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"Spielraum NEA": Super Doppelpremiere gefeiert

Erstes Theaterspiel ein Senkrechtstarter – Enthusiastischer Beifall - 01.07.2013 20:28 Uhr

Das große Ensemble konnte sich über eine stürmisch gefeierte Premiere freuen.

Das große Ensemble konnte sich über eine stürmisch gefeierte Premiere freuen. © Harald Munzinger


Das hat sich die Initiative der beiden Theaterpädagoginnen Astrid Baugut und Mayet Gressenberger „auf die Fahnen geschrieben“. Sie hatten „einen Traum, einen Raum zu schaffen, in dem Theater, Kunst und Kultur für Jung und Alt erlebbar und greifbar wird“. Ihre Theaterprojekte umfassen nach ihrer Beschreibung „vielfältige Elemente aus den Bereichen Schauspiel, Musik, Bewegung, Tanz, Stimme, Gesang und künstlerisches Gestalten“. Dass sich all dies eines Tages – besser gesagt eines Abends – in unterhaltsamen und spannenden zwei Stunden bündeln würde, mochte bei der Gründung von „Spielraum NEA e. V.“ noch ein „Spieltraum“ gewesen sein.

Mystisches Spektakel

Realisiert wurde er in einem „mystischen Spektakel“, bei dem tief in die Geschichte der Kreisstadt eingetaucht und diese kräftig mit der Gegenwart vermischt wird, in die das dramatische und dann so wundersame Geschehen um die Rettung der Stadt mit der „Geißbocksage“ übertragen ist. Diese schrieben Astrid Baugut und Mayet Gressenberger neu mit Geißbocksprüngen über Neustadts Mauern und Jahrhunderte.

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Heftiger Beifall bei der Premiere von "Kein Bock"

Jubel für die fantasievolle Geschichte sowie professionelle Regie von Astrid Baugut und Mayet Gressenberger. Das (fast) volle Haus der "NeuStadtHalle" war von der Premiere begeistert.


Die „tapferen Bürger von Neustadt“ leiden 1461 bei der Belagerung des Städtchens durch bayerische Truppen bittere Not, aus der ihnen der Markgraf keinen Ausweg zeigen kann, diesen eher von ihnen mit einem gut entlohnten Einfall erwartet. Den hat ein Schneider, der sich in das Fell des letzten Geißbocks näht und mit munteren Sprüngen dem Feind reichlich Lebensmittelvorräte vorgaukelt und fast schon zum Abzug bewogen hat – als das Schicksal in der Schreibwerkstatt der beiden Theaterpädagoginnen Autorinnen und Regisseurinnen einen ganz anderen Verlauf, als in der „herkömmlichen Sage“ nimmt. Denn plötzlich ist der Bock verschwunden und nicht etwa der Feind.

Rätselhaftes Geschehen

Dass der Schneider in seinem Geißbockfell Jahrhunderte später im Neustädter Museum auftaucht und sich ebenso wie einige Schüler vor Rätsel stellt, sorgt für allerlei Verwirrung – im Museum ebenso, wie bei Szenenwechseln im mittelalterlichen Neustadt. Heute wie damals geht es drunter und drüber. Im Museum, in dem nach der Formel für die Rückkehr ins Mittelalter gesucht wird, in dem es ja noch die Stadt zu retten gilt, während im Neustadt des Jahres 1461 der Alchimist Johann in den Verdacht gerät, für das Verschwinden des Bockes verantwortlich zu sein. Schließlich war bei seinen Experimenten nie etwas Vernünftiges herausgekommen, wie er von seinem Bruder dem (ohn)mächtigen Markgrafen als Versager verhöhnt wird.

In diesem Augenblick geschieht das Unfassbare: Der "Geißbock-Schneider" springt  vom Mittelalter ins ins 21. Jahrhundert. Da muss es drunter  und drüber gehen.

In diesem Augenblick geschieht das Unfassbare: Der "Geißbock-Schneider" springt vom Mittelalter ins ins 21. Jahrhundert. Da muss es drunter und drüber gehen. © Harald Munzinger


Völlig zu unrecht, hatte er doch zwar kein Gold „zaubern“ können, aber mit dem Handy oder einem Quirl den unbewusst großen Wurf in eine ferne Zukunft geschafft. Als auch sein Sohn und der Zauberlehrling plötzlich im Museum des 21. Jahrhunderts auftauchen, zeichnet sich die Lösung zum „Rücksprung“ ins Mittelalter ab, in dem schließlich ein gutes Ende der Geschichte bejubelt wird – auf der Bühne von einem großen Ensemble und in der Halle von einem begeisterten Publikum, dessen Beifall nicht enden zu scheinen will.

Jubel allenthalben

Jubel für eine fantasievolle Geschichte sowie professionelle Regie von Astrid Baugut und Mayet Gressenberger. Jubel für ein Ensemble, in dem sich bei Kindern wie auch bei den erwachsenen Darstellern Talente und Spielfreude in einer begeisternden und zugleich beeindruckenden Gesamtleistung verschmelzen. Jubel für allerlei Regiegags und technische Raffinessen sowie gekonnte „Lichtspiele“. Und schließlich Jubel für die Kompositionen sowie Arrangements der Musical-Elemente des „Historien-Krimis“ von Adrian Baugut. Da wurde nicht nur kräftig durch die Zeiten gewirbelt, sondern an originellen Fantasiesträngen gezwirbelt, wurden muntere Geistessprünge vollzogen, dabei der Bogen zur Groteske nicht überzogen.

Jubel also für die erste Theaterproduktion von „Spielraum NEA“ und Jubel für das Neustadt-Mystical „Null Bock“. Dass dieses mehrmals aufgeführt werden sollte, sich auch als Schulvorstellungen anbieten würde, wurde im hellauf begeisterten Publikum diskutiert, das beim „tollen Gesamteindruck“ über gelegentliche Lägen hinweg sah.

Wer die Premiere versäumt hat, kann sich den nächsten Samstag. 6. Juli, vormerken. Dann findet ab 15.30 Uhr eine Familienvorstellung von „Kein Bock“ in der „NeuStadtHalle am Schloss“ statt. 

Harald J. Munzinger

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