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Dienstag, 22.05.2018

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Neustädter Berufsschule gibt Tipps für perfekten Baumschnitt

Praktische Übungen an älteren Obstbaumbeständen im "Hasengründlein" - 23.02.2018 11:12 Uhr

Bei der praktischen Unterweisung erfolgte der Rückschnitt an Obstbäumen im Siedlungsgebiet "Hasengründlein" © Privat


Berufsschullehrer Ludwig Memhard, seines Zeichens auch ausgebildeter "Triesdorfer Baumwart", führte den Lehrgang durch. "Ein falscher Schnitt kann dazu führen, dass im nächsten Jahr der Baum keine oder nur noch wenige Früchte trägt", erläuterte Memhard den angehenden Landwirten. "Obstbäume gehören wie jede Kultur gepflegt", betonte er und verwies darauf, "dass auch die Hochstammbäume auf den Streuobstwiesen am Ortsrand, deren Erhalt uns sehr am Herzen liegt, dieser Pflegemaßnahme bedürfen".

Sowohl der Erziehungsschnitt bei jungen Bäumen als auch die Pflege älterer Hochstammbäume wurde angesprochen. Dabei wurde deutlich, dass ein kontinuierlicher Baumschnitt bei den stark wachsenden Streuobstbäumen erforderlich ist, um sowohl gute Erträge als auch die Langlebigkeit der Bäume sicherzustellen. "Insbesondere in den Anfangsjahren müssen diese begleitet werden, um eine gute Statik aufbauen zu können", so Baumwart Memhard.

Für die praktischen Übungen standen ältere Obstbaumbestände der Stadt Neustadt/Aisch im "Hasengründlein" zur Verfügung. Bei trockenem Winterwetter wurde den angehenden Landwirten, Tierwirten und Fachkräften für Agrarservice manche Kniffe des fachgerechten Baumschnitts vermittelt.

So gelingt der Baumschnitt

Am wichtigsten ist nach fachkundiger Unterweisung die Neugestaltung der Leitäste, um Wassertrieben vorzubeugen. "Flachdachschneider" wunderten sich immer wieder über viele Wasserschosser. Triebe entferne man direkt am Ansatz, ohne den Astring zu verletzen. Dabei sollten keine Stummel (Kleiderhaken) stehen gelassen werden. "Beim Einkürzen von Trieben schneidet man knapp über den Knospen. Diese Augen sollten nach außen, der Wuchsrichtung des neuen Triebes zeigen", so die praktische Anweisung. Nach dem Auslichten sollte man "seinen Hut durch die Äste werfen können", lautet eine alte Baumschnittregel.

Die Bgj'ler übten eifrig mit selbst mitgebrachten Baumschnitt-Werkzeugen. Auch auf die Unfallverhütung, besonders beim Leitereinsatz an Hochstämmen, wurde nach dem Motto: "Safety first - Sicherheit zuerst" geachtet. Neben den üblichen Sägen und Scheren kamen aber auch High-Tech-Werkzeuge zum Einsatz. Eine bekannte ortsansässige Firma stellte akkubetriebene Spezialgeräte von der Handschere bis zum Hochentaster mit Elektrokettensäge als Vorführgeräte zur Verfügung. Elektroschneidegeräte sind beim professionellen Anwendern bereits etabliert. Natürlich hat diese Technik auch ihren Preis. Aber für Profis in der Landschaftspflege überzeugen die Vorteile, wie Kraftersparnis, Gelenke-Schonung, mehr Arbeitsleistung, sauberer Schnitt, keine Abgase und auch kein Lärm. Ein Nachteil ist noch das Gewicht besonders leistungsfähiger Akkus auf dem Rücken.

Kinder als interessierte Beobachter

Die Kinder im Louise-Scheppler-Kindergarten beobachteten das Treiben der jungen Baumpfleger vom Gruppenraum aus sehr interessiert. Als eine Erzieherin spontan anfragte, ob man drei Bäume auf dem Kindergartengrundstück eventuell mitschneiden könnte, ließen sich die Schüler von Fachlehrer Ernst nicht zweimal bitten und setzten zur Nachbarschaftshilfe mit der Leiter über den Gartenzaun an.

Im nächsten Jahr wird erneut Gelegenheit sein, das Baumschnittwissen im Berufsgrundschuljahr Agrarwirtschaft aufzubessern. Anmeldungen für eine Ausbildung in den Berufen Tierwirt, Landwirt und Fachkraft für Agrarservice nimmt die Berufsschule Neustadt/Aisch an. Das Berufsgrundschuljahr Agrar ist in allen drei Berufen jeweils das erste Ausbildungsjahr. 

hjm

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