsgruppen, die zu verschiedenen Bereichen Entwicklungspotenziale für die sieben Mitgliedsgemeinden der Allianz ermittelten. Um das Leben und Wohnen in der Region ging es ebenso wie um den Bereich Gewerbe beziehungsweise Arbeit, den Tourismus sowie die Land- und Forstwirtschaft. Einige Ideen hatten bereits Johannes Klüpfel und Sigrid Ziesel vom ebenfalls beteiligten Büro WGF aus Nürnberg zur Diskussion gestellt. Den Ausbau des bestehenden Radwegenetzes beispielsweise mit Querverbindungen zwischen dem Aurachradweg auf der einen, und dem Zenntalradweg auf der anderen Seite. Mit Blick auf den Tourismus bezeichnete Sigrid Ziesel das vorhandene Wegenetz als „großes Potenzial“.
Einen Ausbau des Fremdenverkehrs durch eine bessere Vermarktung der vorhandenen Gewässer, angefangen vom Freizeitsee in Obernzenn bis hin zu den Teichen im Norden der Aurach-Zenn-Region, konnten sich die Teilnehmer der Projektwerkstatt vorstellen. Die Ideen gingen bis zu einem gemeinsam genutzten Hallenbad (Stichwort „Allianzbad“). Es gab aber auch mittelfristig leichter realisierbare Ideen wie die Verbesserung des Übernachtungsangebots oder ein gemeinsames Marketingkonzept mit dem Schwerpunkt auf Sagen und Legenden. Für die mehr als 20.000 Einwohner im Allianz-Gebiet selbst konnten sich die Teilnehmer unter anderem ein Konzept vorstellen, das Senioren im ländlichen Raum eine bessere Mobilität gewährt, dazu sollten kleine Einheiten für betreutes Wohnen kommen.
Auf der anderen Seite wurde der Wunsch laut, das Arbeitsplatz-Angebot zu erhalten oder sogar auszubauen, um junge Familien in der Region zu halten und so beispielsweise den Gebäudeleerstand zu verringern. „Für die Jugend haben wir viel, aber wir brauchen Kinder“, verdeutlichte Emskirchens Bürgermeister Harald Kempe das Problem, dass sich in Krippen, Kindergärten und Schulen die sinkenden Geburtenzahlen bemerkbar machen. Ganz oben auf der Wunschliste für die Bereiche Leben/Wohnen und Arbeit stand eine flächendeckende Breitbandversorgung.
Die vorhandenen rund 16 Hektar Gewerbeflächen in der Region zu nutzen, bevor weiteres Gelände erschlossen wird, war Johannes Klüpfel wichtig. Die Teilnehmer der Arbeitsgruppen gingen sogar ein Stück weiter und regten die Konzentration auf einige wenige Gewerbegebiete an, die spezielle Schwerpunkte bieten könnten. Als wünschenswert wurden ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnetzes, zumindest aber bessere Busverbindungen genannt. Dies könnte auch mit einem so genannten Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern ermöglicht werden, lautete eine der Ideen. Einigkeit bestand darin, dass die Werbung für regionale Produkte angefangen von Lebensmitteln bis hin zu Handwerksprodukten verbessert werden muss.
Für die Land- und Forstwirtschaft wurden Punkte wie der Erhalt der Streuobstwiesen, deren Erneuerung, die Vermeidung weiterer Flächenversiegelung und eine regionalen Übersichtskarte für im Aurach- Zenn-Gebiet mögliche Photovoltaikanlagen zusammengetragen. Mit jeder Menge Ideen und Anregungen versehen, konnten Johannes Klüpfel und Sigrid Ziesel den Abend beenden. Sie werden die Impulse nun zu einem Maßnahmenkatalog zusammenstellen.
Im Herbst soll dieser mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden, ehe er gegen Jahresende der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Begleitet wird dieser Prozess unter anderem vom Amt für ländliche Entwicklung.
Zu Beginn der Veranstaltung waren der Allianz-Vorsitzende, Obernzenns Bürgermeister Helmut Weiß und Wilhelmsdorfs Bürgermeister Werner Friedrich auf die Hintergründe eingegangen, die im vergangenen Jahr zur Bildung der interkommunalen Allianz führten. Die Diskussion um die Einstellung eines Regionalmanagers im Landkreis war laut Weiß ein Auslöser gewesen. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung in Kloster Langheim seien erste Gemeinsamkeiten der sieben Mitgliedsgemeinden Obernzenn, Emskirchen, Markt Erlbach, Neuhof, Trautskirchen, Hagenbüchach sowie Wilhelmsdorf zutage getreten. Im Februar fand die Auftaktveranstaltung zur Stärken-Schwächen-Analyse mit fast 100 Interessierten statt, bereits damals wurden viele Anregungen zusammengetragen.
In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.
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