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Montag, 24.09.2018

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Neustädter Gartenbauverein schmückt den Osterbrunnen

Magisch-bunter Anziehungspunkt auf dem Marktplatz - 26.03.2018 16:25 Uhr

Das engagierte Team des Neustädter Gartenbauverein konnte erneut stolz auf einen der schönsten Osterbrunnen in der Region sein. © Harald Munzinger


Unzählige Male wurde der Neptunbrunnen in seinen farbenfrohen Osterschmuck fotografiert und noch häufiger von Passanten und Besuchergruppen bestaunt. Etliche beobachteten auch tags zuvor staunend, wie viele fleißige Helfer des Gartenbauvereins den Neptun- in einen der zweifellos schönsten Osterbrunnen der Region verwandelten. Doch das war nur das Finale einer wochenlangen Arbeit, die in diesem dem Kunstwerk steckt.

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Malerischer Osterschmuck des Neptunbrunnen in Neustadt/Aisch

Seit über 20 Jahren legt der Neustädter Obst- und Gartenbauverein dem "Neptunbrunnen" in der malerischen Marktplatzkulisse der Kreisstadt den Osterschmuck an. Ein mit viel Leidenschaft gepflegter Brauch, hinter dem immense Arbeit steckt. Sie wird mit viel Bewunderung belohnt.


Am Montag hatte diese mit dem Schneiden von Buchs, am Dienstag von Tujahecken begonnen und am Mittwoch ging es nach der Schilderung von Vorsitzendem Thomas Hoffmann in den Wald, um rund drei Kubikmeter Fichtenwedel zu besorgen. Aus diesem Material die langen Girlanden zu binden, die von Neptuns Füßen bis zum Brunnenrand reichen, war am Donnerstag die Handarbeit von rund 20 eifrigen Kräften, zu denen Bürgermeister Meier erstmals auch drei Gärtnerinnen des Bauhofes als wertvolle Hilfe abstellte.

Bei 1200 das Zählen aufgehört

Nachdem am Freitag die Girlanden mit den bunten Eiern – bei 1200 wurde das Zählen aufgehört – vorgesteckt waren, konnte es am Samstag an die aufwändige Montage gehen; eine stabsplanmäßige Arbeit, für die seit gut 20 Jahren jeder Handgriff geübt ist. Sind die Girlanden gespannt, werden die Kränze angebracht, in die in (relativ) sicherer Höhe die mit wunderbaren Motiven kunstvoll bemalten Eier – teilweise mit Stadtansichten – gesteckt werden. Auch die Löwengruppe bekommt einen bunten Kranz und am Ende wird der Brunnenrand auch mit schönen Frühlingsblumenschalen von Gärtnermeister Dornauer verziert.

Für diese Aktion sei viel Leidenschaft nötig, bewundert am Rand des Geschehens Vorsitzender Hoffmann sein engagiertes Team, in dem ältere Gartenfreunde und junge Kräfte Hand in Hand arbeiten. Auf der einen Seite motiviert dazu die Tatsache, dass man für die Stadt einen magisch-bunten Anziehungspunkt schafft, auf der anderen muss man Jahr für Jahr gegen den Frust ankämpfen, dass immer wieder die liebevoll bemalten Hühnereier – Plastik kommt für den Gartenbauverein nicht in Frage – mutwillig zerstört oder für den Osterschmuck daheim gestohlen werden.

Lücken werden geschlossen

So werden Lücken in den Eiergirlanden oder -kränzen immer wieder aufgefüllt, ließ Vorsitzender Hoffmann wissen, ratlos, wie man gegen den Vandalismus angehen könnte. "Hängt Wildkameras in die Bäume, um die Täter zu überführen", meinte ein Passant, dass bereits Attrappen mutmaßlicher Videoaufzeichnungen abschrecken könnten. Was allerdings nichts gegen Eltern helfen würde, die dem Entdeckungsdrang der Kinder nicht etwa mit dem Hinweis Einhalt gebieten, dass man mit den Augen und nicht mit den Fingern schaut, und mit dem Cappuccinoschaum auf den Lippen zerbrochene Eier als Lernprozesse kommentieren.

Diese könnten sich in den nächstem Jahren umkehren, wenn das Vorhaben des Gartenbauvereins gelingt, im Zusammenwirken mit dem Grundschulen Eier für die unteren Stränge des Neustädter Osterbrunnens von Kindern bemalen zu lassen. Das, so Thomas Hoffmann, fördere die Kreativität ebenso wie das Verantwortungsgefühl und den sorgsamen Umgang mit dem Brunnenschmuck.

Bewunderung als schönster Lohn

Die Bewunderung, die dieser schon am Palmsonntag mit zahlreichen Gästen in der Stadt auch durch das Jubiläumswochenende des Karpfenmuseums fand, sollte der schönste Lohn für viel Arbeit sein, die in dieser Brauchtumspflege steckt. Für manch einen Besucher waren der Osterbrunnen und auch der Osterschmuck im Umfeld von Neustadt eine ganz neue Erfahrung: "Das gibt es bei uns nicht", ließ es junge Frau aus dem Schwäbischen wissen. Eine Radlergruppe aus Hessen bestaunte den Neustädter Brunnen und ließ sich über manch alberne Installationen am Wegesrand mit der Bemerkung aus, dass vielleicht manchmal weniger mehr wäre, um Traditionen "nicht zu verkitschen". Das Bild von der Rast am Marktplatz nahmen sie als tolle Erinnerung mit.

  

Harald J. Munzinger

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