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Pahres: Neuer Dorfbrunnen nimmt auf Ortsgeschichte Bezug

Ilona Nürnberg und Elke Rogler-Klukas setzen Entwurf mit Steinmetz Hack um - 24.07.2017 12:17 Uhr

Steinmetz Roland Hack legt letzte Hand am Brunnentrog an, was die Künstlerin Elke Rogler-Klukas verfolgt. © Harald Munzinger


Sie hatten mit ihrem Konzept für den Dorfbrunnen einen vom Amt für Ländliche Entwicklung ausgeschrieben Gestaltungswettbewerb gewonnen. Nun setzen Ilona Nürnberg und Elke Rogler-Klukas ihren künstlerischen Entwurf eines Kerwa-Brunnens“ mit Steinmetz Roland Hack auf dem neugestalteten Dorfplatz vor der alten Brauerei um.

Der "Pahreser Kirchweih", einem Höhepunkt des Sommers und dörflichen Lebens im Aischgrund sowie überregionalem Anziehungspunkt für Jung zu "diesem traditionellen Fest mit familiärem Charakter" wird damit ein tonnenschweres Denkmal gesetzt.

"Die Gründungsväter wären sicher stolz zu sehen, dass ihre Tradition auch nach über 350 Jahren Begeisterung bei Jung und Alt weckt", sind Rogler-Klukas, Nürnberg und Hack überzeugt. Ihr Dorfbrunnen ist als Publikumsmagnet im Ortskern ausgelegt, wobei "unser Konzept auf der Grundlage dörflicher Gemeinschaft, Respekt und Bewahrung alter Traditionen beruht", so Elke Rogler-Klukas.

Die Aisch fließt

Selbst Teil dieser dörflichen Gemeinschaft habe man dieses Modell für die Menschen im Aischgrund entwickelt. Für sie "fließt die Aisch" über den Dorfplatz, ist Platz für die Rast am kühlen Wasser eingerichtet. Dazu galt es zwei geschichtliche Pfeiler der Ortsgeschichte deutlich zu machen: Die Brautradition und die einstige Bedeutung der Juden in Pahres.

1869 sei in Deutschland die Gewerbefreiheit erlassen worden und es junge Juden gewesen, die ein ganz neues Handwerk erfanden hätten: die Bierkrugveredelung und das Gießen der Zinndeckel, ist es im Brunnenkonzept beschrieben.

Deshalb sei als Symbol für die jüdische Tradition der erste Bierkrug mit einem Zinndeckel versehen. Er werde von innen mit Wasser eingespeist und sprudele über die unteren drei Krüge, die auch einzeln mit Wasser versorgt werden.

Sie symbolisieren das gesellige Anstoßen auf der Kirchweih. "Prosit", "votre santé" (für die französische Partnergemeinde), "cheers"(für internationale Gäste) sowie "mazel tov" (für die jüdische Tradition) „vereinen die Menschen auf der Kerwa“, so das Künstlertrio, das Natalie Hofmann für die Unterstützung ihrer Ideen dankt.

"Ozapft is" 

Neben den Krügen befindet sich ein Blindverschluss als Zugang für einen lebensmittelechten Anschluss, der nur zur Kirchweih-Eröffnung "ozapft is" und echtes Bier sprudeln lässt.

Das Wasser der Brunneninstallation wird in einem Auffangbecken gesammelt und über einen Wasserkreislauf reguliert. Unweit des neuen hatte sich ein alter Dorfbrunnen befunden, an den das Vieh zur Tränke geführt worden war, wie es ein Bild im Braureigasthof dokumentiert.

Am Brunnenüberlauf ergießt sich das Wasser in das Bachbett und "versiegt" unter drei großen Steinen. Die geschwungene Pflasterung nimmt den Aischlauf auf.

Neben dem Brunnenkorpus sind nach Auskunft von Elke Rogler-Klukas im unteren Bereich zwei Bodenleuchten vorgesehen, „die das Exponat bei Nacht von unten nach oben anstrahlen und einen ganz besonderen Lichteffekt erzeugen“. Auf jeden Fall erhalten bleiben sollte eine Mauer mit einem alten Weinstock, „womit sich Tradition und Moderne verbinden“. 

Harald J. Munzinger

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