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Donnerstag, 21.03.2019

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"Modernstes Ehrenamt der Welt"

Ausgezeichneter Start der Neustädter Nachbarschaftshilfe - 12.03.2019 12:31 Uhr

Karin Larsen-Lion (r.) berichtete mit einem reichen Erfahrungsschatz über die "Nachbarschaftshilfen". Über das große Interesse an der Mitwirkung in Neustadt freuten sich die städtische Koordinatorin Karin Mosch, Seniorenbeauftragte Heike Gareis, Regionalmanagerin Andrea Linz und Erster Bürgermeister Klaus Meier (v. l.). © Harald Munzinger


Begleitet wird dieses vom Regionalmanagement des Landkreises und der Caritas im Netzwerk "Über Zaun und Grenze".

Erster Bürgermeister Klaus Meier freute sich über die stattliche Zahl von Bürgerinnen und Bürgern, die der Einladung zur Auftaktveranstaltung der "Nachbarschaftshilfen" in der Rathaus-Ehrenhalle gefolgt waren. Diese waren von der Seniorenbeauftragten Heike Gareis als Gemeinschaft von "Menschen mit Herz, Verstand und Mut angeregt worden, die unsere Gemeinschaft braucht", angeregt worden. Der Stadtrat beschloss die Übernahme der Trägerschaft, im Rathaus koordiniert von der Leiterin der Hauptverwaltung, Karin Mosch.

Diese hatte zur Einführung in die von Regionalmanagerin Andrea Linz für die Selbständigkeit und Lebensqualität begrüßten und im Landkreis schon in einem Kommunen etablieten Hilfen die Rechtsanwältin Karin Larsen-Lion aus Pyrbaum eingeladen. Sie leitet seit 18 Jahren die in der 6000-Einwohner Stadt vor 22 Jahren gegründete "Nachbarschaftshilfe" mit 25 Aktiven und hat schon bei vielen der rund 300 Hilfen in Bayern "Geburtshilfe" geleistet. So konnte sie aus einem reichen Erfahrungsschatz die vielfältigen Möglichkeiten der Hilfsdienste von der Begleitung bei Spaziergängen oder Arztbesuchen und Einkäufen, von Arbeiten in Haus und Garten sowie von der Unterstützung Alleinerziehender über Hilfen bei Behördengängen und Schriftverkehr sowie im Umgang mit moderner Technik bis zu Fahrdiensten und "Zeitgeschenken" beim Zuhören oder Vorlesen berichten.

Füllen von Lücken im Sozialsystem

Karin Larsen-Lison schilderte dabei die schönen Erfahrungen mit der Erkenntnis in Übereinstimmung mit Andrea Linz und Netzwerkkoordinatorin Agatha Ludwig, dass man Anderen und auch sich selbst Freude mache, dabei mehr zurückbekomme als man gebe, sparte aber gelegentliche unangenehme Begegnungen nicht aus. Schließlich habe man es bei den "niederschwelligen Hilfen", die Lücken im guten Sozialsystem füllen, "mit der ganzen menschlichen Palette zu tun".

So konnte sie "für das modernste Ehrenamt der Welt" auch eine ganze Reihe praktischer Ratschläge für den Einsatz der individuellen Talente und Zeitressourcen gebe, bei dem man auch das Recht habe, Nein zu sagen und sich nicht ausnutzen lassen dürfe. Dass man nur seine Zeit schenke, nicht aber auch noch draufzahlen solle, ist in ihrer "Nachbarschaftshilfe" mit 30 Cent je Kilometer bei Fahrdiensten geregelt. Mit der Stadt als Träger sah sie in Sachen Versicherung der Helfer und deren Unterstützung "die Königsdisziplin" gegeben. Larsen-Lion empfahl zwei Koordinatoren und den regelmäßigen Erfahrungsaustausch im Team ebenso, wie mit weiteren Hilfen sowie den Kontakt mit anderen Einrichtungen und Fachstellen.

Mehrwert für die Kreisstadt

Mit der "Stadt im Rücken" und der Koordination der Hilfen im Landkreis sah Karin Larsen-Lion die Neustädter "Nachbarschaftshilfe" bei deren Start sehr gut aufgestellt, der es nun "ein Gesicht zu geben" gelte, damit ihre Angebote auch genutzt würden. Heike Gareis freute sich, dass ihr Impuls erfolgreich war und Karin Mosch über die große Bereitschaft zur Mitwirkung. Gut zwei Dutzend Besucher trugen sich als potentielle Teilnehmer an dem Projekt in eine Liste ein, 18 erklärten konkret ihre Mitwirkung. "Eine großartige Sache", so Karin Mosch. Erster Bürgermeister Klaus Meier war vom Mehrwert dieser Initiative überzeugt und sicher, dass mit ihr "unser Städtchen joch ein Stück lebens- und liebenswerter" werde.

Die Wege dazu werden nun im Team der Helferinnen und Helfer abgestimmt, die mit Vorträgen und Fortbildungen fachliche Unterstützung erfahren. Vor Einsätzen werden die ehrenamtlichen Kräfte vom Koordinator "gemäß Interessen und Zeitmöglichkeiten" angefragt, ob sie die gewünschte Hilfe übernehmen können. Schweigepflicht darüber ist oberstes Gebot. Nach den Erfahrungen von Karin Larsen-Lion können etwa drei Einsätze pro Woche mit jeweils einer bis vier Stunden anfallen, die Hilfe generationenübergreifend von der Kinderbetreuung bis zum Seniorenbesuch erforderlich sein. Informationen über die "Nachbarschaftshilfe" geben Hauptamtsleiterin Karin Mosch im Rathaus (09161/666 62), Dorothea Hübner im Freiwilligenzentrum (09161/88 89 19) sowie Andrea Linz im Landratsamt Neustadt (09161/92 14 40). 

Harald J. Munzinger

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