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Allerdings vollzog er diese Handlung auf „fremden Hoheitsgebiet“. Denn der Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt war erstmals Gast bei der Eröffnung des „KarpfenMarktPlatzes“ in Neustadt/Aisch. Für den Landtagsabgeordneten Hans Herold ein schöner Beleg für das gute Zusammenwirken der Nachbarlandkreise in der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Aischgrund“. Irlinger wusste die „Leihgabe“ Katrin bei offiziellen Anlässen in seinem Landkreis rund um den Karpfen sehr zu schätzen.
Der „KarpfenMarktPlatz“ mit seiner vielfältigen Ausstattung beeindruckte den Gast, der vom Bier-sprudelnden Holzkarpfen über den Aischgründer in kunstvoller Keramik oder als Narrenkappe „so etwas noch nie gesehen“ hatte; die kulinarischen Spezialitäten inklusive. Wegen seiner Leibspeise Karpfen, mit dem Rekord von 113 in einer Saison auch „Roter Kormoran“ genannt, war für Irlinger in Neustadt mit dem ersten gebackenen Aischgründer Saisonpremiere.
Sich auf diesen Genuss so richtig zu freuen, waren der Präsident des Fischereiverbandes Mittelfranken, Fritz Loscher-Frühwald, und der stellvertretende Landrat Bernd Schnizzlein Verfechter der Tradition der R-Monate. Gäbe es den Karpfen ganzjährig, würde er vieles von seiner Exklusivität einbüßen, stimmte Karpfenprinzessin Katrin Uano zu, die den Fischschmaus mehr als Event, denn als reine Nahrungsaufnahme apostrophierte.
Wie souverän sie am Vortag ihre Rolle als „Botschafterin des Karpfens und der Stadt“ bei der Eröffnung der bayerischen Saison mit Minister Brunner gemeistert habe, würdigte Bürgermeister Klaus Meier ihr Wirken. Ebenso die stilvolle Eröffnung der Aischgründer Saison durch den Agendakreis Wirtschaft, wofür sich dessen Sprecherin Ulrike Weisbach den Beifall mit ihrem engagierten ehrenamtlichen Team teilen konnte. Zu den „vorbildlichen Aktivitäten zur Belebung regionaler Kreisläufe“ zählte Meier auch den wöchentlichen Bauernmarkt. „So funktioniert original regional“ führte er zur Selbstvermarktung von Karpfen und Wein mit der Feststellung aus: „Wir wissen, was gut ist“.
Dem mochten Fischerei-Präsident Fritz Loscher-Frühwald -den Irlinger trotz anderer Partei gerne als Karpfen(landwirtschafts)minister im Kabinett gesehen hätte – Landratsvertreter Bernd Schnizzlein und MdL Hans Herold gerne zustimmen. Er sei zwar „kein toller Hecht“, aber etwas Wertvolles und Besonderes, so Schnizzlein, der es dem „Aischgründer“ zusprach, „wie kein anderer Fisch die Landschaft in Bayern geprägt“ zu haben. Landrat Irlinger nannte die Weiher als „Seele der Region“ und hoffte, dass die Teichwirte mit ihrem Wirken auch für die Kulturlandschaft bei der Sache blieben.
Während die erwachsenen Besucher des zehnten „KarpfenMarktPlatzes“ vielfältige Fischspezialitäten auch aus der Schauküche des gastronomischen Bildungszentrums Rothenburg o. d. T. genossen, war für Kurzweil der Kinder gesorgt. Für sie war eine kleine Bastelecke eingerichtet und ein Aquarium mit Karpfen unterschiedlicher Größe besetzt. Deren hölzernen Artgenossen konnten aus dem Neptunbrunnen gefischt und dabei kleine Preise gewonnen werden.
Mit ihren bunt bemalten Deko-Karpfen sorgte die Werbegemeinschaft „Nea activ“ für einen optischen Anziehungspunkt einer Veranstaltung, bei der Neustadt wieder einmal im Bund mit Petrus stand. Entgegen der Schauer-Prognosen lachte die Sonne aus Wolkenlücken bei guter Abkühlung nach der Hitzeperiode: „Ideales „Karpfenwetter eben“.
Das weit über Bayerns Grenzen hinaus bekannte „Aischgründer Karpfenmuseum“ mit seinen wertvollen Impulsen für den Tourismus in Neustadt und der Region lud zu einem Abstecher ein.
In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.
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