Sonntag, 09.12.2018

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Mit 30 Zimmern: Gasthaus "Krone" wird zum Hotel

Rohbau soll bis Weihnachten fertig sein - Gebäude "Auf Sand gebaut" - 02.11.2017 20:34 Uhr

Schnittstelle von historischer Bausubstanz und neuen gastronomischen Perspektiven: Das "Krone"-Sanierungsprojekt im Herzen der Kreisstadt. © Harald Munzinger


 Schon 2014 hatte er das die Marktplatzkulisse prägende Gebäude mit dem Plan gekauft, es zu neuem Leben zu erwecken und zugleich ein neues Kapitel der Gastronomie in der Kreisstadt aufzuschlagen. So wie er es schon mit der zu einem Brauereigasthof "verwandelten" Kohlenmühle oder mit dem "Allee-Hotel" getan hat, das aus einem ehemaligen Schülerheim entstanden war und heute "die" Adresse für Tagungen großer Konzerne in einem ebenfalls besonderen Ambiente ist. Dieser Linie bleibt Hufnagel auch bei der "Krone" treu, in der ein "Budgethotel" mit 30 Zimmern und 58 Betten entstehen sowie gastronomisch ein Exempel der Selbstbedienung "mit Stil" statuiert wird.

Sich seine Speisen vom kalten und warmen Büffet in einer ganz speziellen Atmosphäre mit einem "Hauch stolzer wilhelminischer Zeit" schmecken zu lassen, gerät Lothar Hufnagel ins Schwärmen, wenn er über die mit dem auf Denkmalobjekte spezialisierten Architekten Andreas Burkart entwickelten Pläne mit dem spannenden Spagat von Historie und Moderne erzählt. Bis diese realisiert sein werden, sind nach einem sehr langwierigen Genehmigungsverfahren im Konfliktfeld von Denkmal- und Brandschutz noch jene "Unwägbarkeiten in alter Bausubstanz" zu bewältigen, die Hufnagel schon im frühen Stadium der Projektierung erahnt hatte. Denn jetzt hat sich herausgestellt, dass das mächtige, im Kern aus dem 15. Jahrhundert stammende Gebäude, das 1742 und 1790 die Gesandtschaft zur Kaiserkrönung mir den Kronjuwelen beherbergte, buchstäblich "auf Sand gebaut" ist, also kein Fundament hat.

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Gebäude muss "unterfangen" werden

Gut möglich, dass dies auch die nächsten Jahrhunderte gut gehen würde, doch kennen Baurecht und -sicherheit den Eventualfall nicht und kann das Haftungsrisiko heute niemand mehr tragen. So mussten Bauherr, Architekt und Statiker nach praktikablen Lösungen suchen, wie das Gebäude mit der prächtigen Fachwerkfassade "unterfangen" werden kann. Das ist zwar heute unter anderem mit Quellharzinjektionen kein unlösbares Problem mehr, schlägt sich aber als Zeit- und Kostenfaktor nieder. Der "Biss in einen sauren Apfel", der für Lothar Hufnagel nicht neu ist. Der sieht unterdessen zufrieden den Anbau in die Höhe und damit auch das Interesse der "Zaungäste" an dem Komplex wachsen.

Der Rohbau der beiden Flügel im "Kronengässchen", die einen überdachten Biergarten säumen werden, soll Weihnachten fertig sein. Im vorderen entsteht ein gemütlicher "Moggerla-Stall", im hinteren wird die gesamte Technik "versteckt" sein. Parallel zu den Neubauten läuft die Generalsanierung in dem nicht nur zeitlich "in die Jahre gekommenen" Hauptgebäude, dessen Fachwerkfassade erhalten bleiben, lediglich mit vergrößerten Fenstern im Erdgeschoss mehr Licht in die 200 Quadratmeter große Halle kommen wird.

In der erwartet den Gast einst eine Melange aus Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre mit einigen "Hufnagel-typischen" Schmankerln vom Beichtstuhl bis zum "Kavernettla" sowie einer modernen Epoche der Gastronomie. Im Hotel werden Biker und Radler ebenso willkommen sein, wie Gäste der "sich immer weiter ausbreitenden Nürnberger Messe", und elektronisch einchecken. 

Harald J. Munzinger E-Mail

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