Sonntag, 22.10. - 08:11 Uhr

|

"Prunklosia"-Jubiläum: Die Narren treiben es bunt

Emskirchner Faschingsgesellschaft feiert 55. Geburtstag - 01.07.2017 14:09 Uhr

Neben zahlreichen Bildern und Berichten sowie Orden und Ehrenzeichen sind Uniformen im Wandel der Zeit zu bewundern, was Altbürgermeister Dieter Schmidt am lebenden Modell ebenso vergleicht, wie Sitzungspräsident Bernd Rauscher und Bürgermeister Harald Kempe (v. l.). © Harald Munzinger


Der Vorsitzende der Faschingsgesellschaft "Prunklosia schwarz-weiß Emskirchen", Philipp Ballhorn, reimte die Gesellschaftsgeschichte, die ihren Anfang bei einem Treffen von vier Vereinen genommen hat, die im November 1963 das Saatkorn für den Emskirchner Fasching legten. Das ging im Februar 1964 mit der Gründungssitzung auf und trieb in der Folge prachtvolle Blüten und lässt nach 55 Jahren reiche Früchte von Zusammenhalt, Teamgeist und Trainingsfleiß ernten. Dass man diese auch zum 111. Geburtstagsfest einbringen können möge, wünschte als Gastgeber Sparkassen-Geschäftsstellendirektor Rudolf Born, der auch selbst ein närrisches Jubiläum feierte.

Vor elf Jahren war er erstmals mit den "Monochromen, also den Schwarz-Weißen" in Berührung gekommen. Mit jenen also, "die auf Prinzenpaar und Prunk verzichten, also prunklos sind" und doch so viel Farbe ins gesellschaftliche Leben an der Aurach bringen. Born hinterfragte die Bedeutung der "närrischen Elf" mit ihren vielfältigen Auslegungen. So könnte sie auf die altdeutsche Schreibweise "eylf" zurückzuführen sein, um den Narren zurufen: Ey, lustig, fröhlich. Dieser Spruch war schon 1381 auf der Gründungsurkunde der Karnevalsgesellschaft zu Kleve zu lesen, so Born, der auch die Theorie in Erwägung zog, dass die Zahl 11 ihren Ursprung in der christlichen Kirche habe. Die 11 eben als das Sinnbild der Sünde, denn sie überschreite die Zahl der zehn Gebote. Der Narr stand für die Kirche in seinem Verhalten während der Karnevalszeit außerhalb der religiösen Normen. Was sich heute ganz allgemein auf das Jahr erstrecke.

Im "Werbeblock" machte Direktor Rudolf Born deutlich, dass - egal welche Schlüsse auch aus der närrischen 11 gezogen würden - die Sparkasse 12 Monate da sei. "Und das hier in Emskirchen bereits seit 135 Jahren." Sie sei gut für die Region, und bleibe in der Region. "Wo andere Geschäftsstellen schließen, da wird die Zahl 11 wohl bald überschritten werden, passen wir unsere Geschäftszeiten maßvoll dem Bedarf an und unsere Kundenberater sind auch darüber hinaus vor Ort." In den vergangenen elf Jahren habe die Sparkasse "die Prunklosia jedes Jahr finanziell unterstützt, mal mehr, mal weniger aber insgesamt steht auch hier eine 11 vor dem Punkt". Bei der Ausstellungseröffnung mit Gardetanz und "Prunklosia Helau" erwies sie sich als guter Gastgeber.

Chronik beim Festkommers

Nach dem Sessionsauftakt am 11. 11. kündigte Sitzungspräsident Bernd Rauscher einen Jubiläumskommers an, bei dem mehr auf die Chronik eingegangen werden soll, die Vorsitzender Ballhorn mit dem Fazit streifte, dass die Gesellschaft "tolle Talente hervorgebracht" habe. Als Beispiel sollte Roland Hegendörfer gelten, der Jahrzehnte lang als "Till" unterwegs war. Was in der Gesellschaft alles freiwillig geschehe, könne "einem Vorstand nur Spaß machen".

Auch außerhalb der Session bestens in Form: Die Garde beim "Jubiläumstanz" vor Sekt und Häppchen zum 55. Prunklosia-Geburtstag. © Harald Munzinger


Dass mit der aktuell debattierten Sanierung der "Bürgerhalle" dieser Spaß verdorben werden, mit ihr gar das Ende der "Prunklosia" drohen könne, zerstreute Bürgermeister Harald Kempe derlei düsteren Ängste. Die überfällige Erneuerung werde "im Sinn der Prunklosia" erfolgen, versicherte er. Mit dem Vorstand soll eine Lösung erarbeitet werden, dass die "neue" Bürgerhalle bei der TV-Ausstrahlung des mittelfränkischen Faschings "erste Wahl" sein werde. Die "Prunklosia" sei zu einem festen Bestandteil in der Gemeinde geworden, so Kempe, der den Trainingsfleiß bewunderte, den niemand bei den spielerisch leicht erscheinenden Auftritte erahnen könne.

Wer mehr über die Historie der Emskirchner Faschingsgesellschaft wissen wolle, sollte sich die Ausstellung in der Sparkasse nicht entgehen lassen, lud Direktor Born zum Besuch. Das Marktfest am 2. Juli bereichern die "Schwarz-Weißen" mit einer bunten Schminkaktion. 

Harald J. Munzinger

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Emskirchen