Mittwoch, 16.01.2019

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Regionalentwicklung Neustadt: Rückblick und Projektideen

"Lokale Aktionsgruppe Aischgrund" stellt Strategiepapier vor - 14.12.2016 15:22 Uhr

Mit Leadermitteln wird die Köstner’sche Schmiede in Neustadt aus einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf als ein Zeugnis des Schmiedehandwerks "wachgeküsst". © Harald Munzinger


Fünf maßgebende Entwicklungsziele hat sich die "LAG Aischgrund" in ihrem aktuellen Strategiepapier, der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES), gegeben. Von elementarer Bedeutung für eine nachhaltige Regionalentwicklung ist der Natur- und Umweltschutz, die nachhaltige Landnutzung eingeschlossen.

"Die Weiterentwicklung der Kultur- und Freizeitangebote und die Stärkung des naturnahen Tourismus im Aischgrund stellt eine weitere wichtige Säule der Lokalen Entwicklungsstrategie dar."

Zudem soll die Vernetzung und Mobilmachung von Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher Altersstrukturen gestärkt werden. Intensive Öffentlichkeitsarbeit bildet den Grundstein, den Bekanntheitsgrad und die regionale Identität im Aischgrund zu festigen. "Nicht zuletzt sollen interregionale Kooperationen die Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden und – regionen stärken", teilt das LAG-Büro mit.

In dem laufen alle Projektideen zusammen. Gemeinsam mit dem Leader-Manager wird die Förderfähigkeit über EU-Programm Leader intensiv geprüft, bevor die Projekte in der Vorstandssitzung beraten und beschlossen werden.

Einige Beispiele: Für die Ausstattung des "Langhauses Saxen", einem Dorfgemeinschaftshaus in einem Ortsteil der Gemeinde Diespeck, wurde ein Zuschuss von 21.840 Euro gewährt. Das Haus mit kulturhistorischem Bezug dient der Dorfgemeinschaft als Begegnungsstätte und der Öffentlichkeit als Einblick in die Geschichte der Region.

Mit dem Projekt "Café Lebenswelten", initiiert von der WAB Kosbach, wird im Stadtzentrum von Höchstadt eine barrierefreie Begegnungsstätte entstehen, die einen entschleunigten Treffpunkt für unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen darstellt; das Café bietet darüber hinaus geschützte Arbeitsplätze für benachteiligte Bevölkerungsgruppen, wie psychisch Kranke und Asylbewerber.

Mit der Ausrichtung auf ein sehr breites Spektrum an Zielgruppen ist dieses Projekt ein Beispiel von gelebter Integration und Inklusion. 139.834,03 Euro wurden im Rahmen des Leder-Programms bewilligt.

Zeitreise in Alltag des Schmiedehandwerks

Die "Inwertsetzung der historischen Schmiede in Neustadt/ Aisch", ein sehr interessantes Projekt der Familie Köstner (nn-online berichtete) wurde im Oktober von der Förderstelle in Uffenheim freigegeben.

Seit den 60er Jahren lag die mitten im Stadtzentrum gelegene historische Schmiede – gewissermaßen Keimzelle des heutigen Familienkonzerns – im Dornröschenschlaf und soll nun mit Hilfe der zugesagten Fördersumme von insgesamt 7.158,56 Euro "wachgeküsst" und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Hierfür wird das vielfältige Inventar konserviert, inventarisiert und mittels digitaler Medien zeitgemäß präsentiert. Damit ermöglicht die alte Schmiede Besuchern im Rahmen von Gruppen- und Stadtführungen eine eindrucksvolle Zeitreise in den Alltag des Schmiedehandwerks der Nachkriegszeit.

Ein Kooperationsprojekt von LAG Aischgrund, LAG Südlicher Steigerwald, Tourismusverband Steigerwald und dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sowie sieben LAG-Kommunen im Landkreis Erlangen-Höchstadt beinhaltet die Erstellung eines "Radwegekonzepts im Landkreis Neustadt/Aisch".

Der Markt Ipsheim wendet sich gezielt seinen Gästen zu und plant eine umfangreiche "Besucherlenkung und -information im Weinort". Ein ausführlicher Prospekt wird Hinweise auf Sehenswürdigkeiten und historische Informationen geben sowie eine Übersichtskarte beinhalten.

Die geplanten Maßnahmen stärken die regionale Identität und sollen weitere Besucher in den schönen Winzerort locken. Bewilligt wurde eine Förderung von 5.618,46 Euro.

Zeichen für Natur und Umweltschutz

Der Imkerverein Neustadt a. d. Aisch möchte mit dem spannenden Projekt  "Erlebnis Biene – Bienen erleben" auf dem Gelände des Lehrbienenstandes bei Diebach die Bevölkerung für das Thema Bienen begeistern und setzt damit ein Zeichen für den Natur- und Umweltschutz.

Mitmachen und auf hohem technischem Niveau selbst tätig werden, ist erklärtes Ziel der neuen "FabLabs". Im Rahmen eines Kooperationsprojekts von LAG Aischgrund und LAG Region Fürth wurde den "FabLabs" (fabrication laboratory) im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windheim und im Landkreis Fürth eine Zuwendung in Höhe von 17.751,22 Euro für gemeinsame Maßnahmen der umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. der Erstellung einer gemeinsamen Datenbank bewilligt.

In zwei weiteren Teilanträgen hoffen beide Labore auf Zuwendung für die technische Ausstattung ihrer Labore. "Diese Art der Projektarbeit ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung interregionaler Vernetzung und Zusammenarbeit. Die Projekte ermöglichen allen Mitbürgern Zugang zu neuen Technologien", so die LAG in ihrem aktuellen Sachstandsbericht.  

Das Kooperationsprojekt "Mein Bewerbungsvideo" des Vereins zur Förderung der Staatlichen Berufsschule im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim und des Fördervereins des BSZ Scheinfeld richtet sich an Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund.

Ziele des Projekts sind unter anderem die Persönlichkeitsstärkung der Jugendlichen, Verbesserung ihrer Ausbildungschancen und die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Hier kooperieren die beiden LAG‘s Südlicher Steigerwald und Aischgrund miteinander.

Mit dem Projekt "Aischgrund-Journal" zielt die LAG Aischgrund auf die Überwindung einer mitten durch den Aischgrund verlaufenden, unsichtbaren Grenze. So verhindert bisher die Zugehörigkeit des Aischgrunds zu verschiedenen Landkreisen eine umfassende Berichterstattung über die Gesamtregion.

Die neue Zeitschrift soll nun zweimal jährlich Informationen über Projekte, Pläne, Veranstaltungen und Belange der Regionalentwicklung in alle Haushalte des landkreisübergreifenden LAG-Gebiets bringen. Erklärtes Ziel: "Alle Bürger des Aischgrunds sollen erreicht und animiert werden, selbst an der Gestaltung ihrer Heimat teilzuhaben und Projekte auf den Weg zu bringen".

Projekt "Unterstützung Bürgerengagement"

Mit dem Projekt "Unterstützung Bürgerengagement" wird der LAG Aischgrund erstmals ein Budget zur Verfügung stehen, mit dem sie kleinere Einzelmaßnahmen von bürgerschaftlichen Initiativen mit maximal 2.000 Euro bezuschussen kann. Genauere Details zum Bewerbungsverfahren werden bekannt gegeben, sobald das Projekt bewilligt worden ist.  

Noch mitten im Antragsprozess befinden sich folgende Projekte:  Der Heimatverein Lonnerstadt möchte mit der "Inwertsetzung der Viehwaage" und die Gemeinde Lonnerstadt mit der "Wiedererrichtung des Brunnen am Sichartshof" zwei kulturhistorische Zeugnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen und einer neuen Nutzung zuführen.

Die Gemeinde Gallmersgarten strebt mit der "Aufwertung der touristischen Infrastruktur" eine Steigerung ihres Bekanntheitsgrades und der touristischen Attraktivität in der Region an. Das Projekt beinhaltet beispielsweise eine Gedenkstele vor dem Geburtshaus von Christel Schmid, der Mitbegründerin des Ordens "Communität Casteller Ring", eine Nachbildung des "Steinernen Ötzis", sowie eine doppelseitig bedruckte Wander/Infotafel am Steinacher Bahnhof.

Im Rahmen des Kooperationsprojekts "Erfassung (historischer) Kulturlandschaften" hat sich die LAG Aischgrund mit der LAG Südlicher Steigerwald und zehn weiteren LAG‘s zusammengetan, um kulturgeschichtlich relevante und denkmalgeschützte Landschaftsbestandteile und Besonderheiten für die Nachwelt zu sichern.
 
Seit Mitte Oktober 2016 verstärkt Irena Kasperowitsch das LAG-Team. Sie, Andrea Rommeler und Anne Billenstein stehen Ihnen gerne für Fragen rund um die Antragstellung bei Leader zur Verfügung. 

nb

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