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Die Römer feierten am 15. Februar das Fest der Luperkalien, wo Liebesorakel und Liebeslotterien stattfanden: Junge Burschen zogen Lose mit den Namen der unverheirateten Mädchen und durften mit ihnen ausgehen. Bischof Valentin von Terni (Oberitalien) widersetzte sich dem manchmal recht brutalen heidnischen Brauchtum, indem er heimlich Paare traute, die sich liebten und nicht durch Los verkuppelt werden wollten.
Auch verheiratete er Soldaten, die sich eigentlich erst nach ihrer Pensionierung, also im fortgeschrittenen Alter verehelichen durften. Im Namen der Barmherzigkeit, aus Mitgefühl mit den Liebenden brach der Bischof das staatliche Recht und beschenkte die Hochzeiter noch mit Blumen aus dem eigenen Garten. Das brachte ihm am 14. Februar 269 den Märtyrertod ein.
Im Namen der Mitmenschlichkeit darf gerade der Christ, der von der absoluten Liebe Gottes lebt, auch noch heute dem Staat Widerstand leisten. Auch der demokratisch durch Wahlen kontrollierte Staat verhält sich nicht immer human. So ließen Kirchengemeinden von der Abschiebung bedrohte Asylbewerber in ihren Räumen wohnen und Christen beteiligten sich an Sitzblockaden vor US-Kasernen, wo Massenvernichtungswaffen aufgestellt werden sollten.
Unerwähnt darf auch nicht bleiben, dass gerade Christen durch friedliche Proteste den Sturz der kommunistischen Regime in Herbst 1989 bewirkten. Die Liebe zum Mitmensch soll stets das Maß unseres persönlichen christlichen Handelns sein, nicht das Schielen auf die Mehrheit, nicht die sture Befolgung von Vorschriften.
In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.