Mittwoch, 12.12.2018

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Langenfeld begegnet "wegbrechender Nahversorgung"

Symbolischer Spatenstich vollbracht - Investitionsvolumen in Millionenhöhe - 15.10.2016 12:14 Uhr

Mit den drei Landtagsangeordneten der Region, stellvertretender Landrätin Gisela Keller (l.), Partnern und Planer nahm Bürgermeister Reinhard Streng (5. v. r.) den symbolischen Spatenstich für das Langenfelder "Dienstleistungszentrum" mit Dorfladen sowie Praxen für Arzt und Physiotherapie vor. © Harald Munzinger


"Die unglaublichen Leistungen aus der Bevölkerung heraus" nannte Bürgermeister Reinhard Streng als immer wieder faszinierend und das mit gezeichneten Anteilen aufgebrachte Eigenkapital von schon über 100.000 Euro phänomenal.

So dürfe es gerne weitergehen, ermunterte er dazu, Gesellschafter zu werden und damit zum Erfolg des Projektes beizutragen. Bei einem Investitionsvolumen von 1,3 Millionen Euro für das Gebäude und weiteren 400.000 Euro für dessen Einrichtung wird auch insgesamt "noch eine bessere Finanzausstattung nötig“ sein, erklärte Streng.

Bis Mitte nächsten Jahres hofft der Bürgermeister an der jetzt planierten Stelle das "Dienstleistungszentrum" mit rund 600 Quadratmeter Fläche für einen Dorfladen sowie weiteren 400 für eine Arztpraxis und Physiotherapie eröffnen zu können, das von den Grußrednern als das Musterbeispiel bezeichnet wurde, eine Gemeinde zukunftsfähig zu machen.

Darüber zu jammern, dass man auf dem Land abgehängt sei, helfe nicht. Es gelte, die Ärmel hochzukrempeln, so stellvertretende Landrätin Gisela Keller. Langenfeld zeige "kreativ und aktiv, wie man ein Dorf voranbringen" könne, wenn die Bevölkerung dahinter stehe. Dafür gebe es mit dem Mehrgenerationenhaus und -wohnen bereits zwei beispielhafte Projekte.

Angewandte Strukturpolitik

Keller bewunderte ebenso wie der Vorsitzende des Industrie- und Handelsgremiums, Dr. Norbert Teltschik, das strukturpolitisch ausgerichtete, unternehmerische Engagement der Gemeinde, mit dem nicht nur der Abwanderung entgegengewirkt, sondern mit einem attraktiven Wohnstandort auch der Trend umgekehrt werden kann.

Dass für das "Dienstleistungszentrum" in Kooperation der Gemeinden Langenfeld und Sugenheim eine Gewerbebrache genutzt, also keine zusätzliche Fläche versiegelt werde, wurde ebenso zu den positiven Faktoren gezählt, wie der geplante Hol- und Bringservice für die weniger mobilen Mitbürger.

Bilderstrecke zum Thema

Langenfeld: Spatenstich zum Dienstleistungszentrum

Beim Spatenstich zum Dienstleistungszentrum stößt Langenfelds Bürgermeister Reinhard Streng mit den Nachbarbürgermeistern Wolfgang Schmidt aus Baudenbach und Reinhold Klein (Projektpartner) sowie MdL Herold auf das Gelingen des Zentrums an.


Zu der auch schon von Bundeskanzlerin Merkel besuchten und mehrfach ausgezeichneten "Dorflinde" sowie der Senioren-Tagespflege komme mit dem Dienstleistungszentrum ein weiteres zukunftsweisendes Projekt, sah der Landtagsabgeordnete Hans Herold den richtigen Weg eingeschlagen, eine Kommune im ländlichen Raum voranzubringen. Diesen erfolgreich weiterzugehen wünschten auch seine Landtagskollegin Gabi Schmidt und der Abgeordnete Harry Scheuenstuhl mit Blick auf ein dafür erforderliches "Mehr an Infrastruktur".

Langenfeld ein Paradebeispiel Bayerns

Man leiste im ländlichen Raum Besonderes, "weil wir unser Umfeld selbst gestalten", führte Schmidt aus, die beklagte, dass die Lasten zu Ungunsten der ländlichen Bevölkerung ungleich verteilt seien. Auch wenn man bislang mit Anträgen gescheitert sei, diese Situation zu verbessern, werde sich die SPD weiter darum bemühen, versicherte MdL Harry Scheuenstuhl, der Langenfeld als ein Musterbeispiel für ganz Bayern bezeichnete und auch schon das nächste Projekt - das reaktivierte Wirtshaus - im Blick hatte und sich schon mal auf die Gästeliste für dessen Einweihung setzen ließ. Kollegin Gabi Schmidt erntete Beifall mit dem Angebot, gerne mal im Dorfladen mitzuarbeiten.
Langenfelder Motto: "Anpacken!"

Ehe er mit den Abgeordneten und Projektpartnern für den symbolischen "Stich" (in einen Schotterhaufen) zu den Spaten griff, hatte Bürgermeister Reinhard Streng eine lange Liste von Danksagungen an helfende Kräfte auf einem bisher langen Weg mit dem Ziel, der wegbrechenden Nahversorgung zu begegnen, mit der sinkende Zukunftschancen und Attraktivität des Ortes drohten. "Das wollen wir nicht akzeptieren" betonte Streng das Langenfelder Motto "anpacken".

Dazu habe es eines Gemeinderates mit innovativem, solidarischen und unternehmerischem Denken sowie der aufgeschlossenen Bevölkerung bedurft. Ferner des kooperativen Bürgermeisterkollegen Reinhold Klein aus Sugenheim, eines zielorientierten Projektentwicklers sowie des Planungsstabes und schließlich des Dorfladenmanagements mit hoher Professionalität und unglaublicher Motivationskraft, wofür der Bürgermeister ebenso Dank abstattete, wie für ehrenamtliche Höchstleistung der Beiräte. Schließlich galt der auch im Besonderen den Mietern, die mit Arztpraxis und Physiotherapie "neue Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge erschließen".

Darauf, als "Bürgergemeinschaft unsere eigene Zukunft zu gestalten", sollte nach dem Festakt in der großen Gästerunde angestoßen werden. Dazu wurde in das nahegelegene Feuerwehrgerätehaus mit dem besten Beispiel einer ausgezeichneten "Nahversorgung" eingeladen. Dort erfuhren Bürgermeister und Gemeinderat viel Anerkennung für einen weiteren mutigen Schritt. Wenn diesen die Bevölkerung mitgeht, entsteht das Exempel für ein zukunftsfähiges Dorf. In Langenfeld wird für eine in der Realität verankerte Gemeinde mit Visionen das Qualitätssiegel geprägt. 

Harald J. Munzinger E-Mail

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