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Aufgrund der Witterung hatte die Arbeitsgruppe Stolpersteine mit wesentlich geringerer Beteiligung gerechnet. Von der Unteren Waaggasse, wo sich früher eine Hopfenverarbeitung im Besitz der jüdischen Familie Sternau befand, begleitete Stadtführer Friedrich Weiß die Interessierten zur Wilhelmstraße, wo der Familie Stein gedacht wurde. Anschließend führte der Weg auf den Marktplatz vor das ehemalige Hotel Krone, das heutige Restaurant Bamboleo, das Iwan und Hilda Schwab gehört hatte; beide waren in der Shoah ermordet worden. In der angrenzenden Nürnberger Straße, wo einst die Familien Wollenreich und Luchs wohnten, denen in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 die Wohnungen verwüstet worden waren und die daraufhin Neustadt als letzte Juden verlassen mussten, legten die Teilnehmer des Rundgangs - wie auch für die anderen NS-Opfer rote Rosen mit Namensbändern für die Ermordeten nieder.
Über den früheren Ludwigsplatz, heute Max-Döllner-Platz, wo Jenny und Hugo Sternschein wohnten, ging die Gruppe weiter in die Bamberger Straße zum Standort des ehemaligen Handelsgeschäfts der jüdischen Familie Lein sowie zum Geschäftshaus von Rudi und Martin Schwab, dessen Sohn Henry (Hans) Schwab den Holocaust überlebt hatte und heute in den USA lebt. Den Abschluss des Rundgangs zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Neustadt bildete eine Gedenkansprache am Standort der ehemaligen Synagoge in der Gartenstraße.
Vor der Krone und in der Nürnberger Straße möchte die Arbeitsgruppe Stolpersteine gerne die ersten Stolpersteine in Neustadt verlegen, da für die Familien Hilda und Iwan Schwab sowie Luchs die erforderlichen Daten bereits vollständig vorliegen. Die Arbeitsgruppe freut sich sehr über die Zusage, dass Geißendörfer in der Stadt seiner Jugend bei der Aktion mithilft. Seine Fernsehserie Lindenstraße hatte das Thema aufgegriffen. Der von den Vereinten Nationen zum internationalen Holocaust-Gedenktag ernannte 27. Januar erinnert an die Befreiung der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 und gilt in Deutschland seit 1996 als offizieller Gedenktag.
In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.