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Projekt in Langenfeld: Senioren-WG in alter Bäckerei

"Wichtiger Baustein für die Gemeindeentwicklung" - 01.07.2017 14:56 Uhr

Zur Einweihung der "Ambulant betreuten Wohngemeinschaft Alte Bäckerei" in Langenfeld fanden sich zahlreiche Gäste ein. © Harald Munzinger


So hieß denn auch Bürgermeister Reinhard Streng die Besucher in einer Gemeinde willkommen, "die ihren eigenen Bürgern und auch Bürgern aus der Region mit einer Vielzahl an Einrichtungen dienen kann". Das sollte seine Aufzählung deutlich machen, die vom Kindergarten mit Krippengruppe und dem Kleinkinderspielplatz über ein seit etwa 25 Jahren selbstverwaltetes "autonomes Jugendstübla" und das schon von Bundeskanzlerin Merkel als Modell gewürdigte Mehrgenerationenhaus „Dorflinde“ sowie dem barrierefreien "MehrGenerationenWohnen" bis zum neuen Dienstleistungszentrum mit der Nahversorgung für den täglichen Bedarf nebst Hausarzt- und Physiotherapiepraxis reichte.

Zur professionellen Tagespflege und mobilem Pflegedienst sowie 24-Stunden-Pflegedeinstleistungen kommt nun die "Ambulant betreute Wohngemeinschaft" als "stationäre Pflegekompetenz". In dieser Form einmalig im Landkreis, "aber was ist in Langenfeld schon normal", kommentierte dies Projektentwickler Otmar Eder scherzhaft. Dass dies alles "für eine Gemeinde mit gerade einmal gut 1000 Einwohnern keinesfalls selbstverständlich" sei, stimmte man dem Bürgermeister im großen Gästekreis gerne zu. Damit verbunden sollte auch die Anerkennung für einen aufgeschlossenen Gemeinderat sein, der mit einem "Zwergenhaushalt" Projekte von über drei Millionen Euro stemmte, also eigentlich einmal Luft holen sollte, wie es Streng im Gespräch anmerkte. Dabei war der Blick auf einen der Wohngemeinschaft gegenüberliegenden Scheunenkomplex gerichtet, der sich etwa für in den Dörfern rare Singlewohnungen anbieten könnte.

Bürgerschaft stellt die Weichen

Diesen aufgeschlossenen Gemeinderat gebe es nur, wenn eine aufgeschlossene Bürgerschaft mutige Frauen und Männer in dieses Kommunalparlament wähle, das erneut eine Chance ergriff, aus einem leerstehenden Gebäude - der "Alten Bäckerei" - ein Zukunftsprojekt als weiteren "wichtigen Baustein für die Gemeindeentwicklung" zu realisieren. Für die dabei hilfreiche Städtebauförderung dankte der Bürgermeister ebenso, wie den Partnern, ohne die 1,5 Millionen Euro für diese ganz spezielle "WG" nicht zu finanzieren gewesen wären. In erster Linie war der Dank an 12 Investoren "für ihren Unternehmergeist" gerichtet, von denen neun aus Langenfeld stammen, drei aus der Region. Von 12 Wohneinheiten sind elf belegt, nur eine ist durch einen Todesfall kurzfristig frei geworden.

Bürgermeister Reinhard Streng (3. v. l.) gab den von Gerd Sambale (r.) erhaltenen symbolischen Schlüssel an Monika Schmitz weiter. Projektentwickler Otmar Eder (l.) betonte das modellhafte Projekt, dem die Geistlichen Manfred Lehnert und Karl Meyer (im Hintergrund v. r.) den Segen erteilten. © Harald Munzinger


Streng hob Gerd Sambale mit seinem auf Seniorenkomplexe spezialisierten Planungsbüro heraus, der eine passgenaue und schnell zu realisierende Lösung präsentiert habe. Ebenso Otmar Eder mit seinem "außergewöhnlichen Netzwerk und fundierten praktischen Wissen um wirtschaftliche Zusammenhänge und Funktionsweisen". Als der "Seele des Hauses" übergab Streng den von Gerd Sambale erhaltenen symbolischen Schlüssel Monika Schmitz, um mit ihrem Team auch in diese Wohngemeinschaft ihre Kernkompetenz "warmherziger und professioneller Pflegeleistungen" einzubringen.

Gesundheitsministerin Huml kommt

Den Mietern galt Strengs Dank für den Vertrauensvorschuss in die "Leistungsfähigkeit der Familie Schmitz und in die Funktionsfähigkeit unseres Konzeptes", von der sich im Herbst Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Rande eines Symposiums ebenso überzeugen lassen will, wie vom Mehrwert für einen Ort, wenn ein aufgeschlossener Gemeinderat über Partei- und Gruppierungsgrenzen hinweg für eine zukunftsfähige Gemeinde einsetzt.

"Neue Heimat mitten in der alten"

Dazu gehört es auch, mit einer Einrichtung wie der ambulant betreuten Wohngemeinschaft "eine neue Heimat mitten in der alten Heimat" zu schaffen, "dort wo unsere Familien, unsere Freunde und Bekannten sind", so Bürgermeister Reinhard Streng, der schon in Kürze zur nächsten Einweihung einladen kann. Wenn Langenfeld wieder ein Gasthaus hat, das in der historischen Pferdewechselstation seine Pforten öffnen wird. In einem Nebengebäude entstand ein Blockheizkraftwerk, das neben der Gaststätte die benachbarte Wohngemeinschaft und später auch einmal das Rathaus versorgen wird.

Nach der Einweihung des neuen Komplexes für die Wohn- und Lebensqualität im Alter durch Pfarrer i. R. Karl Meyer und den Langenfelder Geistlichen Manfred Lehnert nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum Blick in die 18 bis 23 Quadratmeter großen Wohneinheiten mit barrierefreien Bädern. Ein großer Wohn- und Aufenthaltsraum mit Küche kann gemeinsam benutzt werden, ebenso die Terrasse und ein kleiner Garten, in dem Hochbeete bereitstehen. Im Gebäude, das von einer Eigentümergemeinschaft verwaltet wird, gibt es auch ein Pflegebad. Mit dem rund um die Uhr gewährleisteten Pflegedienst sollen die Bewohner "Zufriedenheit und Geborgenheit erleben". 

Harald J. Munzinger E-Mail

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