Samstag, 17.11.2018

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Tradition und Technik: "Hofmanns Bierwelt" eröffnet

Größte Investition in über 350-jähriger Pahreser Brauereigeschichte - 21.04.2017 16:38 Uhr

Landrat Helmut Weiß würdigte die mutige und weitsichtige Investitionen von Georg und Natalie Hofmann (v. l) in die neue Ära von "Hofmanns Bierwelt". © Harald Munzinger


Der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, Dr. Lothar Ebbertz, zeigte sich ebenso "stolz auf ein Unternehmen mit so viel Mut und Tatkraft" in seinen Reihen, wie Präsident Gerhard Ilgenfritz und Geschäftsführer Oliver David des Verbandes der Privatbrauereien. Es sei "von außen schon der Wahnsinn und in der Vereinigung von Moderne und Tradition einfach toll, was Georg Hofmann da auf die grüne Wiese gestellt habe", würdigte David den Braumeister, der "absolut kompromisslos auf Qualität setzt, für eine gewaltige Leistung".

Der am Ortsrand von Pahres im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim gut in die Landschaft des Aischtales gefügte, attraktive Neubau wurde in den Grußreden als das äußere Merkmal einer Vorzeigebrauerei bezeichnet, die schon vielfach ausgezeichnet worden sei, ein aus der Region "nicht mehr wegzudenkendes Stück Heimat" darstelle und "ein Stück Zukunft geschaffen" habe, Eine Investition in dieser Größenordnung beurteilte Dr. Ebbertz als "ein Zeichen des Vertrauens in Mitarbeiter und Kunden".

Eine großartige Braustätte

Mit der großartigen Braustätte, der handwerklichen Braukunst und der sensorischen Vielfalt werde in der elften Generation durch das Unternehmen Hofmann ein Stück bayerische Biergeschichte geschrieben. Es präge Bayern als Land des Bieres mit und könne stolz darauf sein, dass seine Produkte auch weit über dessen Grenzen hinaus geschätzt seien, kam es im "Branchenurteil" zum Ausdruck.

Auch die Politik würdigte Mut und Weitsicht, womit "etwas Hervorragendes geschaffen" worden sei, wie es Landrat Helmut Weiß in Übereinstimmung mit den Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt und Hans Herold im Glückwunsch an Natalie und Georg Hofmann würdigte. Neben der Bauherrschaft galt auch Planern und Handwerkern höchste Anerkennung für den Neubau, mit dem "Hofmanns Bierwelt" eine neue Dimension an der "Aischgründer Bierstraße" markiert. Man sei stolz einen solchen Betrieb im Landkreis zu haben, der vielen Arbeitsplätze biete und ausbilde und so vielen Familien in der Region eine dauerhafte Perspektive biete.

Beliebter Botschafter in der Partnerstadt

Dass in das neue Sudhaus, in Gär- und Lagerkeller sehr viel investiert worden sei, komme auch der Region zugute, konnte sich Georg Hofmann über viele Komplimente für eine großartige Leistung freuen. Gutenstetten Bürgermeister Gerhard Eichner bewunderte den Ausbau des Unternehmens durch den diplomierten Braumeister und Bier-Sommelier Hofmann zur größten Brauerei im Aischtal, die weit darüber hinaus strahle und deren Produkte in der französischen Partnerstadt ebenso geschätzt würde, wie mittlerweile auch in Amerika und ohne deren Bier die Neustädter Kirchweih nicht mehr vorstellbar sei.

Der ästhetisch ansprechende Baukörper und die darin mit der Moderne vereinte Brautradition fanden allgemeine Anerkennung. © Harald Munzinger


Georg Hofmann teilte das Lob mit seiner Familie und einer tüchtigen Mitarbeiterschaft, aus der er bei dem Festakt viele Ehrungen für 25 bis sogar 60-hährige Betriebstreue vornahm. Er erinnerte daran, dass er vor vier Jahren bei der 350- Jahr- Feier angekündigt habe, dass er noch einiges bewegen wolle, bevor er "den Stab an die zwölfte Generation weitergibt". Dies sollte die nun geschaffte Verlagerung der Brauerei von der Dorfmitte an den Orstrand von Pahres sein, "die größte Investition unserer Familien- und Firmengeschichte".

Nach einer Planungszeit war von zwei Jahren am 12.Oktober 2015 die Grundfasslegung erfolgt und nach eineinhalb Jahren Bauzeit ist das Ziel erreicht: Eine neue. moderne Brauerei, direkt neben dem bestehenden Logistikzentrum. Hofmann: "Somit ist der Betrieb wieder vereint, was vieles leichter macht." Die Brauerei in der Dorfmitte sei zu klein geworden. Außerdem sei ein Großteil der Anlagen 40 bis 50 Jahre alt, somit verbraucht und technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Die Anlagen in der alten Brauerei zu erneuern, "wäre sehr schwierig bis nahezu unmöglich gewesen".

Traum jedes Braumeisters erfüllt

"Und so habe ich mir den Traum jedes Braumeisters erfüllt, einmal im Leben ein neues Sudhaus zu bauen. Dass daraus nun eine komplette Brauerei geworden ist, ist natürlich umso schöner", führte Georg Hofmann unter Beifall aus. Dass man nun 7000 Liter Bier pro Sud und dabei viel umweltschonender brauen könne, dass man eine der besten Brauanlagen habe, der Brauvorgang viel exakter zu steuern sei, man attraktive und zeitgemäße Arbeitsplätze anbieten könne und die Grundlage für die nachfolgende Generation gelegt worden sei, nannte er als einige Marker für den Neubeginn, der mit einem "Prosit auf morgen" gefeiert wurde.

"Wichtig allein ist das Bier, das aus der neuen Brauerei kommt", erklärte Georg Hofmann zum Verzicht auf viele Details des Bauprojektes. Man habe allergrößten Wert darauf gelegt, "dass das Bier unser Bier bleibt, ein echtes Hofmann. Wir wollten kein modernes Energieschonbier brauen, sondern weiterhin unser traditionelles Hofmann. Nach dieser Maxime haben wir die neuen Brauanlagen ausgesucht". Gebraut werde nach den alten, ursprünglichen Rezepten, die ein bisschen an die neuen Anlagen angepasst worden seien.

Kein Nullachtfünfzehn-Industriebau

Georg Hofmann stattete allen Dank, ab, die am Projekt beteiligt waren, allen voran Braumeister Peter Köhler, der mit ihm und den Anlagenbauern das Grundkonzept der neuen Brauerei erstellt hat. Er habe "überdurchschnittlich viel an Engagement, Wissen und Zeit eingebracht und ist in der heißen Phase, die ab und zu immer noch mal auftaucht, bis über seine Grenzen gegangen". Der Architekt Ricardo Perez Litschy habe "das Grundkonzept in ein Gebäude übersetzt und darauf geachtet, dass kein Nullachtfünfzehn-Industriebau entsteht, sondern ein ästhetisch anspruchsvolles Bauwerk geschaffen wird". Der Applaus der Gäste bestätigte den perfekt erfüllten Auftrag.

In seine langen Dankadressen bezog Hofmann Ingenieure und Bauunternehmen mit ihren Fachkräften aus dem Landkreis, Gemeinde, Kreis und Bezirksregierung sowie die Experten der Brautechnik ein und die Familie Schönleben, die mit ihrem die Gäste am Eröffnungsabend ebenso verwöhnte, wie sie an den drei Festtagen Tausende Besucher bewirten wird. Sie sind am Freitag und Samstag (21./22. April) jeweils von 17 bis 20 Uhr zur Betriebsbesichtigung eingeladen. Zur Einweihungsnacht in Tracht 21. April spielen ab 20.30 Uhr die Gaudirocker auf, am Samstag-Partyabend die Störzelbacher, Von 9 bis 19 Uhr ist am Sonntag, 23. April, Tag der offenen Tür mit Weißwurstfrühschoppen, zu dem sich die Bayerische Bierkönigin angesagt hat, Unterhaltungsmusik, Kinderprogramm, Holzfass- und historischer Flaschenabfüllung. Feuerwehr und Ortsjugend bringen sich in Parkregelung und Service ein.

Den Festakt nutzte Hofmann zur Ehrung verdienter Mitarbeiter mit Waldemar Wlassowetz an der Spitze, der dem Unternehmen schon 60 Jahre die Treue hält. Seit 25 Jahren sind Andrea Geißdörfer und Hans Krag im Betrieb, seit 30 Jahren Georg Ziegler, seit 25 Jahren Ernst Lechner und seit 40 Jahren Günther Hieronymus sowie Manfred Weghorn. Nach dem ausgedehnten Festakt brachten die Würzbuam das 2000-Mann-Zelt zum Beben und die Gäste bereitwillig kräftig in Bewegung. 

Harald J. Munzinger

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