Dienstag, 24.10. - 02:34 Uhr

|

Pahres: Interaktiver Dorfbrunnen knüpft an Brautradition an

Einmündung der Braugasse neu gestaltet - Brunnen als neuer Dorfmittelpunkt - 03.08.2017 17:48 Uhr

Georg Hofmann (l.) freute sich mit Bürgermeister Gerhard Eichner, Historiker Dr. Mück, Steinmetz Roland Hack sowie den Künstlerinnen Elke Rogler-Klukas und Ilona Nürnberg (v. r.) über den gelungenen neuen Dorf(bier)brunnen von Pahres . © Erk


Bürgermeister Gerhard Eichner und Joachim Reindler vom Amt für ländliche Entwicklung freuten sich über die große Gästekulisse zum ganz besonderen Anlass, "den Pahresern eine Mitte, einen Dorfplatz zu geben". Dazu wurde die Einmündung der Braugasse neu gestaltet, wobei der Bezug zur Brautradition in einem interaktiven Brunnen zum Ausdruck kommen sollte, wie es Reindler ausführte. Den Wettbewerb dazu mit Beteiligung renommierter Künstler gewann das Kreativteam Elke Rogler-Klukas, Ilona Nürnberg und Roland Hack, denen die besondere Anerkennung beim Festakt gelten sollte. Die Entwicklung und Gestaltung des Brunnens mit dem Kreativteam habe ihm viel Freude bereitet, betonte Joachim Reindler, der den Pahresern wie ihren Gästen viel Spaß mit dem Brunnen wünschte, aus "dem neben Wasser auch oft Bier kommen" möge, wie es nach der Enthüllung der Fall sein sollte.

Dass ihre Vision, Gedanken und Geist des Interaktiven- Brunnens Wirklichkeit geworden seien, freuten sich Ilona Nürnberg und Elke Rogler-Klukas, die ihren Dank an Bürgermeister Gerhard Eichner, die Brauerfamilie Hofmann und an die Bürger von Pahres richteten, die sich mit überwältigender Mehrheit für ihr Brunnenkonzept entschieden hatten, das mit perfektem meisterlichem Handwerk von Roland Hack in einmaliger Teamarbeit umgesetzt worden sei. Daran hatte auch Felix Klukas seinen Anteil mit der Realisierung der Maßkrüge.

Bedeutende jüdische Gemeinde

Auf das gelungene Projekt des "interaktiven Brunnens", der schon bei einem Probelauf viele Menschen begeistert hatte, wurde das völkerverbindende Prosit, Santé, Cheers und Mazeltov ausgerufen, auf dessen Bedeutung der Historiker Dr. Wolfgang Mück einging. Er gab einen kurzen Abriss der wechselvollen Geschichte von Pahres, das vor 785 Jahren zum ersten Mal mit einem adeligen Zeugen in einer Urkunde Erwähnung gefunden habe. Die weitere Ortsgeschichte sei eng verbunden mit der Herrschaft der Zollern im Aischgrund. Deren liberale Judenpolitik habe über vier Jahrhunderte eine blühende jüdische Gemeinde ermöglicht, die mit einem Bevölkerungsanteil von 54 Prozent in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen Gipfelpunkt erreicht habe.

Bilderstrecke zum Thema

Ein neuer Dorfmittelpunkt: Brunnenenthüllung in Pahres

Vor vielen begeisterten Besuchern wurde in Pahres der neue Kunstbrunnen enthüllt. Das damit neu gestaltete Dorfzentrum des Gutenstettener Ortsteiles wurde bestaunt und gefeiert.


Die 1843/1844 im maurischen Stil erbaute Synagoge sei nach dem Wegzug der Juden aus den Dörfern Stein für Stein abgebaut und in Neustadt wieder errichtet worden, wo sie in der Pogromnacht 1938 Ziel antisemitischer Ausschreitungen geworden sei. "Der Ortsname Pahres, der im ersten Jahrhundert als Paris/Pareis große Konstanz aufwies, müsse wohl als slawische Bezeichnung für einen Holzschlag interpretiert werden", führte Dr. Mück aus.

Freibier aus "goldenem" Hahn

Mit großer Spannung verfolgten die Bürger die Enthüllung: "Der große Augenblick war gekommen und der Brunnen erstrahlte unter großem Beifall in seiner ganzen Pracht". Höhepunkt der Enthüllung war zweifelsohne der direkte Bieranstich am neuen Dorfbrunnen durch Georg Hofmann von der Brauerei Hofmann. Zuvor hatte Pfarrer Dr. Markus Müller mit dem Segensspruch und Bibelzitat zum Ausdruck gebracht: "Ihr werdet mit Freude Wasser schöpfen aus dem Brunnen des Heils".

Georg Hofmann gab einen Einblick in die alte Brautradition und führte aus, dass der Brunnen nicht nur für die Völkerverständigung zum Synonym geworden ist, sondern durchaus die vier Maßkrüge symbolisch für die vier Bestandteile des Bieres: nämlich: Wasser, Hefe, Malz und Hopfen stehen. Dann zapfte er aus dem golden glänzenden Hahn zur Freude der Festversammlung kühles, frisches Freibier. Begleitet wurde diese Zeremonie von einer besonderen Überraschung von Nathalie und Georg Hofmann: Von der eigens engagierten Musikgruppe "Klezmaniaxx" aus Erlangen, die zünftige jüdische Musik aufspielte. 

nb/hjm

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pahres