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Freitag, 21.09.2018

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Origineller WeinWanderPfad in Ipsheimer Rebanlagen

Cartoons und Sprüche laden Besucher zum Verweilen ein - 22.07.2018 13:11 Uhr

Sabine und Bernd Hofmann habe einen originellen Anreiz geschaffen, in den Ipsheimer Rebanlagen auf Entdeckungstour nach Cartoons und Sprüche rund um den Wein zu gehen. © Harald Munzinger


Und das mit Erfolg, über den sich das Winzerehepaar aus Ipsheim mit bereits vielen positiven Reaktionen schon in der Startphase ihres Projektes freut. Die Besucher machten sich gezielt auf die Suche nach den kleinen Schildern, die Sabine und Bernd Hofmann in den eigenen, wie auch in den Weinbergen befreundeter Winzer anbrachten, man also schon sehr aufmerksam durch die weitflächige Rebanlage gehen muss. Wie etwa beim Weinwandertag am 2. September.

Die Hofmanns zielen aber auf die Spaziergänger und Wanderer ab, die den Weinberg gerne individuell durchstreifen. Sie werden nun immer wieder amüsiert einen Stopp einlegen, um etwa über den Cartoon zu schmunzeln, auf dem ein Weingenießer sich eine Südhanglage auf der Zunge zergehen lässt und sein Gegenüber auf "Aldi Süd" tippt. Oder in einem Spruch hintersinnig orakelt wird, dass es mit dem Wein so sei, wie in der Politik: "Man merkt erst hinterher, welche Flaschen man gewählt hat".

Über 100 Sprüche dürften es gewesen sein, die Bernd Hofmann mit Sabine Hofmann ausfindig machten, um 25 davon auszuwählen, wobei die allzu bekannten, wie etwa vom alten Wein und jungen Weibern oder dem für schlechten Wein zu kurzen Leben durch das Raster fielen. So erfährt der Weinbergswanderer unter anderem: "Weinlesen macht nicht betrunkener, als Büchertrinken belesener macht" oder dass Wein den Sport ersetzen kann, da beide das Gefühl gäben, "nackt besser auszusehen".

Aufgeschlossene Cartoonisten

Hatten Sabine und Bernd Hofmann zunächst Bedenken, dass die Idee der Wein-Cartoons an den Zeichnern scheitern könnte, sollten sie "von einer äußerst sympathischen Spezies" angenehm überrascht werden. Alle, bei den sie angefragt hätten – sogar in den USA – hätten spontan zugestimmt und sogar teilweise noch zusätzliche Cartoons angeboten. So konnte eine originelle "Spur" durch den Weinberg gezogen werden, auf der sich vielleicht der eine oder andere Wanderer selbst beschrieben sehen mag, wenn er liest: "Ich liebe es, mit Wein zu kochen; manchmal gebe ich ihn sogar ins Essen."

Humor und Stil sollten passen, erklärte Bernd Hofmann zur Auswahl. Die kleinen Tafeln sollten erheitern und auch mal zum Nachdenken anregen. Das komme offenbar sehr gut an, hat er doch mit Ehefrau Sabine schon viele Komplimente erhalten, was den im Projekt steckenden Aufwand "entlohnen" sollte. Aber nicht nur mit dieser Idee sind die Hofmanns neuen Impulsen für den Wein aufgeschlossen. So generierte Bernd Hofmann mit einer Online-Weinprobe im Rotary E-Club eine stattliche Spende für den Verein "EinDollarBrille e.V.", der von den Rotariern schon mit 20.000 Euro gefördert wurde.

Qualitätssiegel "terroir f"

Im Augenblick gilt aber alle Konzentration den Weinlagen, in denen sich die Winzer auf eine frühe Lese einstellen müssen. Sie dürfte noch vor dem "WeinWanderTag" beginnen, zu dem wiederum Tausende Bausucher aus der Metropolregion und dem angrenzenden Unterfranken sowie Württemberg erwartet werden. Für die Weinlage Burg Hoheneck soll das Siegel "terroir f" künftig nicht nur bei den großen Events ein Gästemagnet sein. Dieses wirbt für "Orte, die man im Gedächtnis behält, Orte, an denen einem der Ausblick den Atem raubt".

Den bietet Ipsheim beim Blick ins weitausladende Aischtal und lässt "in der Landschaft lesen, wie in einem offenen Buch", wie es eines der Kriterien von "terroir f" im "Weinland Franken" ist "für magische Orte, an denen man das Gefühl hat, seit langem mit dieser Landschaft befreundet zu sein". Der Gemeinderat von Ipsheim weiß um diese magische Kraft des weithin bekannten Winzerortes an der "Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße" und bereitet ihn engagiert auf das Qualitätssiegel im "Weinland Franken" vor. 

Harald J. Munzinger

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