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Nazi-Konzert in Scheinfeld abgesagt

Gemeinde bleibt Veranstaltung der Rechtsextremen vorerst erspart - 25.07.2014 21:15 Uhr

Im Mai kamen rund 400 Rechtsextreme nach Scheinfeld.

Im Mai kamen rund 400 Rechtsextreme nach Scheinfeld. © Gerhard Krämer


Sie zeigten den Hitlergruß und Hakenkreuze und gingen auf die Polizisten mit Eisenstangen los: Für Dutzende Neonazis hatte der NPD-Bayerntag in Scheinfeld ein Nachspiel. Doch auch die Stadt selbst vergaß diese Versammlung Rechtsradikaler nicht so schnell. Was blieb, war die Angst, die Chaoten könnten zurückkehren.

Rund 400 Rechtsextreme waren Ende Mai nach Scheinfeld gekommen, um sich in einer etwas in die Jahre gekommenen Diskothek am Ortsrand zu versammeln. Zum Abschluss spielten sie Ausschnitte aus dem Paulchen-Panther-Lied: "Wir kommen wieder, keine Frage". Mit dieser Melodie aus "Der rosarote Panther" hatte auch der NSU sein Bekennervideo unterlegt.

Niemand in Scheinfeld wollte das Lied allerdings wörtlich nehmen. Und doch sollte es so kommen. Am Freitag, 18. Juli, meldete ein Veranstalter aus der rechten Szene eine geschlossene Veranstaltung bei der Stadt an. Für Samstag, 2. August, war wieder ein Konzert in der Diskothek geplant, wie das Landratsamt mitteilte.

Nun allerdings hat der Veranstalter die Konzertankündigung zurückgenommen. Als Grund nannte er die Absage der Band, die an diesem Abend aufgetreten wäre. Die Stadt Scheinfeld und das Landratsamt Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sind über den Verlauf erleichtert. Schon von Beginn an hätte es große Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Veranstaltung gegeben.

Ob die Rechtsextremen das Konzert zu einem späteren Termin nachholen wollen, ließ der Veranstalter in seinem Schreiben an die Stadt offen. "Sowohl die beiden Verwaltungen als auch die Polizei werden die weiteren Entwicklungen sehr genau im Auge behalten", heißt es in einem Schreiben des Landratsamts. "Wir werden alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten prüfen, um derartige Veranstaltungen aus der Region dauerhaft fernhalten zu können." Die 4500-Seelen-Gemeinde jedenfalls hofft, dass die Neonazis keine weiteren Konzerte in ihrem Städtchen veranstalten und nie mehr wiederkommen.

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