Montag, 24.09.2018

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Senioren-WG: Emskirchen geht neue Betreuungswege

Die neue Wohngemeinschaft der Caritas wurde feierlich eingeweiht - 08.07.2018 16:55 Uhr

Caritasgeschäftsführer Gerhard Behr-Rößler und Sozialpädagogin Claudia Meyer sind insbesondere für die hohe Förderung durch die Fernsehlotterie sehr dankbar. © Harald Munzinger


Sie ist Teil des Seniorenpoltischen Gesamtkonzeptes der Gemeinde unter dem Motto "Älter werden in Emskirchen". Dazu zählen auch die Tagespflege im "AurachTreff" und ambulanten Dienste. Da nicht in jedem Ort ein Altenheim realisierbar ist, wurde der Komplex in der Wiesenstraße mit zwei seniorengerechten Eigentumswohnungen und der betreuten Wohngemeinschaft entwickelt. In der koordiniert die Sozialpädagogin Claudia Meyer den Betrieb. 

Im Gemeinschaftsraum der Senioren-WG mit zwölf BewohnerInnen nahmen Pfarrerin Greyer-Hechtel und Dekan Schürrer deren Weihe vor und ging der Direktor des Caritasverbandes der Erzdiözese Bamberg, Gerhard Öhlein, auf das Projekt ein. Mit der Caritas-Kreisvorsitzenden Sabine Herderich sah er zum guten Ende gebracht, was lange währte. 

Es habe mehrere Anläufe für diesen Baustein im Caritas-Betreuungssystem gegeben, ließ Geschäftsführer Gerhard Behr-Rößler vor dem Festakt wissen. Mit den beiden ortsansässigen Unternehmern Feuchtmann und Schäfer als Bauherren sowie mit den Architekten Messmer/Franke habe man die richtigen Partner gefunden. Mit ihnen sei ein qualitativ hochwertiger, optisch sehr ansprechender Bau entstanden, der funktional auf die Belange der WG abgestimmt worden sei. 

Diese belegt das Erdgeschoss mit zwölf je 16 Quadratmeter großen Einzelzimmern, einem großzügigen Aufenthalts- sowie Koch- und Essbereich. Die gesamte Wohngemeinschaft ist barrierefrei gestaltet. Jeder Mieter verfügt über seinen ganz individuellen Wohnbereich. Man wolle insbesondere an Demenz erkrankten Menschen ein aktives und selbstbestimmtes Leben ermöglichen, betonen Behr-Rößler und Claudia Meyer. 

Jeder soll sich Zuhause fühlen 

Innerhalb der Tagestruktur soll sich jeder Bewohner nach seinen Gewohnheiten im Haus Zuhaue fühlen, in dem individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse eingegangen wird. "Wir sind sehr stark bewohnerzentriert", beschreibt es die Sozialpädagogin. Die Versorgung ist an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden rund um die Uhr gewährleistet, jeder Bewohner oder Angehörige entscheidet über die jeweils gewünschten Dienstleistungen, die auch "von außen zugekauft" werden können.

Der Träger, so Caritas-Geschäftsführer Gerhard Behr-Rößler gehe hier neue Wege, indem er neue und zukunftsorientierte Wohn- und Pflegekonzepte umsetze. Und er investiert dafür kräftig, Mit 1,5 Millionen Euro ist der WG-Komplex in Emskirchen kalkuliert, wozu die Caritas von der Fernsehlotterie 469.000 Euro erhält, weitere 110.000 Euro von der Bayerischen Landesstiftung, 25.000 Euro als KfW-Zuschuss. Rund 420.000 Euro müssen als Eigenmittel aufgebracht, der Rest über KfW-Darlehen finanziert werden. Für den mutigen Schritt gab es Anerkennung von Landrat Helmut Weiß und Bürgermeister Harald Kempe. 

Dem wurde gedankt, dass die Gemeinde "den richtigen Weg eingeschlagen hat, indem sie die mit der demografischen Entwicklung einhergehenden Herausforderungen annimmt und eigene Lösungen findet". Schon jetzt fände das Konzept Nachahmer bei anderen Kommunen im Landkreis, für die neben Emskirchen auch Langenfeld beispielgebend sei. 

Bewohner-/Angehörigengremium 

Den Angehörigen wird versichert, dass sie ihre Familienmitglieder in der WG in guten Händen wissen besten Händen wissen könnten. Auch im Alter, bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit sei ihnen ein Höchstmaß an Selbstbestimmung ermöglicht. Was die Wohngemeinschaft insgesamt betrifft, regeln die Mieter beziehungsweise ihre Angehörigen oder gesetzlichen Vertreter in einem Bewohner-/Angehörigengremium. Dieses entscheidet auch, welche Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. Der ambulante Pflegedienst versorgt die Bewohner nach ihrem individuellen Bedarf. Der Pflegedienstleister kann vom Gremium frei gewählt werden. Der Caritas-Anspruch ist die Sicherstellung hoher Betreuungsqualität rund um die Uhr. 

Über der Wohngemeinschaft befinden sich 24 seniorengerechte Eigentumswohnungen. Deren Bewohner können bei Hilfebedarf auf ein vielfältiges Pflege-, Betreuungs- und Dienstleistungsangebot der Caritas zurückgreifen.  

hjm

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