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MDL Schmidt: Gesetz schadet kleinen Ferkelzucht-Betrieben

Landtagsabgeordnete der Freien Wähler kritisiert Bundesregierung - 07.09.2018 18:58 Uhr

MdL Gabi Schmidt (rechts) sah sich bei einem Ferkelerzeuger in der Region um. © privat


Ab 1. Januar 2019 dürfen Ferkel nur noch unter Narkose kastriert werden. Notwendig ist die Kastration bei männlichen Ferkeln, weil Eberfleisch bei der Erhitzung meist einen für den Verbraucher unangenehmen Geruch entwickelt. Eberfleisch wird von den meisten Schlachtereien gar nicht angenommen, ergaben Nachfragen von Gabi Schmidts bei mehreren mittelfränkischen Schlachtbetrieben. Auch der Handel lehne Eberfleisch als unverkäuflich ab, die Kastration sei also aufgrund des Konsumverhaltens notwendig.

"Die Bundesregierung macht Gesetze, aber es fehlen praktikable Alternativen. Jetzt stehen unsere Ferkelzüchter im Regen", kritisiert Schmidt. Andere Wege, wie zum Beispiel die Ebermast, förderten Aggressionen und verursachten Verletzungen und Verstümmelungen bei den Tieren. Auch eine Immunokastration mittels einer Impfung sei nicht ausgereift. Neben dem schlechten Bauchgefühl beim Verbraucher, ob der Konsum von geimpften Schweinefleisch Folgen habe, bewiesen Studien eine Wirksamkeit von nur 70 Prozent.

"Entspricht das dem Tierwohl?"

Vor allem die Kleineren unter den 142 Ferkelerzeugern im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wüssten oftmals nicht, wie es ab 2019 weitergehen solle, stelle Schmidt fest. Eine Anschaffung von teuren Betäubungsgeräten sei für viele schlichtweg nicht leistbar. Vielen drohe daher das Aus und damit gäbe es weniger in Bayern und Deutschland unter hohen Tierschutzstandards aufgezogene Ferkel. Die Folge wären vermehrt Ferkelimporte und Importfleisch aus Ländern, in denen bei Aufzucht und Haltungsbedingungen schlechtere Bedingungen herrschten, so MdL Schmidt, die auch mit dem Hinweis auf mehr Tiertransporte fragt: "Entspricht das dem Tierwohl?"

Die FW-Politikerin fordert daher weiter eine vernunftorientierte und gleichzeitig schonende Methode der Kastration: Dem Landwirt soll es weiterhin ermöglicht werden, diese selbst vorzunehmen. Damit das Tier jedoch nicht unnötig leidet, mit einer lokalen Betäubung. Eine Kastration unter Vollnarkose ist mit hohen Kosten verbunden, da dazu ein Tierarzt notwendig ist. "Das führt nur dazu, dass wir Tierärzte aus Osteuropa bekommen, die diese Arbeit dann im Akkord machen", vermutet Schmidt. "Außerdem geht ein Landwirt mit seinen eigenen Tieren gewissenhafter um."

Deshalb plädiert Schmidt in einer Pressemitteilung für mehr Vertrauen in die heimischen Landwirte: "Keiner unserer bäuerlichen Betriebe kann es sich leisten, Tiere unnötig Leid zuzufügen. Das schlägt sich auf die Qualität und den Absatz nieder. Solange es für die kleinen Betriebe keine besseren und vor allem bezahlbaren Methoden gibt, muss die geplante Gesetzesänderung zum 1. Januar 2019 verschoben werden." 

nb

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