Montag, 17.12.2018

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Onlineprinters-Gruppe zieht von Neustadt nach Fürth

Großes Bedauern seitens der Jungen Union - Ein kritischer Blick in die Zukunft - 13.07.2018 12:21 Uhr

Der Leuchtturm der lokalen Wirtschaft hat für die Junge Union mit der Verlagerung des Firmensitzes der Onlineprinters-Gruppe nach Fürth seine Leuchtkraft für Neustadt eingebüßt. © Harald Munzinger


Nach Mitteilung ihres Ortsvorsitzenden Martin Hufnagel "bedauert es die Junge Union Neustadt/Aisch-Land sehr, dass der größte Arbeitgeber in  Neustadt, die Onlineprinters-Gruppe, ihren Hauptsitz und 85 hochqualifizierte Arbeitsplätze nach Fürth verlegt". Für Neustadt/Aisch bedeute dies neben einem Imageverlust, auch den Verlust von Gewerbe- und Einkommenssteuererträgen, und jungen Neustädtern stünden dadurch weniger Berufsauswahlmöglichkeiten in modernen Berufsfeldern wie Marketing oder IT zur Verfügung, stellt Hufnagel in einer JU-Pressemittelung fest. Auch der Ruhm durch einen eventuell in der Zukunft geplanten Börsengang der Onlineprinters-Gruppe (laut Handelsblatt-Artikel vom 07.05.2018) "geht an der Stadt Neustadt vorbei".

Die Junge Union wundert sich, dass es seitens der Stadt und der im Stadtrat vertretenen Parteien bisher keine Reaktion gegeben habe. Hufnagel: "Wie so oft werden negative Themen totgeschwiegen, statt die Zukunft der Stadt aktiv anzugehen!" In diesem Zusammenhang fordere die JU die Stadt und den Stadtrat auf, sich zeitnah mit dem Thema "Neues Gewerbegebiet" zu beschäftigen.

Neues Gewerbegebiet überfällig

Die Ausweisung eines neuen, dringend benötigten Gewerbegebietes sei bereits überfällig. Allein die vorhergehenden Prozesse, um eine Baureife herzustellen, benötigten meist mehrere Jahre Vorlauf! "In Zeiten von ständigem Wandel und Veränderung darf man hier, unserer Meinung nach, keine Zeit verlieren!", so die JU-Stellungnahme. In der wird die Gefahr beschworen, "von Nachbargemeinden abgehängt zu werden und wichtige Unternehmen, wie auch Steuereinnahmen, mittelfristig zu verlieren".

Erster Bürgermeister Klaus Meier bedauerte auf Anfrage die Entscheidung des Unternehmens, den Verwaltungssitz nach Fürth zu verlegen. Dies sei wohl insbesondere der Tatsache geschuldet, dass es auf dem hiesigen Arbeitsmarkt kaum mehr Chancen gibt, qualifizierte Kräfte zu finden. Ein bedeutender Faktor für Neustadt sei jedoch, dass hier die gesamte Produktion mit vielen Hundert Arbeitsplätzen erhalten bleibe.

Neustadt bleibt Produktions-Hauptsitz

Die E-Commerce-Gruppe Onlineprinters bestätigte die Verlegung des Hauptsitzes nach Fürth, betonte aber zugleich, dass "Neustadt/Aisch größter Standort des Unternehmens" bleibe. Aus Neustadt verlagert würden unter anderem die Geschäftsführung, die Bereiche Marketing, Business Intelligence, IFRS, Controlling und Teile der IT. Der Umzug sei für Herbst geplant. Qualifizierte Kräfte in diesem Bereich seien nur in den großen Städten zu finden und meist nicht bereit, nach Neustadt zu pendeln, bestätigte Pressesprecherin Christina Häußer die Aussagen Meiers.

Auf Anfrage betonte sie, dass "alle fünf Produktionsstandorte und mehr als 500 Arbeitsplätze in Neustadt erhalten und weiter ausgebaut werden". Darauf hatte Geschäftsführer Dr. Michael Fries auch schon im Mai bei der Bekanntgabe der Hauptsitzverlagerung nach Fürth zur "erfolgreichen Weiterentwicklung als internationale Unternehmensgruppe" verwiesen: "Im Jahr 2017 haben wir mehr als fünf Millionen Euro in unseren Standort Neustadt an der Aisch investiert und eine weitere neue Halle bezogen. Wir bleiben Neustadt an der Aisch treu und haben auch 2018 bereits Investitionen in sechsstelliger Höhe getätigt."

Die Onlinerprinters-Gruppe ist eine der marktführenden Onlinedruckereien Europas, die jährlich über 2,5 Milliarden Drucksachen für über 800.000 Kunden in 30 Ländern Europas produziert. 700 der 1400 gut ausgebildeten Mitarbeiter werden in Deutschland, je 300 in Großbritannien und Dänemark, und 100 in Polen beschäftigt. 

nb/hjm

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