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Radweg zwischen Langenfeld und Diebach freigegeben

"Großer Tag der Straßen" - Lkw’s raus aus Markt Bibart - 13.10.2014 19:58 Uhr

Mit dem symbolisch durchschnittenen Band gaben Kreisrätin Renate Ixmeier, Neustadts Bürgermeister Klaus Meier und sein Langenfelder Kollege Reinhard Streng, MdL Hans Herold, der radelnde Pfarrer Hans Löffler, Leitender Baudirektor Heinrich Schmidt und der Baudenbacher Bürgermeister Reinhold Kessler (v. l.) den Radweg Diebach-Langenfeld frei. © Harald Munzinger


Ein Festtag für viele Bürger im Landkreis, die lange unter dem Schwerlastverkehr in der Ortsdurchfahrt von Markt Bibart gelitten hatten, beim Radweg Neustadt-Langfeld auf eine "ewige" Geduldsprobe gestellt waren und während der Dorfneuerung in Baudenbach manche Behinderung hinnehmen mussten. Von einem Ort zum anderen wurde nun die gute Kunde gebracht, dass sich alle Wünsche erfüllten.

Der Anfang wurde in Markt Bibart gemacht und Bürgermeister Klaus Nölp die Verkehrsanordnung übergeben, mit der nun die Brummis auf die schon lange gebaute Umgehung verbannt sind. Dass nun möglich werden sollte, was lange Zeit als ausgeschlossen gegolten hatte, wurde unter Insidern das "Wahlgeschenk" dankend angenommen. War doch ausgerechnet vor der Landtagswahl die Qual der Markt Bibarter von allen Parteien als Handlungszwang erkannt worden. Möge der Zweck ruhig die Mittel heiligen, wurde dies auch auf das Tempolimit an der B470-Umgehung von Diespeck bezogen, das Landrat Walter Schneider in seinen letzten Amtstagen anordnete. Zunächst annulliert, wurde die Beschränkung auf Umwegen doch vollzogen.

Straßenbau bei Dorferneuerung

Von Markt Bibart ging es zur Straßenfreigabe nach der Dorferneuerung in Baudenbach, wo das symbolische blau-weiße Band durchschnitten wurde, das für den Staat als Kostenträger über “seine” Straße gespannt war. Schwarz-rot-gold sollte es einige Kilometer entfernt sein, wo man beim Warten auf die wichtigen Protagonisten geduldig die Verzögerung in Baudenbach hinnahm. Was sollte schon die halbe Stunde im Vergleich zur Wartezeit auf den Ausbau des Radweges durch den Bund zwischen Neustadt und Langenfeld bedeuten.

“Eine schwere Geburt” sei das und nicht nachvollziehbar gewesen, warum man sich da “gar so pelzig angestellt” habe, stimmten Neustadts Bürgermeister Klaus Meier und sein Langenfelder Kollege Reinhard Streng “am Dreiländereck” überein, an dem auf Baudenbacher Flur die Freigabe des Weges erfolgte. So lag es an Bürgermeister Reinhold Kestler, die Historie des Radweges auf der Trasse der ehemaligen Reichsstraße von Frankfurt nach Nürnberg aufzuzeigen, die 1939 mit dem Bau der Bundesstraße 8 ihre Bedeutung verloren hatte. Ideal sollte sie sich für den Radweg anbieten, nach dem er immer wieder gefragt wurde und vertrösten musste. “Werd’scho, dend’eich ned o” wurde es zu Kestlers Standardsatz auch noch etliche Jahre, nach dem die Kommunen tragbaren Kosten zugestimmt hatten und sich der Zustand des Weges so verschlechterte, dass er Radfahrern nicht mehr zumutbar war.

Doch auch das ist nun Geschichte, der frisch asphaltierte Radweg zwischen Langenfeld und dem Neustädter Ortsteil Diebach offiziell freigegeben. 200.000 Euro an Bundesmitteln seien in den Lückenschluss investiert worden, teilte Leitender Baudirektor Heinrich Schmidt mit. Er brachte dabei seine Freude zum Ausdruck, damit “ein wichtiges Teilstück unseres Konzeptes zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radfahrer“ übergeben zu können. An dem Projekt waren die Stadt Neustadt mit 15.000 sowie die Gemeinden Baudenbach mit 45.000 und Langenfeld mit 15.000 Euro beteiligt.

Schon seit 2004 waren abschnittsweise bestehende Feldwege von Diebach bis Neustadt vom Staatlichen Bauamt asphaltiert worden, um von Radfahrern besser genutzt werden zu können. Die Gesamtkosten für den kombinierten Geh- und Radweg hatten rund 600.000 Euro betragen. Der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrat Hans Herold wünschte den Weiterbau von Langenfeld über Markt Bibart bis Enzlar, um den Radfahrern eine Schutzzone neben der mit durchschnittlich 8335 Kraftfahrzeugen am Tag stark frequentierten B8 zu bieten.

“Schier endlos” lange mussten die Bürger auf den Ausbau des Radwegs abseits der stark frequentierten B8 warten. © Harald Munzinger


Radwegebau "Herzenssache"

Wie Innenminister Joachim Herrmann sei auch ihm der Radwegebau "eine Herzenssache", führte Herold aus. Das sollten 200 Millionen Euro im Staatshaushalt belegen, die in den nächsten drei Jahren in den Radwegebau investiert werden sollen. Dass auch alle die von ihm gewünschten Wege dabei seien, versicherte er dem Krautostheimer Pfarrer Hans Löffler, der mit dem Rad unterwegs war und die Eröffnung des Weges bei Baudenbach als Etappenziel hatte; die Stola vorsichtshalber, im Gepäck, falls ein Segensspruch gewünscht werde.

Wie vor ein paar Jahren am Rennsteig, als Löffler zufällig Gast einer Eröffnungszeremonie, aber gut vorbereitet war, um die vakante Rolle des evangelischen Geistlichen zu übernehmen, wie sich der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Schmidt, an den Spontaneinsatz des Geistlichen erinnerte. Der versicherte auch jetzt die Reisenden, dass sie auf den Schutz Gottes als stetem Begleiter vertrauen könnten.

Dass in den letzten Jahren im Radewegebau Verbesserungen erzielt worden seien, dankte MdL Herold auch dem Staatlichen Bauamt, listete zugleich auch einige Wünsche auf; wie etwa die Weiterführung im Steinachgrund von Münchsteinach bis Obersteinach und weiter zum Steigerwaldort Frankfurt. “Eingetütet" seien für 2015 die Radwege von Gollhofen nach Oberickelsheim und auf unterfränkischer Seite weiter von der “Mautpyramide” bis Ochsenfurt sowie von Sugenheim nach Markt Bibart. Vom Grunderwerb wird die wichtige Verbindung Deutenheim-Bad Windsheim abhängen, wo auch der Staatsstraßenbau auf der Agenda ist.

Laufende Maßnahmen

Am Rande der Freigabe des Radweges wies der Leiter des Staatlichen Bauamtes auf die laufende Oberbauerneuerung auf der Staatsstraße 2257 zwischen der B 286 bei Ziegenbach über Oberscheinfeld zur Bauamtsgrenze hin, ebenso auf die Oberbauerneuerung der B470 zwischen Gallmersgarten und der Kreisstraße 43, die Anfang November beginnen wird.

Bis Ende des Jahres soll der Kreisverkehr auf der B13 nördlich von Gollhofen fertig gestellt und ebenso eine weitere Unfallstelle an der Einmündung der alten B8 bei der Wulkersdorfer Brücke mit einem Rechtsabbiegestreifen beseitigt sein. Für die Oberbauerneuerung der Staatsstraße 2255 südlich von Neustadt bis Schellert mit einem Kostenaufwand rund 500.000 Euro kündigte Schmidt den Baubeginn in 14 Tagen an 

Harald Munzinger

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