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Richtfest am Anbau des "Kolbanwesens"

Stück Ortsgeschichte bewahrt - Zeitenwende gefeiert - 22.07.2017 12:13 Uhr

Bürgermeister Gerhard Eichner (Mitte) betonte beim Richtfest die Bedeutung des Gesamtprojektes an historischer Stelle Gutenstettens. © Harald Munzinger


Das Richtfest am Anbau des "Kolbanwesens" war Anlass auch das Gesamtprojekt als ein "herausragendes Beispiel der Innenentwicklung im fränkischen Raum" zu feiern. Als das würdigte Bauoberrat Joachim Reindler vom Amt für Ländliche Entwicklung das Projekt, das Sanierung wie Anbau mit 200.000 Euro fördern wird.

Aus dem Entschädigungsfonds sind 215.000 Euro in Aussicht gestellt. Jeweils 35.000 Euro stellten die Bayerische Landesstiftung und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zur Verfügung, von der noch eine weitere Förderung zugesagt ist.

Diese Unterstützung von mehreren Seiten, wozu auch noch 5000 Euro vom Landkreis kommen, unterstreichen für Gutenstettens Bürgermeister Gerhard Eichner die Bedeutung der Sanierung des historischen Gebäudes, die nun ebenso Gestalt annimmt, wie sein Anbau. In der Bevölkerung war dieses Projekt umstritten.

"Des Glump g‘hört weg", war Eichner mehrfach aufgefordert worden. Doch die Entscheidung für die Bewahrung des Anwesens, dessen Ursprung bis in der 14. Jahrhundert reicht, hielt auch gegen eine Petition stand. Und auch die Kritik, dass man mit dem Geld „etwas anderes in der Gemeinde hätte anfangen können“, sollte ins Leere zielen. Eichner: „Die für das Kolbanwesen bereitgestellten Mittel werden nur für derartige Baumaßnahmen verwendet. Wenn sie nicht nach Gutenstetten geflossen wären, würden diese anderweitig in unserem Land für ähnliche Maßnahmen verwendet“.

Funde weisen auf Keimzelle des Ortes hin

Der Bürgermeister richtete sein Dank an viele Kräfte, die an dem Projekt mitwirken, sei es bei der Planung im denkmalgeschützten Bereich oder in dessen Umgriff, an den begleitenden archäologischen Untersuchungen – den örtlichen Hobbyarchäologen Manfred Bittner einbezogen – oder bei der versierten handwerklichen Umsetzung.

Die Bodenfunde im Umfeld des Anwesens ließen von der Keimzelle des Ortes an dieser historisch bedeutsamen Stelle ausgehen, führte Bürgermeister Eichner beim Richtfest des Anbaues im stattlichen Gästekreis aus. Bauoberrat Reindler beglückwünschte seitens des „Amtes für Ländliche Entwicklung“ (ALE) die Gemeinde dazu, „die Verantwortung zum Erhalt eines der ältesten und exponiertesten Gebäude in Gutenstetten übernommen zu haben.

Damit wird dieses wunderbare Ensemble rund um die Steinachbrücke wieder belebt und für die zukünftigen Generationen erhalten“. Er beglückwünschte sie zugleich für die Auswahl der Architekturbüros Vix und Krampe als „besonders gut geeignete Planer, die bestens harmonieren“, sowie zu „Handwerkern, die mit Herz und Verstand bei der Sache“ seien.

Der offene Arbeitskreis, der ein Nutzungskonzept und fiktives Jahresprogramm entwickelt habe, sollte nach Reindlers Rat für die weitere Gestaltung des Anwesens wiederbelebt werden: „Ideen gibt es genug“.

Ort für den "Geist der Gemeinschaft"

Dazu gab es nach dem Richtspruch von Mario Mahkorn und dem Richtschmaus angeregte Gespräche im Brauereigasthof.

Zuvor führte Architekt Berger mit fachkundigen Erläuterungen der Sanierungsarbeiten viele interessierte Gäste durch den historischen Gebäudekomplex und schilderte Bernd Krampe die Pläne für den Anbau und weitere Gebäude der zur Steinach offenen Hofstelle, auf der auch das gesicherte Backhäuschen wieder errichtet werden wird.

Geprägt war das Richtfest vom Wunsch, dass in dem Komplex der „Geist der Gemeinschaft erblühen“, man dort Erholung und Erbauung finden, Gutenstetten einen lebendigen Mittelpunkt bekommen möge.

Statt in einem Grundstein werden Nachfahren einmal in einer „Zeitkiste“ Dokumente des Anwesens mit seiner Jahrhunderte alten und der jüngeren Geschichte mit vielen aufschlussreichen Aufzeichnungen und Bildern finden, die den „Wandel der Zeiten“ in einem Zwischenboden bewahren wird, für den das Richtfest eines der markanten Ereignisse sein sollte. 

Harald J. Munzinger

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