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Neustadt bekommt S-Bahn-Halt - doch es regt sich Kritik

Zurückhaltung im Rathaus: Bürgermeister Meier besteht auf bessere Taktung - 25.04.2018 07:16 Uhr

Die S-Bahn-Anbindung Neustadts wäre ein Imagegewinn für die Kreisstadt, müsste aber auch Verbesserungen in der Taktung bringen. © Harald Munzinger


Einem online abrufbaren "Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union" zufolge sollen von Dezember 2021 bis 2030 S-Bahnen zwischen Nürnberg und Neustadt/Aisch und teilweise sogar bis Markt Bibart verkehren, wie die Fränkische Landeszeitung berichtet.

Im März 2014 hatten die Freien Wähler im Landtag den Antrag eingebracht, Neustadt und den Landkreis ins Nürnberger S-Bahn-Netz einzubinden. Dies zeichnet sich nun tatsächlich ab, allerdings gibt es nun auch Kritik. Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt begrüßt den Vorstoß der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, meint jedoch: "Ein drittes Gleis bis nach Neustadt/Aisch hätte einen noch deutlicheren Mehrwert".

Zurückhaltend positiv bewertete auch Erster Bürgermeister Klaus Meier zunächst die überraschende Information aus den Medien. Dies sei für das Image der Stadt zweifellos eine gute Sache, doch sei aus den bisherigen Mitteilungen keine Verbesserung der Taktung zu erkennen. Die sei für ihn jedoch mit dem 20-Minuten-Takt in beiden Richtungen insbesondere in den Kernzeiten der Pendler am Morgen und Abend eine unabdingbare Forderung.

"Bleiben da sehr aufmerksam dran" 

Der Bürgermeister erwartet noch offizielle Informationen zu den Plänen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, die auf keinen Fall zu einer Verschlechterung der Bahnanbindung – auch mit dem zu erhaltenden Regionalexpress – führen dürften: "Wir bleiben da sehr aufmerksam dran". Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt gibt zu bedenken, dass für einen S-Bahn-Anschluss noch weitere Verbesserungen notwendig seien.

"Nach dem jetzigen Stand der Planungen gibt es nur neue Fahrzeuge, aber keine verbesserte Anbindung beziehungsweise Taktung", so Gabi Schmidt. Außerdem seien noch viele Arbeiten notwendig seien, da nicht alle Bahnhöfe auf der Strecke S-Bahn tauglich seien: "Mit dem Umbau der Stationen hinsichtlich der geforderten Bahnsteiglängen und Bahnsteighöhe auf S-Bahn-Standard muss bald begonnen werden, um nicht weitere Zeit zu verlieren."

Durchgehend Drittes Gleis gefordert

Eine deutliche Attraktivitätssteigerung wäre ein durchgehendes drittes Gleis bis nach Neustadt/Aisch. Die derzeitigen Planungen für ein weiteres Gleis von Fürth nach Siegelsdorf seien nicht ausreichend, so die Abgeordnete aus Uehlfeld. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 sei ein Ausbau mit drei Gleisen bis Siegelsdorf vorgesehen, jedoch die gesamte Strecke bis nach Würzburg deutlich überlastet. Schmidt und die Freien Wähler forderten deshalb bereits im Jahr 2014 im Landtag den Bau eines dritten Gleises mindestens bis Neustadt/Aisch.

Dies würde zu einer deutlichen Entzerrung des Bahnverkehrs führen und wesentlich bessere Taktzeiten möglich machen, ist sie überzeugt. "Dann wäre die Strecke vor allem für Berufspendler interessanter – und der ländliche Raum zwischen Nürnberg und Würzburg würde deutlich gestärkt werden. Wenn man Fahrzeuge aus den Großstädten fernhalten will, dann muss auch eine dementsprechende Infrastruktur vorhanden sein."

Der Einsatz für das dritte Gleis geht weiter

Zum Handicap Bahnbrücke Emskirchen meint die Landtagsabgeordnete, dass die neu gebaute Brücke in Emskirchen normal weitergenutzt werden könne. Da Bahnbrücken grundsätzlich nicht dreigleisig gebaut würden, könne neben der neuen "einfach eine weitere Brücke gebaut werden, um hier ein drittes Gleis anzuschließen". Das habe auch das Innenministerium in einem Antragsbericht bestätigt. Sie werde sich, so Schmidt, "daher weiter dafür einsetzen, dass ein durchgehendes drittes Gleis auf der Strecke realisiert wird".

Auf der "Verkehrskonferenz Mittelfranken" am 23. Januar 2014 in Nürnberg hatte Staatsminister verkündet, dass die hohe Zugfrequenz und zu geringe Fahrgastzahlen auf der Strecke gegen einen Anschluss der Stadt Neustadt/Aisch sowie des Landkreises Neustadt/Aisch–Bad Windsheim an das Nürnberger S-Bahn-System sprechen würden. 

Wichtiger Schritt für die Region

Als einen wichtigen Schritt für die Entwicklung der Region bezeichnete der hiesige Stimmkreisabgeordnete Hans Herold das Vorhaben der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die Kreisstadt Neustadt/Aisch und Markt Bibart an die S-Bahn Nürnberg anzubinden. Hierzu kündigt der Stimmkreisabgeordnete eine Bahnkonferenz mit den beteiligten Entscheidungsträgern an.

Um offene Fragen zu klären und insbesondere auch die Landräte im Stimmkreis, Landrat Matthias Dießl (Fürth) und Landrat Helmut Weiß (Neustadt a.d. Aisch – Bad Windsheim), wie auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister über dieses Projekt zu informieren, wird der Stimmkreisabgeordnete Hans Herold eine Bahnkonferenz organisieren, bestehend aus den politischen Spitzen des neuen Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, Vertretern der Deutschen Bahn AG sowie Vertretern der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN). "Ich halte diese Entwicklung für äußerst erfreulich", so Hans Herold. Daher möchte er alle Beteiligten an einen Tisch bringen, um über die konkreten Pläne der BEG für diese Strecke zu sprechen. 

hjm, nb

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