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Schüler bekommen Zeugnisse für ehrenamtliche Leistung

Insgesamt 336.000 ehrenamtliche Stunden in Freiwilligen Sozialen Schuljahren - 19.07.2017 16:33 Uhr

Mit 89 Schülerinnen und Schülern lag die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule in Mittelfranken wieder an der Spitze bei der Verleihung der FSSJ-Zeugnisse. © Harald Munzinger


FSSJ-Koordinatorin Veronika Polok ist derzeit, begleitet von der Leiterin des Freiwilligenzentrums, Dorothea Hübner, auf "Verleihungstour". In der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule in Neustadt hatten sie dabei Anlass zu besonderer Freude, denn die schon mehrfach ausgezeichnete und auch bei den Zeugnisverleihungen immer wieder gewürdigte herausragende soziale Initiative erhielt von N-Ergie eine kräftige Finanzspritze. Kommunalbetreuer Dr. Alexander Nothaft überreichte einen Spendencheck über 3000 Euro aus einem Fonds zur Unterstützung des Ehrenamtes. Dafür werden jährlich 40.000 Euro ausgeschüttet, die seit 2008 mit dem Verzicht auf Weihnachtsgeschenke "angespart".

Ausgewählt werden jeweils zehn Organisationen im Stadtgebiet Nürnberg und in der Region. Beim "Freiwilligen Sozialen Schuljahr" habe die Jury das ehrenamtliche Wirken von Jugendlichen der achten bis elften Jahrgangsstufen aus allen Schularten in Sozialeinrichtungen, Vereinen oder Kirchengemeinden gewürdigt, bei dem sie soziale Verantwortung übernehmen und Einblicke in verschiedene Tätigkeitsfelder erhielten, die gut für die Berufswahl sein könnten, so Dr. Nothaft, der sich ein Wiedersehen mit dem einen oder anderen FSSJ’ler im Energieunternehmen vorstellen konnte.

Dorothea Hübner vom Freiwilligenzentrum und Renate Frühwald (v.l.) freuten sich ebenso wie Rektorin Martina Paulini und FSSJ- Koordinatorin Veronika Polok (v. r.) über 3000 Euro Projektförderung die N-Ergie-Repräsentant Dr. Nothaft überreichte. © Harald Munzinger


Aussagekräftige Zeugnisse

Dass die aussagekräftigen FSSJ-Zeugnisse nicht nur bei der Stadt einen sehr hohen Stellenwert hätten, betonte Neustadts Erster Bürgermeister Klaus Meier, der das großartige Engagement der Schülerinnen und Schüler würdigte, die sich zu jeweils 80 ehrenamtlichen Stunden in (240) verschiedenen Einrichtungen verpflichteten. Dass sich inzwischen rund 4200 Jugendliche "sensationelle 336.000 Stunden" ehramtlich für die Gesellschaft einsetzten bezeichnete Meier als "einfach grandiose, wahrhaft beeindruckende Leistung". Höchste Auszeichnungen von Bund und Land unterstrichen die Bedeutung des vor 14 Jahren von Horst Koydl initiierten "Freiwilligen Sozialen Schuljahres nach dem Neustädter Modell", worauf man stolz sei.

Caritas-Kreisvorsitzende Sabine Herderich betonte Persönlichkeitsbildung, Kompetenz und Erfahrungsschatz durch das FSSJ, die Leiterin des Freiwilligenzentrums, Dorothea Hübner, das Mitgestalten des sozialen Ausgleichs und Miteinanders, das Mitdenken und Mitabpacken, das von der Jugend begeistert umgesetzt werde. Rektorin Martina Paulini konnte stolz darauf sein, dass die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule als erste das FFSJ praktizierte und seitdem bei der Beteiligung stets mit an der Spitze liegt. Man habe sich am Anfang diese Erfolgsgeschichte sicher nicht vorstellen können, wisse aber heute um die Bedeutung, Zeit und Arbeit in den Dienst einer guten Sache zu stellen, aktiver Teil der Gesellschaft zu sein, die nur bei gegenseitiger Unterstützung bestehen könne. Dabei ziehe man auch den eigenen Nutzen aus dem sozialen Engagement, das Namensgeber Bonhoeffer alle Ehre erweise, da der Einblick in den Arbeitsalltag ein Wissen biete, das die Schule nicht vermitteln könne.

Freude auch auf Schloss Schwarzenberg über die Zeugnisse für die soziale Kompetenz. © oh


Tierheim ist besonders beliebt

Der unermüdlichen FSSJ-Koordinatorin an der Schule, an der 89 Zeugnisse verteilt und einige Schülerinnen und Schüler schon für das zweite Einsatzjahr geehrt wurden, galt besondere Anerkennung. Renate Frühwald ist unterdessen schon dabei, die "nächste Generation" zu aktivieren und hat auch schon die ersten Meldungen für diverse Einsatzstellen. Etwa beim besonders beliebten Tierheim Neustadt seien die Plätze begrenzt, großes Interesse stets auch am Mitwirken in Kindergärten und Sportvereinen, bei der Mittags- oder offenen Ganztagsbetreuung sowie in der Bücherei oder bei der Feuerwehr, ließ Frühwald wissen, die bereits in den siebten Klassen auf das FSSJ im achten Jahrgang vorbereitet, da vielfach in den neunten mit dem schulischen Anforderungen schon enger mit der Zeit kalkuliert werden müsse. Alexander Befus gab mit Klavierstücken der Zeugnisübergabe einen festlichen Rahmen.

Die Verleihungstour hatte in der Realschule Schloss Schwarzenberg mit 32 Schülerinnen und Schülern bei der "Hofversammlung" begonnen. FSSJ-Koordinatorin Veronika Polok informierte über die verschiedenen Arbeitsgebiete der Schüler und betonte, wie lobenswert es sei, dass wieder so viele junge Menschen bereit gewesen seien, sich 80 Stunden ihrer Freizeit während des FSSJ ehrenamtlich für ihre Mitmenschen zu engagieren. Sie bedankte sich für den beispielhaften Einsatz, den vier SchülerInnen sogar schon im zweiten FSSJ abgeleistet hätten, ebenso wie Zweiter Bürgermeister Klaus Luckert. Durch die persönlichen Erfahrungen seiner Tochter wisse er, "dass man die Leistungen und das Engagement der Schüler gar nicht hoch genug einschätzen könne".

FSSJ-Zeugnisse werden in diesen Tagen auch in den Mittelschulen Emskirchen, Markt Erlbach und Neustadt, an den Gymnasien in Neustadt, Scheinfeld und Bad Windsheim sowie an der Wirtschaftsschule Bad Windsheim verteilt. Anmeldungen für das neue Schuljahr sind bereits jetzt möglich. Bei Fragen gibt das FSSJ-Büro Auskunft über fssj@caritas-nea.de

Harald J. Munzinger

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